Ziel: Monokulturen verringern

1 250 neue Bäume für Stuhr: Spendenaktion lässt Wälder in der Gemeinde wachsen

Freuen sich über das Ergebnis des „Tauschgeschäfts“ Haustür gegen Baum: Jens Schriefer (r.), Geschäftsführer Fenster&Türen-Welt, sowie (v.l.) Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier, Bürgermeister Stephan Korte und Umweltbeauftragter Marc Plitzko. Foto: RJY
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Freuen sich über das Ergebnis des „Tauschgeschäfts“ Haustür gegen Baum: Jens Schriefer (r.), Geschäftsführer Fenster&Türen-Welt, sowie (v.l.) Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier, Bürgermeister Stephan Korte und Umweltbeauftragter Marc Plitzko.

Gr. Mackenstedt - Unter dem Motto „Einfach mal anpacken und machen“ hatte sich das Unternehmen Fenster&Türen-Welt Anfang 2019 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Für jede verkaufte Haustür sollte in der Gemeinde Stuhr ein Baum gepflanzt werden. „Wir tauschen Haustür gegen Baum“ brachte Geschäftsführer Jens Schriefer die Kampagne auf den Punkt, die er in Kooperation mit der Gemeinde Stuhr und dem Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier ausgeheckt hatte.

Vorgesehen war, für jede verkaufte Haustür einen Babywald-Baum im Wert von etwa 25 Euro an die Gemeinde zu spenden. „Der Förster hat dann aber gesagt, er würde sich vielmehr über Setzlinge freuen, weil er diese besser unterbringen kann“, berichtet Schriefer.

Das Unternehmen, das 2006 mit 30 Mitarbeitern an den Start gegangen war, hatte sich zwei Jahre später am heutigen Standort, im Cubus-Center in Groß Mackenstedt, angesiedelt. Vor ein paar Jahren habe man angefangen, Türen und Fenster nicht nur vor Ort, sondern auch über das Internet zu verkaufen. „Das ist uns ganz erfolgreich gelungen“, informiert der Geschäftsführer. „Wir sind Top drei in Deutschland.“ Nach seinen Angaben beschäftigt die Firma aktuell 70 Mitarbeiter und erzielt einen jährlichen Außenumsatz von 24 Millionen Euro. „Wir sind ein klassisches mittelständisches Unternehmen.“

Mehr Mischwälder für die Region

Nach Schriefers Worten seien im vergangenen Jahr insgesamt rund 200 Haustüren verkauft worden. Das entspreche auf Basis eines Babywald-Baumes einer Wertspende von 5 000 Euro. „Wir haben diesen Wert dann zusammen mit dem Umweltbeauftragten der Gemeinde auf die Setzlinge einschließlich der Verarbeitung übertragen und kommen so auf 1 250 Setzlinge, die wir aus dem Projekt der Gemeinde Stuhr spenden werden“, rechnet Jens Schriefer vor.

„Herr Tegtmeier ist auch ganz begeistert und zeigt sich sehr dankbar“, zitiert Marc Plitzko, Umweltbeauftragter in Stuhr, den zuständigen Förster der Niedersächsischen Landesforsten. „Und auch wir von der Gemeinde freuen uns natürlich.“ Ziel sei es, in vorhandenen Waldgebieten bestehende Monokulturen wieder in die für die Region typischen Mischwälder umzuwandeln.

„Wir müssen jetzt mal sehen, welche Pflanzflächen infrage kommen“, überlegt Plitzko. Ursprünglich war geplant, die Setzlinge schon in diesem Frühjahr in die Erde zu bringen. „Allerdings kamen uns die beiden letzten Sommer mit großer Trockenheit dazwischen, sodass die Kapazität der Förstereien momentan in anderen, stärker betroffenen Regionen, im Harz und Solling, gebunden sind“, erklärt er die Terminverschiebung. „Wir werden mit dem Revierförster sicher einen geeigneten Zeitpunkt finden und das Einbringen der 1 250 Setzlinge voraussichtlich im Oktober und November in den Stuhrer Wäldern nachholen. Das ist eine gute Zeit zum Pflanzen.“

„Die Gemeinde Stuhr hat deutlich zu wenige Waldflächen“

Auch die konkreten Standorte für die Setzlinge, die aus einheimischen Laubbäumen wie Buche, Linde, Ahorn und Eiche bestehen werden, wolle die Gemeinde mit dem Förster noch festlegen. Beispielsweise im Ortsteil Heiligenrode, der Steller Heide und am Warwer Sand seien geeignete Flächen.

„Ich finde dieses Projekt sehr begrüßenswert“, sagt Bürgermeister Stephan Korte. „Die Gemeinde Stuhr hat deutlich zu wenige Waldflächen, obwohl viel getan wird, sowohl durch den Landesforstbetrieb als auch durch die Gemeinde selber“, so Korte. „Wir haben ja in diesem Jahr die 40. Babywald-Aktion geplant“, kündigt er mit Blick auf den Herbst 2020 an.

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