Blaualgenansammlungen auf der Lohne im Lembrucher Ortsteil Eickhöpen / Verantwortliche testen Gegenmaßnahmen

Spreen: „Wir tun, was wir tun können“

+
Prüfende Blicke: Die Verantwortlichen begutachten den Test der neuen Technik zum Einsatz von Nitrat. ·

Lembruch - Blaualgenteppiche prägen derzeit das Lohnewehr am Ausfluss des Dümmers und insbesondere den Bereich des Flusses zwischen Wehr und Kanueinsatzstelle im Lembrucher Ortsteil Eickhöpen. „Es wird nicht besser. Es sammelt sich einiges in den Hotspots“, sagte Ewald Spreen, Bürgermeister der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Im Dümmer selbst sei die Blaualge noch kein großes Problem.

Als erste Maßnahme sei Montagabend bereits Bewuchsmasse am Lohnewehr in Zusammenarbeit mit einem Lohnunternehmen mit einer Schaufel entnommen worden. Dabei konnte die Blaualge allerdings nicht in dem Maße abgeschöpft werden wie erhofft. „Es wurde mehr Bewuchsmasse rausgeholt als faktisch Blaualge“, erklärte Spreen. Bei den Blaualgen handele es sich nicht um eine feste Masse, sondern um viele kleine Bestandteile, was die Beseitigung erschwere.

Der Lohnunternehmer modifiziere nun die entsprechende Schaufel. Sofern die Rahmenbedingungen stimmen, solle in den nächsten Tagen ein neuer Versuch mit der umgebauten Schaufel gestartet werden. „Dabei handelt es sich nicht um eine Sofortmaßnahme“, stellte der Samtgemeindebürgermeister klar. Für diese müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. „Wir haben bislang noch keine Geruchsbelästigungen und das Fischsterben befindet sich in einem normalen Rahmen“, erläuterte der Hauptverwaltungsbeamte.

Der Versuch mit der Schaufel diene dazu, dem Gast eine ansprechende Optik und Qualität zu bieten. Auch an den Badestellen seien Mitarbeiter des Bauhofs regelmäßig im Einsatz, um Bewuchsmasse aus dem See zu entfernen.

„Wir tun mit unseren Mitteln und Möglichkeiten alles, was wir können“, meinte Spreen. Gestern nachmittag traf er sich mit weiteren Akteuren an der Lohne unweit der Kanueinsatzstelle in Eickhöpen, um eine neue Technik der Nitrat-Einbringung zu begutachten.

Diese hatte Uwe Heinz aus Drebber in Zusammenarbeit mit Karsten Dittmer aus Lembruch konzipiert. Wie bei einem Düngerstreuer können dabei maximal 500 Kilogramm gekörntes Nitrat in einen Trog gefüllt werden.

Durch eine kleine Öffnung läuft das Nitrat auf einen von einem Rasenmähermotor betriebenen Drehteller. Von diesem wird es in den See geschleudert. Durch angebrachte Bleche am Drehteller wird die Streuung eingegrenzt.

Dies könne beispielsweise in Häfen sinnvoll sein, damit das Nitrat nicht in die Boote gelangt. „Der erste Eindruck ist sehr positiv, es funktioniert“, freute sich der Samtgemeindebürgermeister. Unter anderem in einem Gespräch mit Hans-Heinrich Schuster vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) soll der Einsatz dieser Methode zeitnah erörtert werden.

Bereits im vergangenen Jahr wurde Nitrat zur Bekämpfung des Gestanks in Hafenbereichen und an Badestellen eingesetzt. „Damals wurden fünf Kilogramm pro 100 Quadratmeter eingesetzt“, erinnert sich Spreen. Das sei viel zu wenig gewesen. Es könnten 50 Kilogramm pro 100 Quadratmeter eingebracht werden, ohne dem See Schaden zuzufügen.

Spreen sagte: „Wir probieren einiges aus.“ So sei zudem unter anderem eine Sauerstoffanlage im Hafen des Segler-Clubs Dümmer (SCD) in Lembruch installiert worden. Es handele sich dabei um einen umgebauten Teichlüfter, der Sauerstoff in den See bringt, der sich dabei als kleine Bläschen im Wasser halten soll.

Durch ein Monitoring sollen die Ergebnisse überwacht und letztlich die Wirksamkeit des Systems ausgewertet werden. · hkl

Das könnte Sie auch interessieren

Bedrückende Bilder: Das blieb nach dem verheerenden Brand von Thomas Gottschalks Villa übrig

Bedrückende Bilder: Das blieb nach dem verheerenden Brand von Thomas Gottschalks Villa übrig

Die üppigen Gehälter von Neuer, Müller & Co. 2018

Die üppigen Gehälter von Neuer, Müller & Co. 2018

Jugend-Stil und Tempo: 3:0 gegen Russland macht Hoffnung

Jugend-Stil und Tempo: 3:0 gegen Russland macht Hoffnung

Ausbildungsmesse an den BBS Rotenburg - der Donnerstag

Ausbildungsmesse an den BBS Rotenburg - der Donnerstag

Meistgelesene Artikel

„Keine Hinweise auf Abweichungen“ in Diepholzer Schlachthöfen

„Keine Hinweise auf Abweichungen“ in Diepholzer Schlachthöfen

Immer gleich, immer anders

Immer gleich, immer anders

Planung für Baugebiet in Wetschen schreitet voran

Planung für Baugebiet in Wetschen schreitet voran

Rückbau der Erdgasbohrung Z16 bei Borstel: Bürgerinitiative sieht Umweltrisiken

Rückbau der Erdgasbohrung Z16 bei Borstel: Bürgerinitiative sieht Umweltrisiken

Kommentare