Tauchwände halten Badestellen am Dümmer sauber / Blaualgenmasse wird mit Bagger entfernt

Sofortmaßnahmen zeigen positive Wirkung

Präsentieren den Motor, der das Wasser in Bewegung bringt (v.l.): Die freiwilligen Helfer Heiner Richmann, Heiko Piening, Rolf Hannker, Bruno Matzke und Olaf Schulz, Ordnungsamtsleiter Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“. Im Hintergrund die gelbe Tauchwand.
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Präsentieren den Motor, der das Wasser in Bewegung bringt (v.l.): Die freiwilligen Helfer Heiner Richmann, Heiko Piening, Rolf Hannker, Bruno Matzke und Olaf Schulz, Ordnungsamtsleiter Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“. Im Hintergrund die gelbe Tauchwand.

Hüde - „Es gibt etwas Gutes vom Dümmer zu berichten“, frohlockte Olaf Schulz, Ordnungsamtleiter der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ bei einem Pressetermin an der Badestelle nahe der „Bar dü Mar“ in Hüde.

Sein Credo: Die Sofortmaßnahmen gegen die Blaualgen im See zeigen positive Wirkung. „Es gelingt uns, die aufgerahmte Algenpampe aus dem See zu entnehmen und zu entsorgen“, freute sich Schulz.

„Das passiert mit einer offenen Baggerschaukel mit Netz“, schilderte Heiko Piening. Er zählt zu einer Gruppe aus Hüder und Lembrucher Gemeinderatsmitgliedern und Gewerbetreibenden, die sich ehrenamtlich um die Umsetzung der Sofortmaßnahmen kümmert.

Das Land Niedersachsen, als Eigentümer zuständig für die Unterhaltung des Sees, übertrug der Samtgemeinde in diesem Jahr einige dieser Aufgaben, wie Schulz schilderte. Die Finanzierung erfolgt aus einem Topf, den mehrheitlich das Land, aber auch die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ und die Stadt Damme mit Mitteln ausstatten.

Die Algenmasse wird laut Schulz auf landwirtschaftlichen Flächen oder in der Schlammdeponie entsorgt. „Den extremen Gestank hatten wir in diesem Jahr noch nicht“, ist der Ordnungsamtleiter erleichtert. Aus diesem Grund wurde 2013 auch noch kein Nitrat in den See eingebracht.

Sehr gut wirke zudem die Installation von Tauchwänden vor den Badestellen. So wurde in Hüde frühzeitig von den Freiwilligen in schweißtreibender Arbeit auf einer Breite von 150 Metern eine Tauchwand eingesetzt, die über eine Schürze mit 40 Zentimetern Tiefe verfügt.

„Dadurch wird viel Blaualgenmasse aufgehalten und kommt gar nicht in den Uferbereich“, erklärte Heiko Piening. Das, was trotzdem unter der Sperre hindurch gelange, sei „minimal“. Mithilfe eines Motors in unmittelbarer Ufernähe werde zudem das Wasser in Bewegung gebracht, so dass sich kein stehendes Gewässer entwickeln könne. Darüber hinaus sorge die Pumpe dafür, dass die angeschwemmte Masse vom Ufer weggespült werde. Die Tauchwände können dafür an den Seiten variabel, zum Beispiel je nach Windrichtung, geöffnet werden.

„Das Problem ist, wenn die Masse sich mit dem Sand vermischt“, sagte Piening.

Wie Bruno Matzke erklärte, passt sich die Sperre dank einer Konstruktion mit Ketten und Pfählen dem aktuellen Wasserstand an, so dass sie nicht unter- und überspült werden könne. „Jeden Morgen baden hier Großeltern mit ihren Enkelkindern und schwärmen davon, wie toll es ist“, erzählte Matzke mit einem Lächeln auf den Lippen. Die Akteure freuen sich, dass es in diesem Jahr noch kein Badeverbot in Hüde gegeben hat.

Auch in Lembruch wurden vor den Badestellen Tauchwände in Verbindung mit Motoren installiert. „Wir haben in den vergangenen zwei Wochen keine schlechten Nachrichten aus Lembruch gehört“, sagte der Ordnungsamtsleiter.

Die Tauchwände sollen nach der Saison aus dem See genommen und im nächsten Jahr wieder eingesetzt werden.

„Wir sind sehr gut zufrieden, es funktioniert hundertprozentig“, freuten sich die Akteure übereinstimmend. „Wir sind keine Fachleute, haben aber Ideen und machen unsere Erfahrungen“, sagte Schulz. Vieles laufe nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“.

Die Sofortmaßnahmen würden eine deutliche Verbesserung der Situation für alle am Dümmer bewirken. „Mit den Maßnahmen können wir die Signale setzen, dass die Samtgemeinde sich kümmert, wir viele Ideen haben und Verbesserungen erreichen können, so dass wir als Fremdenverkehrsregion besser dastehen“, schilderte Schulz.

„Wir sollten die Zeit abwarten, noch ist die Saison nicht vorüber“, meinten die Akteure allerdings mit Vorsicht. Nach der Saison wollen die Verantwortlichen ein Resümee der umgesetzten Maßnahmen ziehen. hkl

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