Jahrtausende alter Weg im Fokus

Spannende Spurensuche im Moor

BAHRENBORSTEL (nin) · Einsamkeit und unberührte Natur – das sind Eindrücke, die beim Betrachten des Darlatener Moores aufkommen. Dass das allerdings vor Tausenden von Jahren noch etwas anders ausgesehen hat, mag angesichts der fast menschenleeren Weiten etwas unwirklich scheinen.

Doch das Darlatener Moor als ein Teil des Großen Uchter Moores erwies sich in der Vergangenheit immer wieder als Fundgrube für Überreste aus der Zeit vor mehr als 2000 Jahren und verdeutlicht: So einsam wie heute war es im Moor nicht.

Zeichen dafür sind die Bohlenwege: „Schon früher haben die Menschen immer wieder solche Überreste von Wegen gefunden“, erklärt Annemarie Sünkenberg. Sie ist Vorsitzende des Heimatvereins Holzhausen und hat sich viel mit dem Darlatener Moor beschäftigt. „Aber aus Angst, die Abbaugenehmigung für den Torf zu verlieren, haben sie die Funde verschwiegen.“ Das ist heute etwas anders, und so geht die Suche weiter.

„Im nächsten Frühjahr wird hier wieder geforscht“, sagt Sünkenberg. Ausgangspunkt für die neuen Erkundungen soll dabei ein Stück Weg in der Nähe des heutigen Steinloher Damms sein, das im Sommer 2008 freigelegt wurde.

„Die Bohlen sahen aus wie noch nie benutzt – als ob jemand dort Telegrafenmasten abgelegt hatte“, so die Vorsitzende des Heimatvereins. Dementsprechend war die erste Vermutung, der Weg sei gar nicht so alt. Eine Untersuchung ergab dann allerdings, dass sie zwischen 1750 bis 1650 vor Christus verlegt worden waren – und damit ein Indiz dafür sind, dass in der Gegend des Darlatener Moores vor fast 3 800 Jahren Menschen gelebt haben.

Bei der Spurensuche, die für kommendes Frühjahr angesetzt ist, wollen die Archäologen nach dem weiteren Verlauf des Weges suchen. „Wir wollen uns dazu erstmal Richtung Süden wenden.“ Was die Fachleute dort zu finden hoffen – „möglich ist alles“, meint Alf Metzler vom Niedersächsischen Amt für Denkmalpflege. „Ziel ist es, auf jeden Fall bis zum Ende des Weges zu kommen.“ Verläuft er im Nirgendwo, trifft er auf andere Wege oder endet er sogar bei einem Weiler? Bekannt ist den Forschern zumindest, dass es in der näheren Umgebung einige Sandinseln gibt. „Die Frage ist nur, ob diese Sandinseln damals zu Siedlungszwecken genutzt wurden. Denn das Moor war ja früher nicht so hoch“, bemerkt Alf Metzler. „Also können wir vielleicht sogar auf Siedlungsreste stoßen.“

Fernverbindungen dürften es nicht sein. Alf Metzler: „Für den Fernhandel sind einfach andere Dimensionen notwendig. Diese Wege sind aber von lokaler Bedeutung.“ Bei den neuen Untersuchungen wird dann allerdings nicht gleich der Spaten angesetzt, sondern zunächst wird der potenzielle Fundort per Georadar abgesucht. „An den Reflexionen können wir dann erkennen, wie tief mögliche Fundstücke liegen und damit auch, aus welcher Zeit sie kommen“, erklärt Alf Metzler.

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