Schon die Krimtataren schworen auf den seltsamen Stein mit Loch als göttlichen Glücksbringer

Auf der Spur der Hühnergötter

Vincent (11) und Mia Ochojski aus Syke mit Hühnergöttern von der dänischen Ostseeinsel Laesö.Fotos (2): Niederheide

Syke - SYKE (nie) · Mit einem nicht alltäglichen Geschenk bedankte sich Waltraut Gieseke (81) aus Syke bei Chefarzt Dr. Burkhard Paetz vom Rot-Kreuz-Krankenhaus Bremen. Aus Dankbarkeit über eine gelungene schwere Operation bekam er von ihr einen Hühnergott.

Einen was? – Einen Hühnergott! Das ist ein Stein mit  einem Loch drin.

Kein einfacher Stein. Nein, er gilt als Glücksbringer. Im slawischen und im germanischen Götterglauben spielten diese Steine eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und die Krimtataren sollen sie ebenfalls sehr geschätzt haben. Es heißt, dass sie die geheimnisvollen Fundstücke aus dem Meer, aufgereiht an einem Faden, an der Stalltür anbrachten, um Unheil vom Federvieh abzuwenden und reichlich Eier zu ernten.

Irgendwann im Lauf der Geschichte passierte es, dass Menschen diese seltsamen Gebilde aus dem Meer für sich als Glücksbringer entdeckten. Keiner gleicht dem anderen. Salzwasser formte sie und hat mit der Zeit die Löcher ausgespült.

Längst schwirren unendlich viele Hühnergötter als vermeintliche Glücksbringer umher. Auch in  Syke. Mancher etwas versteckt im Schmuckkästchen, andere offen getragen als Halszierde, andere an langen Schnüren aufgereiht. Ungeklärt ist, welchen Sinn die lange Schnur mit den Hühnergöttern hat, die auf dem Syker Waldfriedhof an einem Baum hängt.

Waltraut Gieseke machte 1999 an der Ostsee erste Bekanntschaft mit dem Hühnergott. Als sie einen schwarz-weißen Stein mit Loch fand und stolz zeigte, erfuhr sie, dass sie einen Glücksbringer vom Strand gefischt hatte. Von da ab  gehört die Sykerin zu den Strandläufern, die ihre  Augen ständig auf den Sand richten, in der Hoffnung, einen der Lochsteine zu finden. Sie tut das mit Erfolg: Weit mehr als 50 Stück hat sie allein verschenkt. Die meisten fand sie bei ihrer aus Syke stammenden Freundin in  Heiligenhafen.

Und? Glaubt sie, dass die Hühnergötter wirklich Glück bringen? – „Ja“, antwortet Waltraut Gieseke.

Unstrittig ist, dass die  außergewöhnlichen Steine die Fantasie mancher Menschen beflügeln und nicht zuletzt nachdenken lassen über die Wunder, die von der Natur in Millionen von Jahren hervorgebracht werden. Für Vincent (11) und Mia (5) aus Syke sind die Hühnergötter, die Oma und Opa nach jedem Urlaub von der von der dänischen Ostseeinsel Laeso mitbringen, interessante Steine, mit denen man auch spielen kann. Die Großeltern Brigitta und Günther Pleschner haben eine lange Schnur mit großen Prachtexemplaren bestückt, von denen man sagt, dass sie in der Kreidezeit vor rund 70 Millionen Jahren entstanden.

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