Mit Talent und Kreativität am Werk

Bei Manfred Stark fing alles mit einer hölzernen Eule an

+
Manfred Stark aus Brinkum hat bereits zahlreiche Figuren geschnitzt, darunter auch diese Weihnachtskrippe aus Lindenholz.

Brinkum - Von Rainer Jysch. Auf dem Brinkumer Adventsmarkt hatte Hobbyschnitzer Manfred Stark hölzernen Krippenfiguren präsentiert. Das sind jedoch nicht die einzigen Werke, die der 73-Jährige bisher geschaffen hat. Eine ganze Reihe von plastischen Objekten hat er in den vergangenen Jahren „aus dem Holz befreit“.

Insbesondere Abbildungen von Tieren haben es ihm angetan. Die rund 20 Figuren umfassende Krippe mit Maria, Josef und dem Jesuskind sowie Hirten, Schafen, Widder, Ochs, Esel, Dromedar und – nicht zuletzt – den Heiligen Drei Königen bildeten bereits vor zwei Jahren in der Brinkumer Kirche einen hübschen Blickfang als „Weihnachtsgeschichte zum Anfassen“.

Mit der traditionsreichen Kunst des Schnitzens hatte Manfred Stark schon vor Beginn seines Rentnerdaseins begonnen. Der frühere Mitarbeiter beim Jugendamt in Bremen wusste beizeiten, sich für die Phase nach dem Berufsleben ein Hobby zuzulegen. „Ich wollte schon immer gerne einmal eine Eule aus Holz haben“, verrät er seinen sehnlichen Wunsch von damals. Kaufen kam für ihn nicht in Frage. 

Also blieb dem handwerklich begabten Pensionär nur das Selbermachen. Mit dem Taschenmesser konnte er beim Schnitzen schon umgehen. „Das Ergebnis entsprach aber nicht meinen Vorstellungen“.

Kursus an der VHS besucht

Zufällig hatte er in der Zeitung gelesen, dass bei der Volkshochschule in Leeste freie Plätze in einem Schnitzkurs angeboten wurden. „Am Anfang waren wir vor allem ältere Männer. Jetzt sind auch Frauen im Kurs mit dabei“, berichtet Stark.

Der Erfahrungsaustausch und Anregungen für neue Ideen stehen bei den Treffen heute im Vordergrund. Tipps und Tricks machen dann die Runde. „Es macht mir einfach Spaß, Kreatives zu schaffen“, versichert der Brinkumer. „Holz ist ein sehr schöner Werkstoff.“

Vor allem Lindenholz kommt bei den Schnitzern gut an, weil es sich mit den rasierklingenscharfen Messern, Hohl- und Stechbeiteln gut bearbeiten lässt. Auch die Zirbelkiefer, ein insbesondere im Alpenraum beheimatetes frosthartes Gewächs, ist bei den Schnitzern gefragt. Das Material zeichnet sich neben der tollen Maserung durch seinen angenehmen Duft aus.

„Man entwickelt sich ja weiter“

„Ziemlich früh habe ich dann angefangen, Krippenfiguren zu schnitzen“, erinnert sich Stark und weist auf das Figurenensemble vor sich, das vor 15 Jahren entstanden ist. „Eigentlich war das zu früh. Meine Fertigkeiten waren damals noch nicht so wie heute“, sagt er selbstkritisch. „Man entwickelt sich ja weiter.“

Etwa zwei Tage arbeitet er an einer Figur, die ein Schaf darstellt. Manches dauert auch länger. „Wenn ich Pech habe, geht die Figur während der Arbeit kaputt. Passieren kann es auch, dass man etwas verschlimmbessert“, erklärt Stark. „Man denkt: noch ein bisschen und noch ein bisschen, und setzt dann das Messer falsch an. Was weg ist, ist weg. Ich habe aber mit der Zeit gelernt, mir das Werkstück immer wieder prüfend anzuschauen, damit ich nicht zu viel wegschnitze.“

Viele Kunstwerke verschenkt er

Lustige Gesellen und grazile Damenkörper, verschiedene Vogelarten, Eichhörnchen, Fische, Katzen, Schlangen, Enten, Giraffen und Elefanten zählen zu den hölzernen Unikaten, die im Lauf der Jahre unter Manfred Starks Händen entstanden sind. Viele Kunstwerke hat er im Familienkreis verschenkt.

Größere Exponate bevölkern im Sommer den Garten von Karin und Manfred Stark in Brinkum. Neben kompletten Krippen und anderen sehenswerten Figuren, die der Ruheständler bisher geschnitzt hat, befinden sich besonders viele Eulen in verschiedenen Größen und Holzarten. „Ich weiß gar nicht, wie viele das inzwischen sind“, sagt er und lacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Trump und Putin wagen verkrampften Versuch des Neuanfangs

Trump und Putin wagen verkrampften Versuch des Neuanfangs

Flächenbrand in der Lindloge zwischen Diepholz und Vechta

Flächenbrand in der Lindloge zwischen Diepholz und Vechta

Fahren E-Autos wirklich anders als "normale" Autos?

Fahren E-Autos wirklich anders als "normale" Autos?

Scheunenbrand in Sage

Scheunenbrand in Sage

Meistgelesene Artikel

Twistringen hat einen neuen König: Dieter Kathmann erzielt 20 Ringe

Twistringen hat einen neuen König: Dieter Kathmann erzielt 20 Ringe

Vom Line-up bis zum Wetter: Beim 23. Neuenkirchener Open Air stimmt alles

Vom Line-up bis zum Wetter: Beim 23. Neuenkirchener Open Air stimmt alles

Twistringer Schützenkommers feiert Glückspilz Kathmann

Twistringer Schützenkommers feiert Glückspilz Kathmann

Schwerer Raubüberfall in Rehden: Vermummte Täter fesseln Bewohner

Schwerer Raubüberfall in Rehden: Vermummte Täter fesseln Bewohner

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.