Angebot von Firma Medicon Solution

Abstrich durchs Autofenster: Corona-Tests auf dem Busbetriebshof in Stuhr-Seckenhausen

Zwei Männer und ein Hund schauen aus Fenstern eines Containers.
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Blick aus dem Container, in dem ab heute Mitarbeiter der Firma Medicon Solution arbeiten: Heiko Blank (l.), Frank Cordes und Labrador Monthy.

Obwohl das Reisegeschäft zurzeit darniederliegt, dürfte es auf dem Gelände des Busbetriebshofs Sausner am Handelshof in Seckenhausen ab heute lebhafter werden. Die Firma Medicon Solution eröffnet dort eine ihrer beiden Corona-Teststationen in Stuhr. Die zweite befindet sich im Vereinsheim des FTSV Jahn Brinkum an der Langenstraße.

Seckenhausen – Die Gemeinde Stuhr hat zwei weitere Corona-Teststationen, eingerichtet von der Firma Medicon Solution mit Sitz in Achim: zum einen den Drive-in auf dem Gelände des Omnibusbetriebs Sausner-Reisen am Handelshof 19 in Seckenhausen, zum anderen die Vereinsgaststätte Brock’s Haus des FTSV Jahn Brinkum an der Langenstraße 52. Beide Stationen öffnen am heutigen Montag.

Nach Auskunft von Mohamad Mohamed, der für die Stuhrer Testzentren zuständig ist, sind beide Standorte an allen sieben Wochentagen geöffnet. Den Drive-in können Autofahrer montags bis samstags von 7 bis 19 Uhr ansteuern, beim FTSV Jahn stehen die Mitarbeiter zwischen 9 und 20 Uhr zur Verfügung. Sonntags testen beide Stationen von 10 bis 18 Uhr.

In Seckenhausen nehmen die Mitarbeiter den Abstrich durch die Autoscheibe hindurch. „Das dauert zwei Minuten“, sagt Mohamad Mohamed. Ihren Termin müssen die Kunden online unter https://mediconsolution.com/registrierung/testzentren reservieren. „Oder sie lesen vor Ort einen QR-Code ein“, sagt Mohamad Mohamed.

Mobile Teststationen geplant

Seiner Auskunft nach verfügt die Firma über zehn Mitarbeiter, die flexibel in den Testzentren eingesetzt werden können. Jeweils zwei werden es in Seckenhausen und Brinkum sein. Weitere geplante Standorte sind Lilienthal, Rethem, Zeven, Scheeßel und Bremen. Zudem richtet die Firma eine mobile Teststation in einem Bus ein. Insgesamt könnten es sogar vier Busse werden, die man für Veranstaltungen buchen kann. Im vergangenen Jahr hatte Medicon Solution nach eigenen Angaben mehrere Teststationen im Kreis Verden unterhalten.

„Wir schauen jetzt erst mal, wie die Nachfrage ist“, sagt Mohamad Mohamed. Möglicherweise müsse die Öffnungszeit in Seckenhausen noch nach hinten verlegt werden. Auf jeden Fall hoffen Mohamad Mohamed und sein Geschäftspartner Mert Yüksel, mit der frühen Öffnungszeit am Handelshof jene Berufspendler abzugreifen, die den negativen Test als Nachweis bei ihrem Arbeitgeber benötigen.

Auch Sausner-Chef Frank Cordes glaubt an die Nachfrage von Pendlern auf der Bundesstraße 322 zwischen Weyhe und Delmenhorst. Außerdem könne die Teststation auf Resonanz im Gewerbegebiet Handelshof stoßen. „Die Firmen müssen schließlich auch hier die 3G-Regelung einhalten.“

„2Gplus für uns und die Fahrgäste zuviel Aufwand“

Der Kontakt zur Firma Medicon Solution entstand über einen Artikel in der Kreiszeitung, auf den Heiko Blank stieß. Er ist Leiter des zu Sausner gehörenden Reise-Centers in Kirchweyhe und vermittelte die nach einem Standort suchenden Achimer an Cordes. „Wir haben hier die Fläche, und zurzeit ist im Busbetrieb ja nicht ganz so viel los“, stellt Cordes fest.

Die Sausner-Busse fahren aktuell nur noch Sportler zu ihren Wettkämpfen, etwa die Jugend- und Frauen-Mannschaften des SV Werder Bremen und diverse Handballteams. Eine Anfrage gebe es auch für den Transport von Mannschaften bei der Weltmeisterschaft der Lateinformationen am 18. Dezember in der Bremer Stadthalle.

Veranstaltungsreisen bietet Cordes zurzeit nicht an. „2Gplus bedeutet für uns und für unsere Fahrgäste einen viel zu großen Aufwand“, begründet Cordes. „Außerdem gehen uns die Ziele aus“, fügt er hinzu und nennt die abgesagten Weihnachtsmärkte in Lüneburg und Oldenburg als Beispiele – früher feste Termine von Sausner-Fahrten.

Mitarbeiter sind treu geblieben

Soeben habe er eine E-Mail erhalten, die ihn veranlasst habe, seine Silvesterfahrt nach Ulm abzuschreiben. „Tanzveranstaltungen sind in Baden-Württemberg nicht erlaubt. Da brauche ich gar nicht losfahren.“

Immerhin: Seine Mitarbeiter – vier Fahrer und drei Bürokräfte – seien ihm treu geblieben, auch wenn sie durch Kurzarbeit wegen der Steuerrückzahlung doppelt bestraft seien. Im Büro Blanks sind ebenfalls alle drei Mitarbeiter und die Auszubildende noch da. Beide wissen aber von Kollegen, dass es auch anders geht. Und dann neue Arbeitnehmer zu bekommen, sei extrem schwierig.

Was bleibt, ist ein optimistischer Blick in die Zukunft. „Für 2022 haben wir noch nichts abgesagt. Wir gehen davon aus, dass alles stattfinden kann“, sagt Cordes. „Und wenn wir wieder unterwegs sind, dann können sich meine Fahrer und die Fahrgäste gleich hier testen lassen.“

Von Andreas Hapke

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