Verlag veröffentlicht ersten Roman

Ann-Kathrin schreibt Bücher, wenn ihre Freunde feiern

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Ann-Kathrin Speckmann mit ihrem Erstlingswerk „Anne Bonny – Piratenbraut“. Weitere Romane hat sie bereits auf ihrem Rechner gespeichert. 

Brinkum - Von Sandra Bischoff. Historische Romane haben es Ann-Kathrin Speckmann angetan. Weil die 18-Jährige aber nicht mehr das Richtige zum Lesen fand, schrieb sie kurzerhand selber ein Buch, das ein Verlag nun veröffentlicht hat. „Anne Bonny – Piratenleben“ heißt das 220 Seiten starke Werk für Jugendliche.

„Ich habe von klein auf gelesen“, sagt die Brinkumer Schülerin. Vor gut drei Jahren fing sie an, selber zu schreiben. Im Internet stieß sie auf Anne Bonny, die Ende des 17. Jahrhunderts in Irland zur Welt kam und in den USA aufwuchs. Als Mann verkleidet heuerte sie auf einem Piratenschiff an.

Deren Geschichte nutzte Ann-Kathrin als Basis für ihr Buch und entwickelte die Story nach eigenen Ideen weiter. Zwischen den Herbstferien und Weihnachten 2010 machte sie sich ans Werk, dann war die erste Fassung fertig. „Ich habe das Buch selber drucken lassen“, sagt Ann-Kathrin.

In dem Jugendroman geht es um die 15-jährige Anne Bonny, die ihr Leben in South Carolina verabscheut. Bis vor wenigen Jahren hatte sie noch ein ganz anderes: In England hielten sie alle für einen Jungen. Sie vermisst die Freiheiten aus jener Zeit. Um ihren Pflichten zu entgehen, wünscht sie sich eine Reise auf einem der Schiffe, die täglich im Hafen Charleston anlegen. Als sie mit ihrem Jugendfreund Michel verheiratet werden soll, verliert sie das letzte bisschen Zuneigung und Vertrauen zu ihren Eltern. Zusammen mit dem jungen Matrosen James Bonny flieht sie in die Welt der Piraten.

Zehn Exemplare ließ Ann-Kathrin fertigen, um sie an ihre Familie zu verschenken. „Ich war ziemlich stolz, als ich es schließlich verschenken konnte“, erzählt sie. Trotzdem war die Schülerin nicht ganz zufrieden. „Die Geschichte stimmte, aber mir fehlte das Historische.“ Ihre Tante habe ihr für die Überarbeitung wertvolle Tipps gegeben, sprachlicher, aber auch inhaltlicher Natur, erzählt sie.

Während ihres Auslandschuljahrs in Thailand setzte Ann-Kathrin sich erneut an ihren Roman, verbesserte, erweiterte, schrieb Passagen um und schickte die Fassung vor gut anderthalb Jahren an verschiedene kleinere Verlage. „Einer hat sofort eine Absage geschickt, drei weitere Antworten stehen noch immer aus“, sagt die 18-Jährige schmunzelnd. Ein Jahr hat es gedauert, bis der Merquana-Verlag aus Leipzig sich meldete und ihr einen Vertrag anbot. Das Buch erschien Anfang Dezember 2013, und die erste Auflage ist laut Autorin fast vergriffen.

Doch die Nachwuchsschriftstellerin will sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. „Ich schreibe weiterhin viel und habe noch andere Romane auf meinem Rechner“, berichtet die Gymnasiastin, die in diesem Jahr ihr Abitur an der KGS Brinkum machen will. Auch Kurzgeschichten hat sie verfasst, die sie unter anderem bei Wettbewerben einreicht. „Es fasziniert mich, dass ich beim Schreiben noch nicht weiß, wie die Geschichte endet. Und es ist toll, Charaktere zu erschaffen. Ich habe dabei die Möglichkeit, in so viele verschiedene Figuren einzutauchen, das macht einfach Spaß“, erklärt Ann-Kathrin ihr Faible für das Schreiben. Durch die Vorbereitungen auf das Abi ist die Zeit knapp. „Doch ich bin nicht so der Partytyp. Wenn die anderen tanzen gehen, sitze ich am PC.“

Ob sie sich beruflich aufs Schreiben festlegen will, ist noch ungewiss. „Man weiß ja nie, ob das klappt, deshalb will ich erstmal etwas studieren, vielleicht Jura.“

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