Gründer und Gerontologin im Fokus

Anerkennung der Arbeit von Pro Dem

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Eberhard Hesse erhält den Ehrenpreis der Deutschen Alzheimergesellschaft. Mit auf dem Bild: Laudatorin Sylvia Kern vom Vorstand des Vereins.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Der Verein Pro Dem hat jetzt überregional gleich zweifach auf sich aufmerksam gemacht: Zum einen durch die Wahl der Gerontologin Lilja Helms als Beisitzerin in den Bundesvorstand der Deutschen Alzheimergesellschaft, so geschehen bei der Delegiertenversammlung in Hannover. Zum anderen durch die Vergabe des Ehrenamtspreises an den Pro-Dem-Ehrenvorsitzenden Dr. Eberhard Hesse beim jüngsten Kongress der Gesellschaft in Weimar.

Voraussetzung für die Auszeichnung ist, dass der Empfänger sich mindestens zehn Jahre zum Thema Demenz engagiert hat. Hesse kümmert sich seit rund 20 Jahren um die Belange der an Demenz erkrankten Menschen und deren Angehörigen. Er ist unter anderem Hauptinitiator der Vereinsgründung im Jahre 2001 und war bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2015 der erste Vorsitzende.

Vorgeschlagen haben den mittlerweile in Boppard (Rheinland-Pfalz) lebenden Hesse seine ehemaligen Weggefährten aus Brinkum. „Das war uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Dagmar Heidtmann, Leitung des administrativen Bereichs bei Pro Dem. „In unserer Region war er Vorreiter und Visionär, der unseren Verein auch über die Grenze Niedersachsens hinaus bekannt gemacht hat.“

Für den Geehrten ist die Deutsche Alzheimergesellschaft „ein respektabler, fabelhafter und vernünftig geleiteter Verein. Deshalb haben wir uns früh dort hineinbegeben“, sagt Hesse. Gleichwohl bedeute ihm die Auszeichnung persönlich nicht so viel. Es gehe ihm eher um die Sache, die da wäre: „sich um die Alzheimerkranken in den Gemeinden Stuhr und Weyhe zu sorgen“.

Sitzt jetzt im Bundesvorstand der Deutschen Alzheimergesellschaft: Lilja Helms.

Hesse sieht sich in der Ausrichtung Pro Dems auf die Familien- und Selbsthilfe bestätigt. Dies sei damals der richtige Schritt gewesen. „Wir haben immer danach gehandelt, Profis, Patienten und Helfer miteinander zu kombinieren“, sagt er. Pro Dem sei eines der ersten Projekte dieser Art in ganz Deutschland gewesen, die sich auf der Basis von Ergebnissen aus der wissenschaftlichen Begleitforschung gegründet hätten.

Die Arbeit des Brinkumer Kollegiums verfolge er immer noch aufmerksam, sagt Hesse. Er führe regelmäßig Telefonate mit dem Team, spreche mit ihm über Inhalte und neue Unternehmungen. „Und ich bin froh, dass ich informiert werde und dazu etwas sagen darf.“ Der Verein habe eine ausgezeichnete Entwicklung genommen. „In dem Sinn, wie wir es angefangen haben, hat es sich auch fortgesetzt und sich dem Zeitgeist angepasst. Da bin ich sehr stolz drauf.“

Hesse ist immer noch in Brinkum gemeldet, eine Rückkehr hält er jedoch für ausgeschlossen: „Wenn Sie am Mittelrhein am Wasser leben, in einem Haus von 1737, das sie selbst wieder hergerichtet haben, dann gehen Sie dort nicht raus.“

Der erste Vorsitzende Pro Dems, Frithjof Troue, wertet die Ehrung Hesses als „Anerkennung für uns und Wertschätzung unserer Arbeit. Das erfahren wir zwar im täglichen Umgang mit unseren Klienten und deren Angehörigen, aber jetzt ist es auch überregional bekannt.“

Gleiches gelte für die Wahl von Lilja Helms in den Bundesvorstand der Deutschen Alzheimergesellschaft. Troue: „Davon erhoffen wir uns weiteren Input. Die Stiftung unterhält enge Kontakte zu den Ministerien in Berlin.“

„Möchte Sprachrohr für die Angehörigen sein“

Lilja Helms ist seit zehn Jahren als Ergotherapeutin und Gerontologin für Pro Dem tätig. Von ihrem Posten als Beisitzerin verspricht sich die 39-Jährige eine Menge: „Ich bin jemand, der an der Front arbeitet; der jeden Tag Kontakt zu Menschen mit Demenz und vor allen mit den pflegenden Angehörigen hat. Ich sehe deren Nöte und möchte ihre Probleme im Vorstand anbringen.“ Sie wolle das „Sprachrohr für die Angehörigen“ sein. Umgekehrt könne sie Neuerungen auf Bundesebene an die Familien weitergeben, etwa was Reformen in der Pflege betrifft.

Bis zu sechs Mal pro Jahr, schätzt sie, muss sie sich auf den Weg zu Vorstandssitzungen in Berlin oder Kassel machen. „Dazu vielleicht noch zwei Termine für die Gremienarbeit. In welchem Ausschuss, weiß ich aber noch nicht.“

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