Wegevertrag mit Eon-Avacon / 20 Jahre Laufzeit / Kündigung möglich

Stromnetz: Samtgemeinde hält sich alle Optionen offen

Samtgemeinde - Von Felix GutschmidtDer Energieversorger Eon-Avacon wird in den nächsten 20 Jahren das Stromnetz der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen betreiben. Die Mitgliedsgemeinden haben sich mit dem Unternehmen auf einen neuen Wegevertrag verständigt. Doch ob die Partnerschaft tatsächlich zwei Dekaden überdauert, ist fraglich.

Bei den Verhandlungen hat die Samtgemeinde auf einem Sonderkündigungsrecht bestanden. Innerhalb bestimmter Fristen kann sie den Vertrag ohne Angabe von Gründen kündigen. Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Reinhard Thöle hält es durchaus für möglich, dass Bruchhausen-Vilsen von diesem Recht Gebrauch macht. Denn die vor Jahren gesponnene Idee, selbst das Stromnetz in der Samtgemeinde zu betreiben, ist noch nicht vom Tisch. Dazu müsste die Kommune Stadtwerke gründen.

Nach Angaben von Fleckenbürgermeister Peter Schmitz hatte die Samtgemeinde ein konkretes Angebot für einen Kooperationsvertrag vorliegen. Ein Konkurrent von Eon-Avacon habe der Kommune vorgeschlagen, gemeinsam eine Netzbetreibergesellschaft zu gründen. Die Partner hätten in diesem Fall sowohl die Kosten für den Netzkauf und Betrieb als auch die Gewinne zu gleichen Anteilen getragen.

Dass es nicht zu einer Einigung kam, hat einen einfachen Grund: Die Samtgemeinde kann es sich nicht leisten. „Unter den aktuellen Bedingungen ist ein Netzkauf ausgeschlossen“, sagt Wolfgang Heere, Bürgermeister von Asendorf.

Für den Erwerb des Stromnetzes müsste die Kommune viele Millionen Euro investieren. Das Bruchhausen-Vilser Netz wird nach Angaben von Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch mit gut 30 Millionen Euro bewertet. „Ob dieser Betrag wirklich gefordert werden kann, das ist der springende Punkt. Das kann nur ein Gericht sagen“, meint Wiesch.

Ein Stromnetz in Gemeindebesitz hätte nach Angaben des Verwaltungschefs zwei Vorteile: die Mitsprache bei Fragen des Ausbaus und der Stromeinspeisung sowie die Aussicht auf zusätzliche Einnahmen. Die dürften bei einer Flächengemeinde wie Bruchhausen-Vilsen aber nicht so hoch ausfallen wie in dicht besiedelten Gebieten. In der Samtgemeinde müssen für einen Hausanschluss im Schnitt 40 Meter Leitung verlegt werden. Zum Vergleich: In Syke sind es nur elf Meter. Es gilt die Regel: Je kürzer die Wege, desto höher fallen die Gewinne der Netzbetreiber aus.

Die Samtgemeinde hat die Konzessionen für das Stromnetz im Mai ausgeschrieben. Mit zwei Anbietern habe man intensiv verhandelt. Nur Eon-Avacon habe das Kündigungsrecht zugesichert. Der Vertrag soll noch in diesem Jahr unterschrieben werden. Auf den Strompreis hat die Entscheidung für Eon-Avacon keine Auswirkungen.

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