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Wenn der Stuhrer Ratssaal zum Jazzclub wird

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Von: Andreas Hapke

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Charmante Klangkompositionen: das Duo Golden Green.
Charmante Klangkompositionen: das Duo Golden Green. © Hieronymus Rönneper

Das 22. Stuhrer Jazzfest im Jahr 2022 – diese Konstellation ist einfach zu schön, um die Veranstaltung ausfallen zu lassen. Und so geht das im Januar noch verlegte Stuhrer Jazzfest nun vom 5. bis 8. Mai über die Bühne.

Das traditionell für Januar geplante Festival war nach 2021 bereits zum zweiten Mal coronabedingt abgesagt. Doch dann entschieden sich die Organisatoren kurzerhand für eine Verlegung ins Frühjahr. Nun hoffen sie, dass sich der Ratssaal vom 5. bis 8. Mai endlich wieder in einen Jazzclub verwandelt.

Der musikalische Leiter Jens Schöwing spricht vom „spannendsten Festival aller Zeiten. Wir sind mit sehr viel Enthusiasmus in die Sache reingegangen und konnten das Programm von den Wochentagen her so legen, dass jede Band und jeder Künstler, die wir für Januar gebucht hatten, auch diesmal kann.“

Kreismusikschule als Kooperationspartner

Den Auftakt und den Abschluss bestreitet wieder die Kreismusikschule, die Kooperationspartner der Veranstaltung ist. „Die Musiker sind heiß darauf, zu spielen“, sagt Schöwing. Der Musikunterricht sei häufig online erfolgt. Dies sei eine gute Ersatzlösung, ersetze aber nicht eins zu eins den Live-Unterricht. „Die Musiker sind jedenfalls froh, ihr Können wieder vor Publikum zu zeigen“, so Schöwing.

Am Donnerstag, 5. Mai, 19 Uhr, treten vorwiegend junge Ensembles auf, während am Sonntag, 8. Mai, 11 Uhr, mit Mo’ Jazz & Horns erfahrenere Musiker auf der Bühne stehen. Die Band wird unter anderem von Jens Schöwing geleitet. Die Musikschule Bremen ist als Gast mit im Boot.

Classic Jazz & Vocal Jazz

Für die Hauptabende, die um 20 Uhr beginnen, kristallisieren sich laut Schöwing zwei Richtungen heraus: Classic Jazz und Vocal Jazz, für die Schöwing jeweils zwei Combos verpflichtet hat. In einer spielt er sogar selbst: Das Quartett Blue Note Bach stellt am Freitag, 5. Mai, Stücke seiner aktuellen CD „Psalm“ vor, die neben Eigenkompositionen auch Werke von Martin Luther und Psalmen des Genfer Psalters enthält. „Bach hat früher Schriften von Luther vertont“, erklärt Schöwing. „Das machen wir auch.“

Nach Ansicht des musikalischen Leiters Jens Schöwing „eine der herausragendsten Sängerinnen der vergangenen 20 Jahre“ im Jazz: Romy Camerun.
Nach Ansicht des musikalischen Leiters Jens Schöwing „eine der herausragendsten Sängerinnen der vergangenen 20 Jahre“ im Jazz: Romy Camerun. © Agentur

Ebenfalls am Freitag erleben die Besucher laut Schöwing „eine der herausragendsten Sängerinnen der vergangenen 20 Jahre“ im Jazz: Romy Camerun. Sie sei maßgeblich vom amerikanischen Jazz geprägt, ihr vom Blues beeinflusster Gesang sei charakteristisch.

Mit Marcello Albrecht am E-Bass und Oliver Spanuth am Schlagzeug präsentiert Romy Camerun laut Mitteilung ein vielseitiges Programm von eigenen Kompositionen bis zu Al Jarreau-Songs, von groovigen Stücken George Dukes bis hin zu Balladen von Nina Simone.

Verbindung von Jazz, Klassik und Rock

Beethoven ist der Ausgangspunkt für die Klänge des Marcus Schinkel Trios, das am Samstag, 7. Mai, auf der Bühne des Ratssaals steht. Die Band stammt, wie Beethoven selbst, aus Bonn. „Ich hatte sie schon für 2021 gebucht, weil es das Beethoven-Jahr war“, berichtet Schöwing. „Die Verbindung von Jazz, Klassik und Rock mit einem innovativen Sound zwischen Konzertflügel und Synthesizer“ mache die Gruppe aus, heißt es in der Pressemitteilung. „Als hätten sich Keith Jarrett und Keith Emerson zu einem pianistischen Rendezvous getroffen.“

Als „tolles Projekt mit charmanten Klangkompositionen“ bezeichnet Schöwing das Duo Golden Green, bestehend aus der lettischen Sängerin Kristine Cirule und dem deutschen Bassisten Michael Bohn. Ihre Musik wird zwischen Singer-Songwriter und Jazz verortet. Für Schöwing kommt sie als „kammermusikalischer Jazz“ daher. Er muss es wissen: Er hat das Duo nach eigener Auskunft schon in der Hochschule Bremen erlebt. Auch Golden Green treten am Samstag auf.

22. Stuhrer Jazzfestival

Die Forumskonzerte sind kostenfrei, für die Hauptabende fallen pro Ticket 18 Euro an, ermäßigt sind es 15 Euro. „Wir starten noch mit einem begrenzten Kartenkontingent“, sagt Frauke Wulf vom Team Stuhr Kultur. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Veranstaltungen unter Einhaltung der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen stattfindet. Die Besucher können sich vorab auf der Homepage der Gemeinde Stuhr unter www.stuhr.de über die aktuellen Bestimmungen informieren.

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