Aktion sichert Überleben der Eichen

130 Buchen in Heiligenrode vor dem Aus

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Förster Heinz-Dieter Tegtmeier (r.) erklärt den Heiligenrodern, warum das Fällen von 130 Buchen eine notwendige Maßnahme für den Erhalt der Eichen ist.

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. Im Klosterholz in Heiligenrode sollen in den kommenden Jahren rund 130 Buchen weichen. Warum das so ist, hat Heinz-Dieter Tegtmeier, Leiter der Revierförsterei Syke, gestern Nachmittag interessierten Bewohnern erklärt. Sie waren auf Einladung des Heimatvereins zum Feuerwehrhaus gekommen, von wo aus Tegtmeier sie mit in den Wald nahm.

Das Klosterholz mit seinen bis zu 200 Jahre alten Eichen nennt Tegtmeier einen besonderen Wald. Dieses Alter sei noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Ein russisches Sprichwort besage, dass eine Eiche 300 Jahre wachse, 300 Jahre lebe und 300 Jahre sterbe. Dafür müsse aber alles gut gehen. Starke Konkurrenten wie die Buche könnten der Eiche gefährlich werden. Und genau das ist im Klosterholz der Fall.

13 der 26 Hektar großen Waldfläche weisen einen Bestand mit 150 bis 200 Jahre alten Eichen auf, oft gemischt mit Buchen. „Das soll auch so bleiben“, sagt Tegtmeier und beschreibt seine Aufgabe als Förster wie folgt: „Die Buche in Schach halten und so die Überlebensmöglichkeit der Eiche gewährleisten.“ In Schach halten heißt: pro Hektar rund zehn vorwüchsige und starke Buchen fällen, insgesamt also knapp 130. Den Zeitraum für diese Durchforstung beziffert er auf „sechs bis acht Jahre, vielleicht auch zehn“. Der Startschuss soll im Januar oder Februar kommenden Jahres fallen.

Die Buche sei eine dienende Baumart, erklärt Tegtmeier. Einerseits solle sie die Eichenstämme vor zu viel Sonne schützen, andererseits nicht in die gleichen Kronenschicht vorstoßen wie die Eiche, denn dann würde sie ihr das Licht nehmen. „Buchen sind in der Lage, riesige Kronen zu bilden. Dies würde zum Absterben der Eichen führen“, sagt Tegtmeier. Deshalb sollten Buchen im Zwischen- und Unterstand wachsen.

Auf Böden wie in Heiligenrode allerdings – lehmige Sande in der Ober-schicht und sogenannte Geschiebesande darunter – schießt die Buche laut Tegtmeier gerne in die Höhe. Außerdem sage ihr das hiesige Klima zu. „Die Eiche steht hier in einer Umgebung, wo die Buche im Optimum ist“, fasst der Förster zusammen. Da seien Konflikte programmiert.

Tegtmeier führt die Bewohner zu einer Buche, die in der Mitte dreier Eichen steht. „Sie wächst zwischen den Eichenkronen in den Lichtschacht und überschirmt dann ihre Konkurrenten. In zehn bis 15 Jahren wird das dramatisch.“ Ein klarer Kandidat also für die Fällaktion – anders als ein markantes Buchenpärchen, das zwar außerordentlich ausladende Kronen aufweist, wegen seiner als Nistplätze dienenden Hohlräume aber verschont bleibt.

Das Nutzholz der gefällten Buchen wird bei guter Qualität zur Möbelherstellung verwendet, ansonsten für die Herstellung von Paletten. Auch wenn sich damit etwas verdienen lasse: Bei der Fällung geht es laut Tegtmeier nicht darum, der Gemeinde als Eigentümer des Waldes „Geld zukommen zu lassen“.

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