72 Jahre nach der Reichspogromnacht Feierstunde an der Bahnhofstraße 11

„Stolpersteine“ als Erinnerung an die Gärtners

Barnstorf - (up) · Genau 72 Jahre nach der Reichspogromnacht, in der Wohnungen, Geschäfte und Einrichtungen jüdischer Bürger im gesamten Deutschen Reich zerstört und viele Juden ermordet wurden, setzte gestern der Kölner Künstler Gunter Demnig die fünf Namen der Mitglieder der Familie Gärtner als „Stolpersteine“ ins Pflaster vor deren ehemaliges Wohnhaus in der Bahnhofstraße 11.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitierte Bürgermeister Peter Luther den Künstler, der mit „Stolpersteinen“ in inzwischen über 530 Orten die Erinnerung an Vertreibung und Vernichtung der Juden, Zigeuner und anderer ermordeter Menschen lebendig erhält.

Wie Luther berichtete, seien Max Gärtner, Jenny Gärtner, Otto Gärtner, Herbert Gärtner und Theo Gärtner Barnstorfer Bürger gewesen, die in einem Getto in Minsk und im nahe gelegenen Vernichtungslager Trostenez umgebracht wurden.

2007 nahm der Gemeinderat die Idee Reinhold Böhmers auf, der Juden zu gedenken, die als Barnstorfer Bürger von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Dank sagte Luther den Jugendlichen der Klasse R10g der Christian-Hülsmeyer-Schule, die die Feierstunde musikalisch untermalten und über die Familie Gärtner informierten.

Kristina Kruse und Lara Zahlmann hatten zahlreiche Details über Familie Gärtner gesammelt, aber auch über die Juden hier allgemein. Danach ließ sich der erste Jude bereits 1699 in Barnstorf nieder.

Familie Gärtner betrieb einen Viehhandel und war im Flecken sehr angesehen. In der Pogromnacht kam es auch zu Ausschreitungen gegen die Familie Gärtner. Barnstorf war der letzte freiwillige Wohnort für die Familie. Danach musste sie nach Bremen ziehen, wo alle Juden aus der Umgebung für kurze Zeit wie in einem Getto untergebracht waren und von dort wurden sie nach Minsk deportiert.

Bereits vor gut einem Jahr hatte Gunter Demnig „Stolpersteine“  für das Geschwisterpaar Fränkel in der Friedrich-Plate-Straße verlegt.

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