Vom 23. bis 26. Januar

21. Jazz-Festival in Stuhr: Gut aufgehoben in der Nische

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Eine Top-Band des europäischen Jazz: Stephan-Max Wirth Experience.

Stuhr - Das Jazz-Festival besetzt eine Nische im Kulturprogramm der Gemeinde Stuhr. Und nicht nur dort. Überregional trifft die Veranstaltung Jahr für Jahr den Geschmack der Jazzfreunde, auch wenn nicht immer gleich die Massen ins Rathaus strömen. Das nimmt das Team von Stuhr Kultur ganz bewusst in Kauf. Diesmal steht die Veranstaltung für Donnerstag bis Sonntag, 23. bis 26. Januar, im Kalender.

Jens Schöwing, der musikalische Leiter des Festivals, sieht das naturgemäß genauso wie die Planer von Stuhr Kultur: „Jazz ist nicht nur Herbie Hangcock für 100 Euro in der Hamburger Elbphilharmonie. Jazz lebt von den kleinen Festivals.“ Ob laute oder leise Töne, kleine oder große Besetzungen, traditionell oder experimentell: Schöwing hat nach eigener Auskunft wieder ein „stilistisch breites Programm“ auf die Beine gestellt.

Der Freitag steht in der Jazz-Tradition und startet um 20 Uhr mit dem E&T Jazzduo. Dahinter verbergen sich Gitarrist Thomas Brendgens-Mönkemeyer und Sängerin Evelyn Gremel. Laut Schöwing interpretieren die beiden ausgewählte Jazz-Standards. Gremel blickt auf 40 Jahre als Jazzmusikerin zurück, Brendgens-Mönkemeyer gilt als einer der eigenwilligsten Gitarristen des deutschen Jazz.

Im zweiten Teil des Abends dürfen sich die Besucher auf eine Premiere freuen: Zum ersten Mal zählt der Jazz-Tanz zum Programm, der in Fred Astaire einen seiner bekanntesten Vertreter hatte. Steptänzer Thomas Marek gastiert mit seinen drei Musikern in Stuhr. „Ich bin selbst gespannt, wie das ankommt. Ich habe es ein Mal gesehen und war verblüfft“, sagt Schöwing. Die Frage Tanzereignis oder Jazzkonzert stellt sich laut Mitteilung nicht. Die Musik werde sichtbar, der Step-Sound würde mit den Arrangements und Improvisationen der Band verschmelzen.

Den Samstag eröffnet um 20 Uhr die Stephan-Max Wirth Experience, „eine der Top-Bands des europäischen Jazz“, wie es in der Mitteilung heißt. Doch das ist nur ein Grund für Schöwing, das Quartett um den Saxofonisten Stephan-Max Wirth zu verpflichten. Er habe die Band vor 15 Jahren im Bremer „Moments“ gesehen. „Da waren fünf Besucher, und sie haben trotzdem alles gegeben.“ Wirths Kompositionen gehen auf ein halbes Jahrhundert Jazzgeschichte zurück und sind doch „voll moderner Strahlkraft“, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Er tourt seit 25 Jahren und macht zum Jubiläum erstmals in Stuhr Station.

Zum Ausklang des Abends spielen On the jazzy side of pop. Die Combo versteht sich darauf, Höhepunkte der Popmusik neu zu arrangieren. Songs von Prince, Bob Marley, Björk und Nirvana kommen deshalb nicht als Cover daher, sondern mit Mitteln des Jazz als eigenständige Stücke. Auch diese Band habe ihn vor drei, vier Jahren im „Moments“ schwer beeindruckt, sagt Schöwing. Speziell die Mischung, experimentell und gut hörbar.

Die Bigband Mo’Jazz&Horns tritt am Sonntagvormittag auf.

Wer schon immer wissen wollte, wie Jazz eigentlich funktioniert, sollte am Freitagmorgen um 11 Uhr in den Ratssaal kommen. Dann gibt Schöwings Ensemble Bach2School ein moderiertes Schulkonzert. „Wir erklären, was wir machen, und versuchen, die Besucher mit einzubeziehen“, sagt Schöwing. Die Veranstaltung richte sich keineswegs nur an Klassen – auch wenn bei der Premiere im vergangenen Jahr hauptsächlich musikaffine Schüler im Publikum saßen. „Wir werden klassische Themen verjazzen, aber auch mal einen Popsong draus machen“, kündigt Schöwing an.

Für ihn sind auch der Donnerstag und Sonntag „ganz wichtig“, denn sie stünden im Zeichen der Nachwuchsförderung. Während am Donnerstag ab 19 Uhr das Percussionensemble und zwei Starterbands der Kreismusikschule unter Leitung von Holger Twietmeyer auftreten, steht am Sonntag ab 11 Uhr die Bigband Mo’Jazz&Horns auf der Bühne. Sie spielt seit ihrer Gründung unter Leitung von Jens Schöwing und Dierk Bruns. Songs von Abba bis Hendrix zählten schon früher zum Repertoire, nun sind auch drei Stücke von Hot Chocolate dabei. Für den musikalischen Leiter ist dies „die erste Band, die aus Jazz und Rock eins gemacht hat“.

Dass Schöwing des Festivals überdrüssig wird, ist nicht zu erwarten: „Das sind vier Tage Stress, doch dann habe ich sofort wieder Lust auf das nächste Mal.“ Dann grübele er ein halbes Jahr und sichte Angebote. Was die Leidenschaft der Künstler angeht, müssen sich die Besucher auch für 2021 keine Sorgen machen: „Ich arbeite gerne mit Leuten zusammen, die für ihre Musik brennen. Und das ist bei 90 bis 100 Prozent der Jazz-Musiker der Fall.“

Daten und Preise:

Für die beiden Hauptabende am 24. und 25. Januar fallen jeweils 18 Euro an, ermäßigt 15 Euro. Das moderierte Schulkonzert am 24. Januar kostet drei Euro, die Auftritte der Kreismusikschule am 23. und 26. Januar sind kostenfrei. Tickets gibt es im Bürgerbüro und bei der Kreiszeitung.

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