Von Apfelkompott bis Reissushi

AG der KGS Brinkum kocht bunt 

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Der Kinderkochclub zaubert unter Leitung von Sozialpädagogin Michaela Otterstedt (hinten, Mitte) Fischstäbchen mit Kartoffeln und Gurkensalat auf den Tisch.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Auf der Speisekarte des Kinderkochclubs stehen Fischstäbchen mit Kartoffeln, Dip und Gurkensalat. Ein großer Teil der Kartoffeln ist lilafarben. „Da bin ich kein Fan von, da habe ich eine Sperre“, sagt Hans Schüler vom Team Jugend. „Die runden Scheiben sehen ja aus wie Blutwurst.“ Doch am Ende wird alles so bunt gegessen wie es gekocht wurde, auch von Schüler. Und siehe da: Kartoffeln schmecken sogar, wenn sie lilafarben sind.

Eingeladen hat ihn die Sozialpädagogin Michaela Otterstedt, die seit sechs Jahren den Kochclub als AG im Ganztag der KGS Brinkum betreut. An jedem zweiten Montag begrüßt sie in der Schulküche zwölf Sprösslinge, die aus den Jahrgängen fünf bis sieben aller drei Schulformen kommen. Das Angebot sei bei den Kindern sehr beliebt, sagt Otterstedt. Zu Beginn eines Schuljahrs müsse sie die Plätze verlosen, da es bis zu 30 Bewerber gebe. Scheide ein Schüler zwischendurch aus, rücke ein anderer über die Warteliste nach.

Die Schüler nehmen aus ganz unterschiedlichen Gründen teil. „Sonst hätte mich meine Mutter für Arbeit und Üben angemeldet. Da machen wir Hausaufgaben“, sagt Arda. Dann schon lieber kochen mit der Sozialpädagogin. „Es macht natürlich auch Spaß“, fügt er noch schnell hinzu. Julia hingegen steht auch zu Hause hin und wieder am Herd: „Ich muss manchmal für meine siebenjährige Schwester kochen“, sagt sie. Gelernt habe sie das von ihrer Oma.

Nicht immer nur „Kinderessen“ kochen

Gemeinsam mit Maya brät sie die Fischstäbchen mit dem glutenfreien Paniermehl, weil sich ein Kind glutenfrei ernähren muss. „Das sieht schon entzückend aus“, lobt Otterstedt.

Die Sozialarbeiterin hat nach eigener Auskunft erst während ihres Studiums mit dem Kochen begonnen. Inzwischen verfüge sie über „Wände voller Kochbücher.“ Entsprechend groß ist der Fundus an Rezepten, aus dem sie schöpfen kann. „Ich koche gerne. Wenn ich in den Urlaub fahre, brauche ich eine Ferienwohnung, damit ich auch dort kochen kann.“

Was in der Schulküche auf den Tisch kommt, bestimmt sie. „Ich diskutiere doch nicht mit zwölf Kindern über die Gerichte“, begründet sie. Vor allem wolle sie nicht immer nur „Kinderessen“ zubereiten, was diesmal gar kein Problem sei. „Das ist eine sehr aufgeschlossene Gruppe. Wir haben hier auch schon mal Marmelade eingekocht, damit die Schüler sehen, wie das funktioniert.“ Maya und Julia berichten von Milchreissushi, das es mal zum Nachtisch gegeben habe. Apfelkompott und Kürbissuppe hätten ihnen am besten gefallen.

„Nur wer aufgeräumt hat, darf nach Hause“

„Was wir hier zubereiten, machen die Kinder zu Hause nach und verwöhnen damit ihre Eltern“, sagt Otterstedt. „Die aufwendigen Sachen koche ich nur mit meiner Mutter, allein mache ich mir höchstens Rührei“, schränkt Maya ein. Julia hat es daheim schon mit amerikanischen Pfannkuchen probiert. „Das war nicht schwierig. Nur das Aufräumen hat allein nicht so viel Spaß gemacht.“

In der Gruppe sieht das anders aus. Alle sind nach dem Essen eifrig dabei, von Arda und Sean mal abgesehen. Die beiden wollen unbedingt die letzten Reste des Gurkensalats vertilgen. Wenn es eine Taktik ist, dann eine, die bei Otterstedt nicht funktioniert. „Die beiden können da ruhig verschimmeln“, sagt sie. „Nur wer aufgeräumt hat, darf nach Hause.“

Immer wieder ist die Sozialpädagogin überrascht vom Ergebnis der fast dreistündigen AG: „Es gibt ein Rezept und vier Gruppen, die es umsetzen. Heraus kommen vier vollkommen unterschiedliche Suppen“, sagt sie und fügt lachend hinzu. „Wenn ich alles zusammenkippe, schmeckt es am besten.“

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