Spendensammeln für verwahrloste Rinder

Netzgemeinde besorgt Gnadenplätze

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Dieser Kuh in einem Syker Ortsteil haben Veterinäre gestern Blut abgenommen. Stimmen die Werte, wird sie auf einen Gnadenhof kommen.

Syke - Die Rinder-Rettung für die Tiere von einem Hof in einem Syker Ortsteil läuft auf Hochtouren: Hieß die Zielvorgabe bisher noch 5 000 Euro, so erhöhte die Darmstädter Aktionsinitiatorin Anja Dötsch ihre Wunschvorstellung gestern auf 7 777 Euro.

Die 5 300 Euro (gestern Abend) die in den vergangenen sechs Tagen eingenommen wurden, lassen darauf schließen, dass das Ziel durchaus realistisch ist.

Aber die Zeit läuft den Tierschützern davon. Wie die Vieh-Besitzer gestern sagten, seien zehn Tiere bereits einem Händler aus Cloppenburg versprochen, der die Tiere morgen abholen und zum Schlachter bringen soll. Durch die Spendenaktion auf „helpedia.de“ soll die kurzfristige Rettung dennoch möglich werden. Die Initiatorin hat zu diesem Zweck eine Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook gegründet. Dort beteiligen sich mittlerweile 86 Mitglieder, um Plätze an Gnadenhöfen aufzutreiben. Gestern Abend hatten die engagierten Tierfreunde bereits acht mögliche Plätze für die zwölf Tiere organisiert. Dötsch nahm währenddessen bereits mit dem Händler aus Cloppenburg Kontakt auf: „Wir haben signalisiert, ihm die Tiere vor dem Schlachten abzukaufen.“ Nach einem Kauf muss das Veterinäramt den Tieren noch Blut abnehmen und die Ohrmarken kontrollieren, bevor sie freigegeben werden könnten.

So haben Mitarbeiter des Veterinäramtes gestern morgen um 10 Uhr bereits einer siebenjährigen Kuh und einem sechs Monate alten Kalb Blut abgenommen.

Wenn die Werte stimmen, besteht für die beiden Tiere kein Hindernis mehr, um aus dem lichtarmen Stall auf die Weiden und Wiesen des Gnadenhofs in Butjadingen zu kommen.

Ob es ihnen dort tatsächlich besser geht, bezweifeln die beiden bisherigen Tierhalter: „Ich glaube nicht, dass unsere Kuh auf den Weiden normal grast“, sagt der 57-jährige Besitzer. Die Tiere seien nur Fütterung durch Rüben und frischem Mais gewohnt.

Zu wenig Freilauf, dafür zu viel Kettenhaltung und keine ausreichende Wasserleitungen zur Versorgung der Rinder im Stall: Diese Vorwürfe lässt das Brüderpaar nicht gelten: „Die Tiere laufen uns auf den Feldern nur weg. Außerdem, was ist einfacher: Das Futter zu den Tieren zu bringen oder die Tiere zum Futter?“

Den Landwirten bereitet Sorge, was sie mit dem bereitstehenden Futter machen sollen, wenn die Nutztiere nun abgeholt werden. „Wir haben Rüben auf einem Hektar angebaut, die wir sonst verfüttert hätten, aber wo sollen wir im Herbst damit hin?“

Auf der Internetseite von „helpedia.de“ kann für jede Hilfsorganisation Spenden gesammelt werden. „Dies funktioniert aber nur, wenn alles Hand und Fuß hat“, sagt Dötsch. Nur eingetragene Vereine können Spenden sammeln. Im Hintergrund der aktuellen Auktion steht der Gnadenhof Butenland. n wie

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