Wassersportler kritisieren Verschiebung der führerscheinpflichtigen PS-Grenze

Solide Ausbildung zwingend

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Wer auf einem Fluss unterwegs ist, wie auf der Weser sogar auf einer Bundeswasserstraße, sollte Regeln kennen. Das dokumentiert unter anderem ein Führerschein.

Weyhe · Von Sigi Schritt · Es soll zukünftig leichter sein, Menschen für den motorisierten Wassersport zu begeistern. Die Politik in Berlin möchte die Führerscheinpflicht für Sportboote von derzeit fünf auf 15 PS anheben.

Führerscheinfreies Fahren von gemieteten Hausbooten wird somit erleichtert. Doch was halten Mitglieder der Vereine davon, die am Sudweyher Wieltsee Wassersport betreiben?

Uwe Gromottka (66) segelt im Verein Bremer Sport Club, dessen Segelabteilung am Wieltsee beheimatet ist, einen so genannten Katamaran F2 ohne Motor. An Führerscheinen besitzt er neben dem Segelschein noch den Sportbootführerschein Binnen und den Sportbootführerschein See. „Die Führerscheinerleicht erung halten meine Sportkameraden und ich für einen Schritt in die falsche Richtung“, sagt der Segler, der für die Abteilung als Schriftführer fungiert. „Wassersport ist eine Tätigkeit, bei der man sich und andere gefährden kann, wenn man auf eine solide Ausbildung verzichtet, um diesem Sport nachzugehen“, sagt Gromottka. Die Anhebung der führerscheinpflichtigen PS-Grenze werde zu einer Vergrößerung der Anzahl der unausgebildeten Wassersportteilnehmer führen: „Ein Schiff zu steuern, ist kein Spiel“, sagt er und schildert Beobachtungen von Kindern, die sich auf dem Wieltsee, aber auch auf der Weser selbst überschätzen. „Auch ein Schlauchboot mit fünf PS kann einen Schwimmer töten und andere Verkehrsteilnehmer zu risikoreichen Ausweichmanövern zwingen“, sagt der 66-Jährige. Die Anhebung der PS-Stärke bediene nur die Interessen der Vermarkter von Charterbooten. Heinz Rex, Hafen- und Stegwart des Wassersportclubs Weyhe sagt, dass er grundsätzlich nichts gegen die Anhebung der führerscheinpflichtigen PS-Grenze hat, merkt aber an, dass mit einem geeignetem Boot und einem 15-PS-Motor schon „hohe Geschwindigkeiten“ erreicht würden. Diese könnten zu vermehrten Unfällen und Störungen des Schiffsverkehrs führen. Deshalb sollten auf dem Wasser Verkehrsregeln gehalten werden. Somit stimmt Heinz Rex auch dem Vorhaben der Politik zu, die gleichzeitig eine bundesweite Unfalldatenbank einführen will.

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