Thema Tierschutz

Ein Buch über einen besonderen Hund

Autor Wilhelm Eugen Mayr zeigt sein neues Buch.
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Seinen mittlerweile vierten Roman veröffentlicht der Seckenhauser Autor Wilhelm Eugen Mayr.

„Beppo“ Mayr hat 30 Jahre lang die Musical AG an der KGS Brinkum. Im Ruhestand schreibt er Bücher, nun ist ein vierter Roman erschienen.

  • Autor „Beppo“ Mayr widmet sich kritischen Themen.
  • Eine Hündin befreit Versuchstiere.
  • Ein Roman, der bewegen soll.

Seckenhausen – Wilhelm Eugen Mayr kennen etliche Generationen von Schülerinnen und Schülern der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Brinkum, deren Eltern und Freunde sowie Musical-Fans aus der Region. Der Lehrer, den viele einfach „Beppo“ Mayr nennen, produzierte an der Schule mit Jugendlichen mehr als 30 abendfüllende Musicals. Seit 2013 genießt der Pädagoge seinen Ruhestand, kreativ bleibt er dennoch: Mayr hat seinen mittlerweile vierten Roman veröffentlicht. „Freiheit für vier Pfoten“ lautet der Titel.

Die ersten drei Bücher drehen sich um politische Themen wie Kindersoldaten in Afrika, Terrorismus und den Islamischen Staat. Das neueste greift ebenfalls einen viel diskutierten Stoff auf, der aber in eine etwas andere Richtung zielt als die bisherigen Bücher – es dreht sich um den Tierschutz.

Jagdhündin Natascha als Titelheldin

Der in Seckenhausen lebende Autor erzählt die Geschichte der Jagdhündin Natascha. Das schon 17 Jahre alte Tier leidet unter Schmerzen. Eine Giftspritze soll es erlösen. Die Münsterländerin bekommt das Gespräch zwischen ihrem Herrchen und dem Tierarzt mit und weiß: Sie wird in wenigen Minuten tot sein. In dieser Situation zieht noch einmal – quasi im Schnellgang – ihr Leben an ihrem inneren Auge vorbei.

Eine Jagdhündin besaß die Familie Mayr tatsächlich einmal. „An sie habe ich mich beim Schreiben des Romans erinnert“, berichtet der Autor. Er schildert, wie sie als Welpe in die Familie kommt, den Wald und ihre Umgebung kennenlernt und sich mit dem kleinen Kater Romulus anfreundet, der ebenfalls zur Familie gehört. Schließlich unterstützt Natascha sogar eine politische Gruppierung – die Rote-Hunde-Befreiungs-Front, kurz RHBF. Mit dieser zusammen gelingt es der Hündin gleich zweimal, Tiere aus Versuchslaboren zu befreien und diese dabei zu zerstören.

„Beppo“ Mayr wagt einen Kunstgriff und schildert die Erlebnisse der Hündin Natascha aus deren Perspektive in der Ich-Form. „Ich möchte eine große Nähe zum Leser erzeugen, der plötzlich mitleidet, mitfiebert und sich sogar ein Stück weit mit dieser Jagdhündin identifizieren kann“, sagt der Seckenhauser Autor. Er wolle Emotionen freisetzen, denen ein Eintreten für den Tierschutz und ein Mobilmachen gegen die Qualen von Tieren in den Versuchslaboren folgen sollten. „Genau das ist gewollt, genau deshalb habe ich den Roman so und nicht anders geschrieben: Er soll ermutigen, kritisch mit der Behandlung von Tieren umzugehen, in ihnen nicht Gebrauchsgegenstände und Forschungsobjekte zu sehen, sondern ihnen vielmehr als ernst zu nehmenden Geschöpfen Respekt entgegenzubringen“, sagt der Autor.

Mayr eckt schonmal an

Angst, mit kritischen und unbequemen Aussagen anzuecken, kennt Mayr nicht. Schon während seiner Arbeit an der KGS Brinkum verarbeitete er damals wie heute viel diskutierte Themen in seinen Musicals – Diskriminierung, Antisemitismus oder eben Tierschutz – schon in den 1980er-Jahren, als der Lehrer an der KGS Brinkum begann, ein heißes Eisen.

Der Seckenhauser Autor denkt an die Auslandstourneen zurück, die ihn und die KGS-Schüler aus der Musical-AG unter anderem nach Marokko, Tunesien und in die Türkei führten. Während dort örtliche Partner die Besucher aus Deutschland unterstützt hätten, versuchten die türkischen Behörden schon in den 1990er-Jahren die Inszenierungen der Brinkumer zu verhindern und zu stören. Kein Wunder, denn ihre Musical-Adaption von George Orwells Fabel „Farm der Tiere“ dreht sich um Gewaltherrschaft und Diktatur. Für die an Meinungsfreiheit gewöhnten Stuhrer Jugendlichen waren die Zensurversuche in der Türkei „eine eindringliche Erfahrung“, blickt Mayr zurück. Leider habe sich das politische Klima in der Türkei seitdem nicht verändert, sondern sich eher noch verschärft, bedauert er.

Eigentlich wollte „Beppo“ Mayr seinen neuen Roman „Freiheit für vier Pfoten“ bei Lesungen dem Publikum vorstellen. Doch dies klappe wegen der Corona-Pandemie zurzeit nicht. Seine Auftritte wolle er nachholen, versichert der Seckenhauser. Im Buchhandel ist der neue Roman schon zu bekommen – sowohl in gedruckter Form als auch als E-Book. Die zurzeit geschlossenen örtlichen Buchhändler könnten sein neustes Werk ebenfalls auf Bestellung liefern. Dort will Mayr auch Ansichtsexemplare auslegen, sobald die Händler wieder öffnen dürfen.

Einen fünften Roman hat der Seckenhauser noch nicht in Arbeit, die Hände in den Schoss legt er aber keinesfalls. Derzeit überarbeitet er einige Musical-Produktionen aus seiner Zeit an der KGS Brinkum und will die Skripte neu veröffentlichen.

Der Roman „Freiheit für vier Pfoten“ ist im Verlag DeBehr erschienen und kostet broschiert 11,95 Euro, als E-Book 4,99 Euro.

ISBN-10: 3957538173 ISBN-13: 978-3957538178

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