„Wir stehen hier mit großen Träumen und Vorstellungen“

Abiturfeier der KGS Brinkum

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In freudiger Erwartung ihrer Abiturzeugnisse verfolgen die Schulabgänger die Grußworte.

Varrel - Von Andreas Hapke. Michael Triebs, Leiter der KGS Brinkum, lernt mit jeder Abiturfeier dazu. Erkenntnis 2017: Er werde im Fernsehen weiter Nachrichten, Fußball, Formel 1 und MotoGP gucken, sagte er am Nachmittag während des Festakts in der Varreler Gutsscheune. Sein Abstecher zu „How I met your Mother“ bleibt eine einmalige Angelegenheit und war nur dem an die US-Serie angelehnten Motto der Abiturienten geschuldet: „It was legen – wait for it – dary“.

Als legendär wird Triebs vielleicht in Erinnerung bleiben, dass ihm die Schüler am Chaos-Tag sämtliche Scheiben mit Tageszeitungen zugepflastert hatten und er nicht mehr hinaussehen konnte. Oder dass drei Schüler ihr Abitur mit der Note 1,0 bauten. Überhaupt stand auf 28 Zeugnissen eine Eins vor dem Komma, insgesamt schafften 143 von 152 Kandidaten ihre Prüfung. Und das in einem laut Triebs schwierigen Schuljahr, das geprägt war von den länderübergreifenden Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch sowie der wegen des frühen Ferienbeginns knappen Zeit, die Klausuren zu korrigieren.

Der Leistungsbegriff kann lähmen, muss es aber nicht tun

Es werde auch künftig um Leistung gehen, sagte Triebs und empfahl den Schulabgängern, diesen Begriff nicht zu negativ zu sehen. Das könne lähmen und zu Resignation führen. Leistung sei vielmehr sinngebend. „Ich muss nicht immer der Beste sein und auf jedem Gebiet Höchstleistungen zeigen“, sagte Triebs. „Findet heraus, was euch interessiert, und dann entscheidet euch für einen Weg.“

Die Selbstverständlichkeit im Tagesablauf sei erst einmal weg, stellte Bürgermeister Niels Thomsen fest. Das bedeute, sich den Stundenplan selbst machen zu müssen. „Wir alle brauchen gut ausgebildete Kräfte, damit wir als Gemeinwesen im Wettbewerb bestehen können“, sagte Thomsen. Mehr denn je benötige die Gesellschaft aber auch Menschen, die für sich und andere Verantwortung übernehmen. „Ich wünsche mir, dass sie sich engagieren, um unsere Welt zu gestalten. Bewahren Sie sich Ihre Neugier, Ihren Schwung und Ihre Kreativität aus dem Chaos-Tag.“ Er selbst habe sich als Schulabgänger nicht zugetraut, Dinge zu gestalten. „Lassen Sie auch Zweifel an sich zu, lassen Sie Ihre Persönlichkeit sich daran entwickeln.“

„Das Hotel Mama schließt“

Josef Fittkau, didaktischer Leiter der Lise-Meitner-Schule, freute sich vor allem für seine ehemaligen Schützlinge, die für das Abi von Moordeich nach Brinkum gewechselt waren. „Lassen Sie Ihre Anlagen leuchten“, rief er den Schülern zu.

Dass die Lehrkräfte alles getan hätten, „um Eure Persönlichkeit zu fördern und Euch auf das Leben vorzubereiten“, betonte die Elternratsvorsitzende Gabriele Feldt. „Das Hotel Mama schließt. Neue Wege tun sich auf.“

Wie schon ihre Vorredner erinnerte Abiturientin Pia Husmann an den Moment, als die damaligen Fünftklässler erstmals die KGS betreten hatten: „Alles war so groß, man selbst so klein“ Ihre Rückschau beinhaltete nicht nur die Widrigkeiten des Büffelns, sondern auch des Lebens auf einer Baustelle. „Zwei Jahre pendelten zwischen den Gebäuden an der Feldstraße und am Brunnenweg. Egal ob im strömenden Regen oder im kalten Winter.“ Oft hätten die Schüler mit Jacken in kalten Räumen gesessen. „Jetzt stehen wir hier mit großen Träumen und Vorstellungen“, sagte Pia Husmann. „Wir sind jetzt groß, aber wir werden uns bald wieder klein fühlen, wie damals.“

Die Abi-Band sorgte mit Stücken wie „Supermassive Black Hole“ und „Uptown Funk“ für Auflockerung.

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