Gruppe will Umsatz von 60 Millionen auf bis zu 100 Millionen Euro steigern

Straschu investiert 4,5 Millionen Euro in Neubau

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Sieht aus wie eine Filmrolle, was Straschu-Mitarbeiterin Inka Dommaschke auf diesem Foto präsentiert. Tatsächlich ist es eine Rolle mit 8 000 kleinen Bauteilen, die von der Bestückungsmaschine (Hintergrund) auf Leiterplatten gelötet werden. ·

Gr. Mackenstedt - Von Andreas Hapke. Die Straschu Gruppe an der Mackenstedter Straße verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: In den kommenden drei Jahren möchte sie ihren Umsatz von zurzeit rund 60 Millionen auf 80 bis 100 Millionen Euro steigern.

Dafür nimmt sie an ihrem Hauptsitz in Stuhr 4,5 Millionen Euro in die Hand. Das Geld fließt im Wesentlichen in einen Neubau für die Straschu Elektronikgruppe. Die zusätzlichen Kapazitäten sollen das Dienstleistungsspektrum erweitern und den Produktionsfluss optimieren.

Die Investition fällt in ein wirtschaftlich eher schwächeres Jahr, in dem die Gruppe einen Umsatz von 57 Millionen Euro erwartet. Geschäftsführer Jürgen Stitz führt das auf die „allgemeine Verunsicherung“ am Markt zurück. „So können wir uns voll und ganz auf unseren Neubau konzentrieren“, sagt er. Ohnehin lehrt ihn die Erfahrung, dass es nicht ohne unternehmerisches Risiko geht. Sein Schlüsselerlebnis: „Einmal haben wir einen Auftrag nicht bekommen, weil uns der Kunde das nicht zugetraut hat. Er dachte, wir seien zu klein.“ Doch wer sind eigentlich die Kunden von Straschu ?

Beispiel für eine Baugruppe, also eine mit Bauteilen bestückte Leiterplatte. ·

„Was Sie und ich privat brauchen, produzieren wir nicht“, erklärt Gerald Nitsch, technischer Leiter der Straschu Industrie-Elektronik. Vielmehr sind es elektronische Systeme, welche die Vorrangschaltung für den öffentlichen Personennahverkehr regeln oder Schmelzöfen in der Dentaltechnik steuern. Die Leiterplatten für diese Systeme lässt Straschu an seinen Standorten in Oldenburg und Rostock herstellen. In Stuhr werden die Platten mit Bauteilen unterschiedlicher Größe wie Kondensatoren, Widerstände und Prozessoren bestückt. Gemeinsam bilden die drei Niederlassungen die Straschu Elektronikgruppe. Insgesamt hat das Unternehmen acht aktive Gesellschaften an sieben Standorten.

Für das menschliche Auge ist die Produktion der Baugruppen kaum wahrnehmbar. Mitunter verlöten die Bestückungsautomaten 20 mal 20 Millimeter große Bauteile an 1 700 Stellen. „Ist eine Lötstelle nicht korrekt, funktioniert das ganze System nicht“, erklärt Nitsch. „Und die Bauteile werden immer kleiner“, stellt Stitz fest – ein Grund, warum straschu permanent in neue Technik investieren muss. Zudem ist das Unternehmen bestrebt, sein Angebot an Dienstleistungen ständig zu erweitern. Mittelfristig will es in Sondertechniken wie das „Vergießen“ investieren. Soll heißen: Die komplette Baugruppe wird mit Kunststoff überzogen, damit der Wettbewerber nicht sieht, wie sie zusammengesetzt ist.

Manche Kunden haben selbst eine konkrete Vorstellung von der Elektronik, die sie benötigen. Für sie übernimmt Straschu die Produktion der Hardware. Andere Firmen kaufen das komplette Paket: Dann erarbeitet die Firma in ihrer Entwicklungsabteilung Lösungen für das Problem und stellt die entsprechenden Baugruppen her. „Diese Kunden sind uns die liebsten“, sagt Stitz und lacht. „Bei ihnen haben wir einen Wettbewerbsvorteil, da kann sich die Konkurrenz nicht mehr reinschummeln.“ In der Summe gebe es „bestimmt 100 Firmen, die auch das machen, was wir anbieten“, sagt Stitz. „Doch bei keinem anderen Unternehmen bekommen die Kunden alles.“

80 neue

Arbeitsplätze

Dieses Spektrum benötigt Platz – Platz, den die Gruppe mit dem Neubau schafft. Büro- und Produktionsflächen der Elektronikgruppe vergrößern sich um 4 000 auf 6 500 Quadratmeter. 80 zusätzliche Arbeitsplätze sollen mittelfristig entstehen. Zurzeit beschäftigt die Straschu Gruppe 350 Mitarbeiter, davon 230 Mitarbeiter an ihrem Hauptsitz in Stuhr.

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