Aktivisten prangern Geschäftsbeziehungen der Firma D+S Montage mit Wiesenhof an

Friedliche Demo der Tierschützer

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Die „Kampagne gegen Tierfabriken“ während ihres gestrigen Protests.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Die Aktivisten trudeln nach und nach ein. Am Ende sind es rund 30 Mitglieder der „Kampagne gegen Tierfabriken“, die sich vor der Firma D+S Montage an der Ernst-Abbe-Straße in Brinkum versammeln. Sie demonstrieren gegen die Beteiligung des Unternehmens am geplanten Neubau eines Schlachtbetriebs der Firma Wiesenhof in Wietzen-Holte. Damit wird Wiesenhof die Zahl der dort zerlegten Hühner von 140000 auf 250000 pro Tag steigern.

Diesen Umstand hatte die Kampagne bereits vor einem Jahr angeprangert, ihr Vorgehen hatte großes Aufsehen erregt (wir berichteten). Damals musste die Polizei unter anderem zwei Tierschützer losflexen, die in das Firmengebäude eingedrungen waren und sich mit Bügelschlössern am Mobiliar befestigt hatten. In dieser Sache ist beim Amtsgericht Syke noch ein Berufungsverfahren anhängig. Die beiden Aktivisten waren wegen Hausfriedensbruchs verklagt worden.

Diesmal lief alles friedlich ab. Die Tierschützer ließen sogar freiwillig die Hälfte des Firmentors frei – eine von mehreren Auflagen der Polizei, die sich mit 35 Beamten auf die Demonstration vorbereitet hatte, darunter 25 Kräfte der Oldenburger Bereitschaft.

„Wir wollen zeigen, dass der Protest nicht aufhört“, erklärte Kampagnenmitglied André M., der die Versammlung angemeldet und geleitet hatte. „Wir werden von den Mitarbeitern gehört sowie von den umliegenden Firmen und vorbeikommenden Menschen wahrgenommen.“

Die Aktion solle auch Solidarität mit den angeklagten Mitstreitern zum Ausdruck bringen.

Mit Kreide malten die Protestler Sprüche wie „Wer vom Tiermord profitiert, dem sei die Pleite garantiert“ auf die Straße. Sie hielten Plakate mit der Aufschrift „Tiere, Umwelt, Menschen sind kein Kapital“ hoch und sangen „D+S ist schuldig, D+S macht mit, auf Kosten der Tiere ein Mordsprofit“. In ihrer Ansprache forderte die Kampagne die Firma auf, „Abstand von den Geschäftsbeziehzungen mit Wiesenhof“ zu nehmen.

„Wir haben das ein wenig gehört“, sagte auf Nachfrage dieser Zeitung Geschäftsführer Daniel Lampe, der zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen wollte. Nur soviel: „Wir sind uns bewusst, was wir machen, und müssen uns damit auseinandersetzen.“

Laut Jörg Berg-Moch vom Polizeikommissariat Weyhe haben „beide Seiten erreicht, was sie wollten: Die Tierschützer haben sich Gehör verschafft, und wir mussten nicht eingreifen“.

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