Anlieger äußern sich zu möglichen Standorten für den Brinkumer ZOB / Lautstärke des Beifalls soll Priorität abbilden

Applaus für die Lieblingsvariante

+
Rund 70 Besucher informieren sich über die künftige Gestaltung des Brinkumer ZOB.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Mit der Verlegung des ZOB zum Hotel Bremer Tor könnten die Bewohner wohl gut leben. Diesen Eindruck nahm die Verwaltung am Montag mit in die weitere Planung zur Neugestaltung des Brinkumer Ortskerns. Die Gemeinde hatte zu einem Informationsabend ins Rathaus geladen – um auszuloten, welchen Standort für den Busbahnhof die Bevölkerung bevorzugt. Am Ende sollten die Besucher für ihren Favoriten klatschen, wobei sich Moderator Hajo Giesecke, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Umwelt, mangels Applausometer auf sein Gehör verlassen musste.

Eingangs hatte Bürgermeister Niels Thomsen die Gestaltung des ZOB als ein entscheidendes Kriterium bei der nachhaltigen „Weiterentwicklung, Revitalisierung und Stärkung des Brinkumer Ortskerns“ bezeichnet. Nach dem Kauf des Hotels Bremer Tor und der angrenzenden Freifläche habe sich eine weitere Möglichkeit für die Lage des Bahnhofs ergeben. „Ist das eine Alternative für einen Standort, die noch besser ist als die anderen? Wollen wir das Heft nochmal öffnen?“ – der Gemeinde sei es wichtig gewesen, die Menschen wie bisher bei dieser Entscheidung mitzunehmen.

Nach der Präsentation aller in Frage kommenden Varianten durch Katja Jungeblut vom Büro Verkehrs- und Regionalplanung in Lilienthal kristallisierten sich schnell zwei Favoriten heraus: Neben der Ansiedlung des ZOB am Bremer Tor noch eine Alternative, bei der der Bahnhof von der Ost- auf die Westseite der Bremer Straße rückt und als Busspur parallel zu dieser verläuft. Die Busse würden in einem Kreisverkehr wenden, der die jetzige Kreuzung Bassumer/Syker Straße ersetzt. Diese Lösung kostet rund 1,4 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie die „Hotel-Variante“, die mit 640000 Euro zu Buche schlägt. Laut Jungeblut fallen allein für den Kreisverkehr zwischen 500000 und 600000 Euro an.

Klar ist: Die Gemeinde hält den Standort am Bremer Tor für die städtebaulich sinnvollere Variante, dafür hat sie das Grundstück erworben. Für diese Lösung applaudierten am Ende auch die meisten Besucher. Sie sahen darin unter anderem den Vorteil, dass dem Bahnhof „die Dominanz“ genommen wird. Dass der ZOB mit seinen jetzigen Ausmaßen überdimensioniert ist, bestreitet ohnehin niemand. Auseinander gingen die Meinungen darüber, ob die Busse künftig zwingend zwischen dem Bremer Tor und dessen 70 Stellplätzen verkehren müssen. Die Hotelgäste müssten so einen längeren Fußweg in Kauf nehmen. Grundstücksfragen würden eine andere Gestaltung verhindern, erklärte Giesecke.

Die Verlegung zum Bremer Tor würde den ZOB vom Ortskern abschneiden, kritisierte Horst-Peter Simon. „Der Bahnhof muss in zentraler Lage sein. Die Leute, die aus dem Bus steigen, wollen gerne noch das eine oder andere Geschäft aufsuchen.“ Andere Besucher befürchteten eine zu große Lärmbelästigung für Hotelbesucher oder – wie Dagmar Bischof – für die Anlieger der Bassumer Straße.

Bewohner Michael Schult warb für die Kombination aus der „Hotel-Variante“ und einem Kreisverkehr im Ortskern, was auf die Zustimmung von Rudi Bouillon traf: „Das ist eine Entwicklung auf lange Sicht, da kann man ruhig ein bisschen mehr investieren.“ Tatsächlich klatschten dafür in etwa so viele Besucher wie für die reine „Hotel-Variante“.

Eine Lösung mit zwei gegenüberliegenden Busspuren an der Bremer Straße empfanden viele als eine Trennung zwischen den Flächen auf der Ost- und der Westseite der Hauptverkehrsader. Bei weiteren Alternativen auf der Westseite wäre der Flächenverbrauch zu groß.

Die Politik werde nun über den ZOB-Standort beraten, erklärte Stadtplaner Christian Strauß zum weiteren Vorgehen. Sollte der Bahnhof zum Hotel Bremer Tor rücken, müsse dies neu ins städtebauliche Konzept fließen, da die Freifläche westlich der Bremer Straße dadurch größer werde. „Dazu wird es wieder einen Workshop geben“, kündigte Strauß an. Anschließend eröffne die Gemeinde das Wettbewerbsverfahren für das Nutzungskonzept (wir berichteten).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Schnittvorlage: Tomaten einfach häuten

Schnittvorlage: Tomaten einfach häuten

Meistgelesene Artikel

Polizei Syke fahndet mit Fotos nach zwei Trickbetrügern

Polizei Syke fahndet mit Fotos nach zwei Trickbetrügern

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

Kommentare