Arbeitsvertrag vor Ablauf aufgelöst

Klimaschutzmanager Colja Beyer hört auf 

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Scheidet als Klimaschutzmanager aus: Colja Beyer.

Stuhr/Weyhe - Von Andreas Hapke. Nach zwei Jahren und achteinhalb Monaten ist Schluss: Colja Beyer beendet noch in dieser Woche seine Tätigkeit als kommunaler Klimaschutzmanager für die Gemeinden Stuhr und Weyhe.

Der Job, zu 65 Prozent gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums, war ohnehin auf drei Jahre begrenzt. Mit der Aussicht auf eine neue Herausforderung zum 16. September bat der 46-Jährige um eine vorzeitige Auflösung seines Arbeitsvertrags. Beyer wechselt ins Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Werlte bei Cloppenburg.

Angetreten war er im Januar 2015, um in Stuhr und Weyhe Strukturen des Klimaschutzes zu schaffen. Oder wie es Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier formuliert: „Er sollte etwas initiieren, einen Grundstock schaffen.“ Dies sei ihm gelungen, sagt Beyer. Er habe, zum Teil mit verschiedenen Akteuren vor Ort, das Klimaschutz-Aktionsprogramm in den Gemeinden umgesetzt.

„Ich bin sehr zufrieden, wenn man sieht, was wir erreicht haben“, sagt Beyer und verweist auf eine lange Liste von Errungenschaften. Dazu zählt er neben der Mitarbeit in zahlreichen Projektgruppen und Netzwerken die Mitgliedschaften von Stuhr und Weyhe im Klimabündnis, die Teilnahme beider Gemeinden an der Kampagne Stadtradeln, den Austausch von kraftstoffbetriebenen gegen Elektro-Dienstfahrzeuge, die Koordination der Kampagne „Clever heizen“ sowie die Beschaffung von Dienstfahrrädern und Energiesparpaketen. Darüber hinaus habe er die Klimaschutz-Webseite und Treibhausgas-Bilanzen erstellt sowie die Menschen für die Themen Klimawandel und Energie sensibilisiert. Lediglich das „Solardachkataster“ für die Win-Region sei noch nicht vollständig. Regionalmanager Michael Wenzel werde das Projekt aber weiter vorantreiben.

Broschüre als jüngste Errungenschaft

Beyers durchwachsenes Fazit beinhaltet auch, dass die gewesen sei. „Es ist sehr schwierig, den kommunalen Klimaschutz umzusetzen“, sagt er. Das sei überall gleich. Er wisse das durch den Austausch mit anderen Klimaschutzmanagern. „Es ist eben eine freiwillige Arbeit der Kommunen. Sie profitieren nicht direkt davon, man profitiert nur global.“ Deshalb habe er anfangs viel Überzeugungsarbeit in den Rathäusern leisten müssen. „Aber dann lief eigentlich alles.“ Die Stelle des Klimaschutzmanagers sei auf jeden Fall wichtig.

Schön fände es Beyer, wenn in der Bevölkerung der Nachhaltigkeitsgedanke, das Bewusstsein für den Klimaschutz, hängen bleibe.

Seine Aufgaben sollen in Zukunft die einzelnen Fachbereiche wahrnehmen, in Stuhr unter Federführung des Umweltschutzbeauftragten Marc Plitzko, in Weyhe von Christina Mielke. Daraus dürften sich laut Beyer keine Schwierigkeiten ergeben: „Die Themen waren zentral bei mir angelegt, aber es war immer vorgesehen, hinter den Kulissen mit den Fachbereichen der Rathäuser zu arbeiten“, begründet er.

Seine jüngste Errungenschaft bildet die Broschüre „Einkaufen in Stuhr – klimaschonend, nachhaltig, fair“, die er gemeinsam mit anderen Akteuren aufgelegt hat. Auf der Rückseite ist Beyer noch als Ansprechpartner genannt, doch das war zum Zeitpunkt der Präsentation des Heftes gestern im Rathaus bereits überholt.

In Werlte beschäftigt sich Beyer als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit der Frage, wie man organische Böden und Moore landwirtschaftlich nutzen kann, ohne sie zu entwässern. „Denn dabei werden Treibhausgase freigesetzt“, erklärt er. Die Stelle ist auf fünf Jahre befristet.

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