In Stuhr werden die Gewerbeflächen knapp 

Anfrage nach drei Hektar nicht zu bedienen

An der Charlotte-Auerbach-Straße baut die Firma Hollmann International. - Foto: Hapke

Brinkum - Von Andreas Hapke. Im Gewerbegebiet Brinkum-Süd brummt es. An der Charlotte-Auerbach-Straße bauen die Unternehmen Hollmann International und Richard Jagla & Sohn, an der Hertha-Sponer Straße siedelt sich die Bremer Autocenter GmbH an. Ihr unmittelbarer Nachbar ist praktisch gerade eingezogen: die Firma Dark-Parts Motorcycles. Seit März operiert sie vom Standort Brinkum aus.

Der Betrieb hat sich auf Komplettumbauten von Motorrädern der Marke Harley Davidson spezialisiert. „Wir sind keine Werkstatt, sondern veredeln die Maschinen“, sagt Inhaber Ronald Kintrup. Das Design des dafür notwendigen Zubehörs entwickeln er und seine Mitarbeiter selbst. Drei Jahre lang haben sie das am Rodendamm getan, doch dort wurde der Platz zu knapp. Für Kintrup kam es nie in Frage, sich außerhalb Stuhrs ein Grundstück zu suchen: „Die Lage hier, mit der Verbindung nach Hannover, Hamburg, und Oldenburg, ist einfach ideal.“

So sieht es auch ein Mitarbeiter der Firma Hollmann, die mit ihrem internationalen Fahrzeughandel noch an der Arberger Heerstraße in Bremen angesiedelt ist und in Leeste ihre Premium-Fahrzeuge ausstellt, etwa der Marken Lamborghini, Porsche und Land Rover. Die Zusammenlegung der beiden Standorte in der Nähe war dem Unternehmen wichtig, „weil wir in Bremen und im Bremer Umland bekannt sind“, sagt der Mitarbeiter. Für Brinkum habe die gute Anbindung gesprochen. „Für uns ist es gut, wenn wie die Fahrzeuge schnell zum Hafen oder Flughafen bekommen.“

Die Bremer Autocenter GmbH siedelt sich an der Hertha-Sponer Straße an. - Foto: Hapke

Keine Frage: Die gewerblichen Grundstücke in Stuhr sind begehrt – und sie werden knapp. Nicht zuletzt deshalb hatte die Politik schon darüber diskutiert, an welche Betriebe die Gemeinde ihre Flächen verkaufen oder lieber nicht veräußern sollte. Es gibt ein klares Bekenntnis zu heimischen Firmen. Speditionen und Logistikunternehmen aber, so hieß es, bräuchten viel Platz und würden vergleichsweise wenig Arbeitsplätze schaffen.

Diese Diskussion muss Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier zurzeit gar nicht führen. „Bei einer Anfrage nach einer Fläche von drei bis vier Hektar muss ich passen. Das kann ich zurzeit nicht mit kommunalen Grundstücken bedienen“, sagt Wimmelmeier, für den generell gilt: „Auf kommunalen Flächen soll viel Wertschöpfung passieren. Es sollen Arbeitsplätze entstehen, die Betriebe sollen florieren.“

Momentan verfügt die Gemeinde über 0,4 Hektar im Gewerbegebiet Stuhrbaum, 0,2 Hektar im Ellernbruch, ein Hektar in Groß Mackenstedt, 0,5 Hektar in Brinkum-Mitte/Rodendamm und ebenso über 0,5 Hektar in Brinkum-Süd. Dort sehe es zwar so aus, als ob mehr Platz vorhanden sei, sagt Wimmelmeier. „Doch zwei Grundstücke sind bereits verkauft. Das läuft gut voll.“ Im Gegenzug sind am Birkenweg/Delmenhorster Straße und in Brinkum-Nord jeweils zwei Hektar in der Entwicklung. „Es ist ein bisschen was da. Doch wer die vergangenen Jahre verfolgt, der weiß: Es wird schwieriger, Flächen zu erwerben.“

Inwertsetzung alter Flächen ein Schwerpunkt

Weil das so ist, bildet die Inwertsetzung alter Grundstücke eine zentrale Aufgabe für Wimmelmeier. Dies sei die „allerbeste Variante“ und ein Wunsch der Politik. Entsprechend lenke er den Fokus der Grundstücksuchenden auf Gebrauchtimmobilien, sagt der Wirtschaftsförderer. Leerstände nach Wegzug oder Aufgabe eines Betriebs hielten sich sogar in Grenzen. „Doch es muss passen. Immobilien sind schließlich für einen bestimmten Zweck gebaut worden. Das macht nur bei einem geringen Investitionsbedarf Sinn.“

Meistens führten die günstigen Zinskonditionen und die boomende Wirtschaft dazu, dass Firmen neue Grundstücke kaufen wollten. So auch Jagla & Sohn, ein Meisterbetrieb für Kälte und Klimatechnik, der wegen seines gestiegenen Bedarfs an Lagerkapazitäten von der Merkurstraße nach Brinkum-Süd zieht. Das Unternehmen stellt nach Auskunft von Juniorchef Rafael Jagla zum zweiten Mal fest: „Es macht Spaß, in Brinkum zu bauen. Alles funktioniert reibungslos, immer wird einem geholfen.“ Am ursprünglichen Standort des Familienbetriebs sehe das „ganz anders aus“. Die Jaglas waren vor ungefähr 15 Jahren von Bremen nach Brinkum gezogen . . .

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