Parteien in Bassum stellten sich vor / „Politischer Stammtisch für Jung und Alt“ mit 45 Gästen

Strategien gegen demografischen Wandel

Bärbel Ehrich, Dr. Christoph Lanzendörfer, Rainer Dambroth, Klaus Pajenkamp, Walter Nüstedt, Christian Porsch, Cathleen Schorling und Helmut Zurmühlen (v.l.) standen Zuhörern Rede und Antwort.

Bassum - BASSUM (al) · Es sind zwar noch sechs Monate bis zur Kommunalwahl, aber so langsam rüsten sich die Parteien für den Wahlkampf.

Damit sich Bassumer frühzeitig über Ziele und Inhalte der Politik von CDU, SPD, Bürgerblock und Bündnis 90/Die Grünen informieren konnten, hatte der „Politische Stammtisch für Jung und Alt“ am Donnerstagabend zu einer Podiumsdiskussion in die Gaststätte „Kupferkrug“ eingeladen. Moderator Klaus Rajf freute sich, 45 Zuhörer begrüßen zu können. Bevor er die Fragestunde einläutete, hatte jede Fraktion Gelegenheit, ein kurzes Statement abzugeben.

Bündnis 90/Die Grünen nutzte die Chance und stellte mit Klaus Pajenkamp ein neues Gesicht vor. Der ehemalige Realschullehrer hat sich vorgenommen, für den Stadtrat zu kandidieren. Neben Pajenkamp waren die Ratsvertreter Rainer Dambroth (Grüne), Cathleen Schorling und Helmut Zurmühlen (CDU), Bärbel Ehrich und Dr. Christoph Lanzendörfer (SPD) sowie Christian Porsch und Walter Nüstedt vom Bürgerblock anwesend. Nüstedt wird sich allerdings nicht mehr zur Wahl stellen.

In vielen Punkten sind sich die Fraktionen einig, etwa, wenn es darum geht, die Grundschulen, „nach Möglichkeit“, zu erhalten, Kindergarten- und Krippenplätze vorzuhalten, Ganztagsangebote an Schulen auszubauen und Augenmerk auf die Seniorenarbeit zu legen.

Die wohl größte Herausforderung der Zukunft wird sein, sich dem demografischen Wandel zu stellen. Das heißt: Strategien entwickeln, um Menschen davon zu überzeugen, sich in Bassum niederzulassen.

Auf die Frage eines Zuhörers, wie das gelingen soll, meinte Helmut Zurmühlen unter anderem, dass man günstig Bauland anbieten müsse. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WISEG) beispielsweise könne Bauland erwerben und dieses günstig, ohne große Gewinnmarge, abgeben.

Walter Nüstedt äußerte Bedenken, „Bauland subventionieren“ zu wollen. Das Kernproblem seien seiner Meinung nach nicht fehlende Bauplätze, sondern der Leerstand zahlreicher Immobilien. Politik müsse sich Gedanken machen, wie man Bausubstanz erhalten könne.

Aus der Versammlung kam die Anmerkung, dass es wichtiger sei, Arbeitsplätze zu schaffen.

Dr. Christoph Lanzendörfer erklärte, dass auch das Gesamtbild stimmen müsse. Kindergärten und Schulen – ganz wichtig sei zudem ein Gymnasium – würden allein nicht ausreichen. Auch die Infrastruktur müsste stimmen.

Aus diesem Grund wolle sich die SPD für den „Bremer Platz“ als „Tor zur Innenstadt“ stark machen. Anfang April laden die Sozialdemokraten zu einer Informationsveranstaltung ein. Bürger sind aufgefordert, sich einzubringen, um das Für und Wider abzuwägen.

Die CDU hingegen lehnt es derzeit ab, den Platz auszubauen. „Dafür sind keine Gelder da“, mahnte Schorling. Aber es sei wichtig, ein Gesamtkonzept für die Innenstadt zu entwickeln. Für eine Verschmelzung von Bahnhofstraße (Lindenmarkt) und Sulinger Straße sprechen sich CDU, SPD und Grüne aus.

Der Bürgerblock mahnt Konzepte für den Bahnhof an. „Derzeit fehlen uns Ideen“, meinte Christian Porsch. Leider sei es bisher auch nicht gelungen, ein Mehrgenerationenhaus zu errichten. Mit einer Beratungsstelle sei es allein nicht getan.

Werbung machte Porsch zudem für eine Neuregelung der Beteiligung an Straßenausbaubeiträgen. Ähnliches werde bereits in einer Gemeinde im Landkreis Cuxhaven praktiziert. Hintergrund sei, dass Anlieger im Falle von Straßenausbaumaßnahmen alle gleich zur Kasse gebeten werden und nicht, wie bisher, direkte Anwohner den größten Batzen zahlen. Vorschlag: Die Bildung eines Wirtschaftswegeverbandes der von sämtlichen Eigentümern einen geringen flächenabhängigen Beitrag jährlich einnimmt. Zusammen mit eventuellen Zuschüssen aus EU-Mitteln und einem städtischen Beitrag wären dann Mittel vorhanden, um den weiteren Ausbau und die Unterhaltung sicherzustellen.

„Wir sollten uns Gedanken machen, ob wir überhaupt 700 Kilometer Straße brauchen“, meinte Lanzendörfer. Die SPD könne sich vorstellen, Straßen abzugeben, zum Beispiel durch Umwidmung.

Wichtige Themen der Grünen zudem: Förderung der erneuerbaren Energie, keinen weiteren Ausbau der Massentierhaltung und die Erstellung einer Baumschutzsatzung.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Multiplayer-Postapokalypse: "Fallout 76" im Test

Die Multiplayer-Postapokalypse: "Fallout 76" im Test

Azubis kicken in der Rotenburger Bodo-Räke-Halle für den guten Zweck

Azubis kicken in der Rotenburger Bodo-Räke-Halle für den guten Zweck

In Malé zeigen sich die Malediven von einer anderen Seite

In Malé zeigen sich die Malediven von einer anderen Seite

Pressestimmen zum letzten DFB-Spiel des Jahres: „Hauch vom Confed Cup“

Pressestimmen zum letzten DFB-Spiel des Jahres: „Hauch vom Confed Cup“

Meistgelesene Artikel

Nadia Zinnecker übernimmt Strandhaus

Nadia Zinnecker übernimmt Strandhaus

Birgit Dannhus und ihre Tortenschmiede in der „Heimatküche“ im Mittelpunkt

Birgit Dannhus und ihre Tortenschmiede in der „Heimatküche“ im Mittelpunkt

Soldaten aus Diepholz nehmen an feierlicher Parade in Italien teil

Soldaten aus Diepholz nehmen an feierlicher Parade in Italien teil

Planung für Baugebiet in Wetschen schreitet voran

Planung für Baugebiet in Wetschen schreitet voran

Kommentare