Anna Bart ist die neue Stipendiatin für Malerei in der Künstlerstätte

„Heiligenrode ist sehr abgelegen, aber gefällt mir“

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Die Stipendiatin Anna Bart ist noch dabei, sich in der Künstlerstätte Heiligenrode einzurichten.

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. Dass sich ein Stipendium in der Künstlerstätte Heiligenrode lohnt, hat sich an der Bremer Hochschule für Künste herumgesprochen. Dort hatte die Malerin Anna Bart bereits zu Beginn ihres Studiums von dieser Möglichkeit erfahren. Seit Anfang dieses Monats wohnt und arbeitet sie in Heiligenrode.

Der Aufenthalt in der Künstlerstätte soll Anna Bart die Gelegenheit geben, ihre künstlerische Position mit Entschiedenheit weiterzuentwickeln, so formuliert die Gemeinde das Ziel des Stipendiums. Was ihr selbst vorschwebt, nennt sie zum jetzigen Zeitpunkt eine „Idee“. Sie wolle eine oder mehrere Raumarbeiten anfertigen, sagt sie. Denn die 27-Jährige malt gerne große Formate, die sie anschließend als Installation im Raum platziert. Kleinere Bilder verschmäht sie aber auch nicht. Davon sollen ebenfalls einige in Heiligenrode entstehen.

Ihre alltäglichen und häuslichen Motive erhält Anna Bart aus der Umgebung. „Ich nehme die Umwelt in meine Arbeit auf und übersetze sie malerisch“, erklärt sie. Außerdem hat sie ein Faible für japanische Vorlagen, nicht zuletzt wegen ihres Auslandssemesters an der Universität in Nagoya 2011 und des von ihr selbst initiierten Künstleraustauschs 2014/ 2015.

Von Vorbildern lasse sie sich in ihrem Schaffen nicht leiten, erzählt Bart. Ebenso wenig wolle sie eine Geschichte oder politische Aussagen transportieren. Dass sie mit Öl auf Papier malt, hat eher einen pragmatischen Grund. Anders als Leinwände könne sie Papier von der Wand abnehmen, einrollen und somit „ganz gut auf Reisen malen“. Vor Beginn ihres Studiums habe sie hauptsächlich gezeichnet.

Anna Bart wurde 1988 in Rosental (Russland) geboren und ist in Osnabrück zur Schule gegangen. Wegen des Studiums der Freien Künste ist sie 2008 nach Bremen gezogen. Ihr Diplom erwarb sie 2014, danach wurde sie Meisterschülerin beim Bremer Professor Stephan Baumkötter. Seit 2011 beteiligt sich Anna Bart an Gemeinschaftsausstellungen, aktuell an „Auf anderen Gründen“ in der Weserburg in Bremen. Zwei Einzelausstellungen in Nagoya und Bremen stehen auch schon in ihrer Vita.

Anna Bart ist die 46. Stipendiatin in Heiligenrode. Der künstlerische Beirat hatte sie Ende September unter 16 Bewerbern ausgesucht. Neben der Nutzung der Wohn- und Arbeitsräume beinhaltet das Stipendium eine monatliche Zuwendung von 1400 Euro. Außerdem gewährt die Gemeinde einen Katalogzuschuss. Am Ende der zehn Monate ist eine Abschlussausstellung vorgesehen.

Doch bevor es so weit ist, freut sich die Wahlbremerin nach eigener Auskunft auf das Arbeiten in der Provinz. Nach ihren ersten Eindrücken sei Heiligenrode „zwar sehr abgelegen, aber das gefällt mir. Ich komme selbst vom Land“. Legt man ihren Malprozess als Übertragung des Gesehenen aufs Papier zugrunde, dürfte künftig einiges aus Heiligenrode und Umgebung in den Werken Anna Barts auftauchen.

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