Veranstaltung „Schwarme früher – die Ortsteile“ soll Diskussion anschieben

Soll Schwarme 2014 sein 800-jähriges Bestehen feiern ?

Das Schwarmer Lohndreschunternehmen Asendorf früher. Heute gibt es den Betrieb in dritter Generation.
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Das Schwarmer Lohndreschunternehmen Asendorf früher. Heute gibt es den Betrieb in dritter Generation.

Bruchhausen - SCHWARME · Mit Höfeners Orth fing alles an: An der höchsten Stelle Schwarmes, nahe des späteren Kirchplatzes, siedelten sich vermutlich im neunten oder zehnten Jahrhundert die ersten Bauern an. Die Angst vor dem Hochwasser war maßgeblich für diese Entscheidung. Um die Entstehung und Entwicklung des Dorfes geht es in der Veranstaltung „Schwarme früher – die Ortsteile“. Dazu lädt der Heimat-, Umwelt- und Kulturvereins „Eule“ für kommendes Wochenende ein.

Nach einer Ausstellung mit alten Bildern Schwarmes vor zwei Jahren und dem speziellen Thema Melioration im Januar 2011 ist dies die dritte Veranstaltung der „Eule“, die sich mit der Historie des Dorfes beschäftigt. Eine Arbeitsgruppe mit Ulrich Dunker, Siegfried Haubner, Erich Hillmann-Apmann, Hans-Jürgen Suling sowie Elke und Herbert Brückner hat die tausendjährige Schwarmer Geschichte auf 70 Seiten zusammengefasst. „Geschichte und Geschichten aus den Ortsteilen“ heißt das Büchlein, das begleitend zur Veranstaltung zunächst in einer Auflage von 400 Exemplaren erscheint.

Die erste urkundliche Erwähnung Schwarmes geht auf 1214 zurück. „Um diese Zeit ist die Kapelle gebaut worden“, sagt Herbert Brückner. Deshalb möchte der Verein am Wochenende die Diskussion darüber anstoßen, ob Schwarme im Jahr 2014 sein 800-jähriges Bestehen feiern soll. Eine Entscheidung darüber müsse die Politik bald fallen, sagt Brückner. Alleine könne die „Eule“ das nicht stemmen. Mit Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg und Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch sind am Freitag zwei Repräsentanten vor Ort, die dieses Anliegen weitertragen könnten.

Von Höfeners Orth aus breitete sich Schwarme zunächst in südliche Richtung aus: Großborstel kam im zehnten Jahrhundert hinzu, Spraken um 1500, also im Mittelalter. Die Entwicklung in Richtung Norden setzte mit dem Ortsteil „An der Heide“ ein, wo die ersten Häuser im 16. Jahrhundert errichtet wurden. Jüngste Siedlung Schwarmes ist „In der Heide“, die im Wesentlichen erst im 19. Jahrhundert entstand.

Gezielt hat die Arbeitsgruppe Menschen aus den einzelnen Ortsteilen aufgesucht und deren Erzählungen mit einfließen lassen. Der Leser erhält nicht nur einen Eindruck von der Entstehung Schwarmes, sondern auch von der Entwicklung der Berufe. „Neben den Bauern hatte jeder Ortsteil seine Handwerker: Schneider, Näherin, Köchin, Schlachter, Schuster und Tischler“, erzählt Herbert Brückner. Mitunter hätten die Bauern einen zweiten Beruf benötigt, um sich und ihre Familien zu ernähren.

Auch beim Vereinsleben kochte zunächst jeder Ortsteil sein eigenes Süppchen. Der Männergesangsverein „An der Heide“ etwa nahm per Satzung nur Bewohner aus der Heide und Wackershausen auf. Dieses Kirchturmdenken gehört längst der Vergangenheit an. „Die Ortsteile haben ihre eigene Geschichte, aber seit langer Zeit auch ein Gemeinschaftsgefühl für Schwarme“, meint Brückner und fügt hinzu: „Seinen überschaubaren Ortsteil zu kennen ist wichtig, um für den gesamten Ort zu denken.“

Die Schilderung der Großbrände im Jahr 1854 ist in dem Büchlein ebenso enthalten wie zahlreiche Anekdoten – etwa die von einem Gerd Strohmeier, der in die Holzschuhe der Kunden pinkelte; oder die von Fidi Beneken, der eine Wette gewann, weil er ein Pferd mit in die Gaststube brachte; oder die von Zimmermann Friedrich Schierenbeck, der den Schalk im Nacken hatte und beim Richtfest so manchen Bauherrn zur Verzweiflung brachte.

„Es gibt noch so viele Sachen, über die man einzeln mehr berichten könnte“, sagt Brückner – und nennt die Schulen, die Vereine und die Kirche mit ihren Pastoren als Beispiele. Genug zu tun hätte die Arbeitsgruppe also auch dann, wenn keine Jubiläumsfeier zustande käme. · ah

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