48. Chorkonzert im Theater kompakt und hoch amüsant / „Alles brennt, kein Happy End“ / 350 Zuhörer

Sounds von konservativ bis hoch aktuell

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Wie Anna von Rosenstolz in Leder und Nieten tauchte der Popchor Wagenfeld die Bühne des Diep-holzer Theaters in die Welt des Pop. Wieviele Mails Tim Bendzko noch beantworten muss, bevor er die Welt gesanglich rettet, das hatte der Popchor auf Tonpappe parat: 148 713 Mails... ·

Diepholz - Sechs Chöre und zwei Damen am Klavier betörten gut 350 Musikfreunde am Sonntag im Theater der Stadt Diepholz mit Musik von konservativ bis aktuell.

Friedrich Aufurth, der den Vorsitzenden der Kreischorgruppe Klemens große Klönne vertrat, und Karl-Heinrich Husmann, zweiter Vorsitzender des Chorverbandes Kreisgruppe Diep-holz waren hoch zufrieden und erstaunt, was für ein Fundus an Sängern sich in den Chören tummelt.

„Wenn ich demnächst durch Wagenfeld fahre, sehe ich den Ort mit ganz anderen Augen“, resümierte Husmann nach den drei Vorträgen des Popchores Wagenfeld unter der Leitung von Leta Henderson. Deren Aufmachung im Leder-Rockerstil hatte schon in der Pause für Aufregung gesorgt, doch wer die Gruppe Rosenstolz optisch kennt, weiß woher der Wind wehte.

Das beliebte Chorkonzert, zu dem 350 Gäste kamen, wurde ein kompaktes Hörerlebnis mit Ausflügen in vertonte Poesie, Liebesschwüren nach Volksweise, „So richtig was für Männer“, Filmmusik up Platt, einem Besuch auf der Rennbahn Ascot und dem Versuch von Kultsänger Tim Bendzko „Nur noch kurz die Welt retten“. Die zwei Damen am Flügel Monika Zilke und Leta Henderson eröffneten imposant und impulsiv den Nachmittag mit elf Melodien aus acht russischen Filmen vom russischen Komponisten Andrei Petrov, unterstützt von Dmitri Shostakovich.

Rendezvous der besonderen Art

Mit Schwerpunkt vertonte Poesie erschloss sich die Chorgemeinschaft Drebber unter der Leitung von Silke Husmann mit drei Titeln ihr Publikum. So brillierte der Chor mit dem estnischen Lied aus dem Norden, das die ehemalige Chorleiterin Hannelore Baethge romantisch betextete. Sie musste offenbar nur nach draußen schauen um inhaltlich „eins mit dem Himmel, Wollgras, Heide, Birken, Blütentraum- und Blumenschimmer“ zu werden.

Der Gemischte Chor Diep-holz liebte das romantische Schäferstündchen im Eschenhain nach englischer Volksweise und die flotten Annäherungen einer sardischen Dorfschönheit. Beim Tanz den Hof gemacht, das gefiel.

„So richtig was für Männer“ sang der Männergesangverein unter der Leitung von Dr. Rio Fries und mit Live-Akkordeon-Begleitung. Bei „Santa Lucia“ und De Hamborger Veermaster“ weiteten sich die Männerherzen im Publikum.

Etwas ganz besonderes hielt die quirlige Chorleiterin Gudrun Michalski für die Musikfreunde bereit. Der Chor Gemischt for fun Rehden sang nicht nur aus dem Film „Das Gasthaus an der Themse“ auf Plattdeutsch „Besünners in de Nacht“ und den Gospelklassiker von Leonard Cohen „Halleluja“, sondern ein Rendezvous der besonderen Art. Textlich hörte sich das so an: „..Klo desinfiziert und mit Rosen dekoriert… Liebestöter oder Dessous? ...Knutschen rum, Kerzen fallen um… Alles brennt, kein Happy End“.

Im Galopp auf der Rennbahn in Ascot mit dem Gemischten Chor aus Wagenfeld war das Publikum unterwegs, dann besinnlich auf der Suche nach dem Sinn der Dinge und der unendlichen Liebe musikalisch.

Leta Henderson und ihr Popchor Wagenfeld heizten zum Finale mit Kompositionen der Popband Rosenstolz und deutschem Soul à la Tim Bendzko ein.

Und nach dem Konzert ist bekanntlich vor dem Konzert… · sbb

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