Angebote häufig nicht bedarfsgerecht

Kita-Plätze für alle nur in der Theorie

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Fünf Krippenkindern kann die Gemeinde im Kindergartenjahr 2016/2017 keinen Platz bieten. Unser Foto zeigt die Krippe in Varrel.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die gute Nachricht: Durch zusätzliche Halbtagsnachmittagsgruppen in Heiligenrode und Varrel kann die Gemeinde Stuhr rechnerisch allen zum Kindergartenjahr 2016/2017 angemeldeten Sprösslingen einen Platz bieten. Die schlechte: Bedarfsgerecht ist das in vielen Fällen nicht. Fünf Krippenkinder gehen sogar leer aus. Mit der Gruppenbildung in den Kindertagesstätten (Kitas) beschäftigt sich heute Abend ab 18 Uhr der Ausschuss für Jugend, Freizeit und Kultur in Raum 145/146 des Rathauses.

„Bestimmte Angebote gibt es nicht in dem Umfang, wie Eltern sich das wünschen. Und teilweise sind in den Einrichtungen gar nicht genug Plätze für alle Kinder eines Ortsteils vorhanden“, schildert Detlev Gellert, Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Freizeit, die Situation. In der Beschlussvorlage ist von „Härten für bereits betreute Kinder“, von der „teilweisen Unvereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Kindererziehung“ sowie von „Belastungen beim pädagogischen Personal“ die Rede.

Demnach kann die Gemeinde 41 Kinder nicht wohnortnah unterbringen, viele davon kommen laut Gellert aus Seckenhausen. 20 Sprösslinge müssen von einer Vormittags- in eine Nachmittagsgruppe wechseln, sechs von ihnen sogar die Kita. In zwölf Fällen müssen Eltern mit einer kürzeren Betreuungszeit ohne Mittagessen Vorlieb nehmen: bis 12 Uhr statt bis 14 oder 16 Uhr.

Gründe für das Dilemma sind ein Plus von 60 Anmeldungen gegenüber dem laufenden Kindergartenjahr sowie das immer größer werdende Interesse der Eltern an einer längeren oder ganztägigen Betreuung. 582 der 929 und damit 62,65 Prozent der angemeldeten Sprösslinge bleiben über den Vormittag hinaus zum Mittagessen. Folgen: Die Küchenkapazitäten reichen ebenso wenig aus wie der Platz zur Einnahme der Speisen. Die dafür notwendigen Räume gehen zu Lasten des Spätdienstes in Brinkum-Marsstraße, Heiligenrode, Stuhr und Varrel: Die Betreuung von 12 bis 13 Uhr fällt dort aus.

Der unbefriedigenden Betreuungssituation begegnet die Gemeinde auf unterschiedliche Art und Weise. Um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, prüft das Rathaus zurzeit Betreuungsmöglichkeiten in externen Räumen. Termine mit dem Kultusministerium, das über die Betriebserlaubnis entscheidet, sind laut Gellert bereits gemacht. Zudem hat die Gemeinde das Überschreiten der gesetzlichen Gruppenstärken beantragt. Aufgrund des gestiegenen Bedarfs an der Ganztagsbetreuung wandelt die Verwaltung in einigen Einrichtungen bestehende Gruppen in Ganztagsgruppen um beziehungsweise richtet eine aufgelöste Nachmittagsgruppe wieder ein (Varrel). Den Eltern der fünf nicht berücksichtigten Krippenkinder will die Gemeinde Tagespflegepersonen vermitteln.

Auswirkungen auf das Personal bleiben nicht aus. Wegen der höheren Anzahl an Kindern in der Mittagsverpflegung benötigt die Gemeinde mehr Küchenkräfte, wegen der Umwandlung von Halbtags- in Ganztagsgruppen mehr Erzieherinnen. „Wir werden auf jeden Fall Stellen ausschreiben“, sagt Gellert. Wie viele, das lasse sich für einzelne Kitas noch nicht sagen.

• Weitere Themen im Ausschuss: Informationen über die Städtepartnerschaften, Jahresbericht der Bibliothek, Benutzungsgebühren für die Kindertagesstätten.

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