Kadaver-Beseitigung

1404 Rehe im abgelaufenen Jagdjahr im Kreis Diepholz totgefahren

Eine Herde Rehe in der Nacht.
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Am Rande der Lebensgefahr: Eine Herde Rehe kreuzt des Nachts über Stock und Stein.

Landkreis – Straßen bringen viele Pendler zur Arbeit, und manche Tiere in den Tod. Rehe, Igel, Füchse, Vögel: immer wieder kommt die heimische Fauna im Landkreis Diepholz unter die Räder. Allein 1 404 überfahrene Rehe zählt der Landkreis im abgelaufenen Jagdjahr, 1. April bis 31. März. Insgesamt sind es sogar 2746 Tiere, alle Arten zusammengenommen. Das berichtet Meike Zum Vohrde vom Büro des Landrats.

Dazu kommen 144 Rehe, die aus anderen Gründe verstorben sind. Schwarzwild starb im selben Zeitraum in 28 Fällen durch den Verkehr und siebenmal aus sonstigen Gründen, wie der Landkreis auf Anfrage dieser Zeitung auflistet. Damwild: 31-mal Verkehr und 11-mal sonstige Gründe. Für Niederwild werde nicht zwischen Verkehrsunfällen und sonstigen Todesursachen, beispielsweise Krankheit, unterschieden. Dort zählt Diepholz größtenteils Feldhasen (469), Fasane (124) und Füchse (119), die durch Mitarbeiter tot aufgefunden wurden.

Im Falle eines Unfalls zwischen motorisierten Kräften und Haarwild, so nennt Jäger und Hegeringsleiter Hayo Wilken vom Verein Jägerschaft Syke Dachse, Füchse oder Hasen, rief in 95 Prozent aller Fälle die Polizei den zuständigen Jagdpächter. „Bei den Beamten sind Listen mit den richtigen Ansprechpersonen hinterlegt.“ Und das ist auch notwendig. Denn Jagdpächter gibt es eine Menge im Kreis. Allein 17 sind für das Gebiet Weyhe/Stuhr registriert.

Jäger bei Wildunfällen rund um die Uhr erreichbar

Die Jäger sind rund um die Uhr erreichbar und kommen zum Unfallort. Dort nehmen sie den Schaden mit dem Wild auf und bescheinigen das dem Betroffenen. Wichtig ist das für die Kraftfahrzeug-Versicherung. Damit bekommt der Fahrzeug-Eigentümer den Schaden reguliert, schildert Wilken.

„Man hat keine Nachteile zu befürchten“, betont Wilken. Er rät dazu, einen Wildunfall immer zu melden. „Im Zweifel bei einem Unfall immer die 110 wählen“, so der Hegeringleiter. Viele würden nach einem Zusammenstoß weiterfahren, wohl aus Verunsicherung oder Angst, spekuliert er.

Es gehe auch darum, das Wild zu erlösen, falls es den Zusammenstoß schwer verletzt überlebt haben sollte. „Im Zuge des Tierschutzes soll das Tier nicht leiden“, sagt der Hegeringsleiter. „Manche nennen es totschießen, aber wie soll es anders gehen?“, fragt Wilken.

Schließlich wird das tote Tier professionell entsorgt. Eine Verwertung von Teilen des Kadavers findet nicht statt, sagt Wilken. Für die Entsorgung ist die Jägerschaft zuständig. Sie organisiert und bezahlt die fachgerechte Vernichtung. Dafür habe der Landkreis der Jägerschaft laut Wilken bereits vor mehr als zehn Jahren die Jagdsteuer erlassen.

Die Tiere sind gerade kopflos unterwegs. Zur Zeit ist Brunft.

Hayo Wilken, Hegeringsleiter Jägerschaft

Überfahrene Tiere wie Igel, Katzen und Vögel, würden aber auch vom Bauhof der Gemeinden entfernt, andere teilweise von Bürgern oder Anwohnern selbst. Lediglich bei größerem Haarwild komme die Kreisjägerschaft zum Tragen, ordnet Marc Plitzko, Umweltbeauftragter der Gemeinde Stuhr, die Lage ein.

Die Gemeinde Stuhr erhebe keine Unfallzahlen mit Wild oder anderen Tieren auf Straßen, heißt es. Ebenso habe der Baubetriebshof keine konkreten Zahlen.

Auch die Gemeinde Syke kümmert sich, so sie informiert wird, darum, dass überfahrene Tiere abgeholt werden, so Dennis Stratmann, Leiter des Bauhofs. „Es werden keine Listen darüber geführt, da es zum Glück nicht so häufig ist.“ Größere Tiere, wie Füchse und Hasen, würden an den jeweiligen Jagdpächter zur Entsorgung übergeben oder von denen abgeholt. Katzen, Igel und so weiter würden direkt dem Abdecker (Tierkörperbeseitiger) übergeben.

Firma „Rendac“ auf Entsorgung und Vernichtung von Kadavern spezialisiert

An dem Punkt wird das Unternehmen „Rendac“ aus Rotenburg/Wümme aktiv. Der Spezialbetrieb ist auf die fachgerechte Entsorgung und Vernichtung von tierischem Restmaterial, wie eben Kadavern von Wildunfällen, ausgerichtet. Daneben vernichtet der Betrieb zudem verdorbene Materialien, Chargen mit Produktionsfehlern, abgelaufenen Haltbarkeitsdaten, vom Zoll sichergestellte Materialien oder Rohstoffe tierischen Ursprungs.

Das Gesetz zur Tierkörperbeseitigung regelt, wie Tierkörper und tierisches Restmaterial vernichtet werden müssen. Darüber hinaus legt das Gesetz fest, dass Kadaver nur durch einen Betrieb zur Tierkörperbeseitigung vernichtet werden dürfen.

Damit es aber gar nicht erst zu Wildunfällen kommt, warnt Jägermeister Wilkens, dass es im Frühjahr und Herbst besonders oft zu Unfällen kommt. In Stuhr und Weyhe gebe es viele kreuzende Bundesstraßen. Der Hegeringsleiter kennt die wiederkehrenden Wanderrouten der Tiere und wo es regelmäßig zu Wildunfällen kommt. „Die Tiere sind gerade kopflos unterwegs. Gerade ist Brunft“, sagt er, und rät zu allgemeiner Vorsicht bei Sonnenauf- und -untergang.

Erfahrungswerte: Hier knallt es besonders oft

Seit fast 40 Jahren im Geschäft: Jäger Hayo Wilken. Er weiß, wo es im Diepholzer Nordkreis besonders oft zu Wildunfällen kommt. „Die Tiere haben wiederkehrende, feste Routen.“

- Ein Schwerpunkt liegt an der B322, von Groß Mackenstedt nach Seckenhausen, kurz vor dem Gewerbegebiet.

- Auf der B439 (Heiligenroder Straße) in Höhe Wildeshauser Straße. Dort befindet sich ein Waldgebiet.

- Quasi die gesamte Wildeshauser Straße Richtung Kirchseelte. Aus dem Wald wechseln die Tiere Richtung Feld.

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