Hügelgräber in Stühren und Fesenfeld

Auf den Spuren der Eiszeit

Susanne Reichelt vor der Tafel, die über die bronzezeitlichen Hügelgräber (im Hintergrund gut zu sehen) informiert.

Bassum - BASSUM (al) · Susanne Reichelt liest gerne in der Landschaft. „Und die ist manchmal spannender als jeder Krimi“, sagt die Bassumer Gästeführerin. Am liebsten begibt sie sich auf die Spurensuche der Eiszeit – und dazu nimmt sie auch gerne Gäste mit.

Seit 2006 gehört Susanne Reichelt zum Team der Bassumer Gästeführer. Ihre Schwerpunkte: Landschaftsentwicklung und Kunsttouren.

Geboren wurde sie am 26. März 1962 in einem kleinen Ort bei Neumünster in Schleswig-Holstein. „Nach dem Abitur wollte ich eigentlich etwas mit Kunst und Gestaltung machen, habe dann allerdings eine gehobene Verwaltungslaufbahn eingeschlagen“, berichtet die Bassumerin. Sie ist Diplom-Verwaltungswirtin bei der Telekom.

Die Sehnsucht nach der Kunst blieb und auch der Hang zur Geografie, und so begann die junge Frau damals neben dem Beruf ein Magister-Studium der Kunstgeschichte und Geografie.

Die Liebe verschlug sie nach Darmstadt. 1996 zog die Familie nach Stühren. „Auch wenn die Gegend um Darmstadt durchaus ihre Reize hat, war ich froh über die Rückkehr nach Norddeutschland“, gesteht die 48-Jährige und fügt hinzu: „Ich bin fasziniert von der Landschaft.“

Als sie Anfang 2006 von der Ausbildung für Gästeführer hörte, meldete sie sich. „Nicht, weil ich unbedingt als solche arbeiten wollte, sondern weil ich die Gegend näher kennenlernen wollte“, so Reichelt.

Bereits ihre Test-Führung zum Abschluss stand unter dem Titel Landschaftsentwicklung. „Ich arbeite gerne mit Menschen und es freut mich, wenn ich Wissen weitergeben kann“, sagt die Gästeführerin. Diese Tätigkeit ist ihr nicht ganz fremd, hat sie doch bereits drei Jahre lang an der Lukas Schule Erdkunde unterrichtet. „Allerdings bin ich viel zu milde“, gesteht sie.

Wer sich mit ihr auf die eiszeitliche Spurensuche begibt, kommt um einen Besuch in Stühren nicht umhin. Dort existiert ein großes bronzezeitliches Gräberfeld – Grabungsfunde können heute im Kreismuseum Syke bewundert werden. Eines der Gräber ist noch erhalten und zählt zu den ältesten der Wildeshauser Geest.

„Die Grabanlagen stammen aus der späten Jungsteinzeit und wurden bis in die vorrömische Zeit genutzt“, weiß Reichelt. Während der frühen Bronzezeit wurden Verstorbene unter anderem in Baumsärgen beigesetzt, nachfolgend hauptsächlich als Brandbestattungen in Urnen.

Zu einer weiteren Grabstelle führt Reichelt ihre Gäste in Fesenfeld. Zu erkennen ist das Hügelgrab dort nicht mehr, dafür dürfen sich die Teilnehmer auf eine Sage freuen – die vom „Räuber im Hülsenberg“ (s. Kasten).

Doch Susanne Reichelt hat noch einen zweiten Schwerpunkt, bietet als Kunsthistorikerin Kunsttouren an. Vorgestellt werden unterschiedliche Künstler in ihren Werkstätten, verbunden mit einem Spaziergang durch den jeweiligen Ort.

Im offiziellen Programm der Gästeführer ist im November beispielsweise ein Gang durch Hallstedt geplant (wobei interessierte Gruppen jederzeit auf Anfrage Führungen buchen können, Tel. 04249/961361). Im Mittelpunkt stehen dann der Dorferneuerungsprozess sowie die Keramikwerkstatt von Heidrun Kohnert.

Gerne würde Susanne Reichelt eine Führung in Bassum unter dem Titel „Stadtgeografie“ anbieten. „Das ist bisher nur eine Idee, ein Konzept muss ich noch erarbeiten“, sagt sie. Dabei soll es um die Frage gehen, wie sich Bassum in städtebaulicher Hinsicht entwickelt hat und wie es weitergehen könnte.

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