Ausstellung im Café Alte Posthalterei und im VHS-Haus Nienburgerstraße

Skurrile Welt der Masken

Addi Kremer stellt Keramiken und Fotos aus. Im Vordergrund eine Keramik von Hans-Ulrich Buchwald. ·

Syke - Von Detlef Voges - Die „Verwandlungsreisenden“ haben im vergangenen Jahr ihre Maskerade im Kreismuseum aufgeführt. Jetzt ist das Scharniertheater aus Hannover erneut in Syke und entführt erneut in eine Welt von Masken, Mythen und Mummenschanz.

Schauplätze sind das Café Alte Posthalterei (Waldstraße 3) und das Volkshochschulgebäude an der Nienburgerstraße 5.

Zu sehen sind Keramiken und Masken von Hans-Ulrich Buchwald (1925-2009), dem Gründer des Scharniertheaters, sowie Keramiken und künstlerisch gestaltete Fotos von Addi Kremer, Mitglied des hannoverschen Theaters.

Die Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 1. Juni, um 17 Uhr im VHS-Haus. Anschließend geht es ins benachbarte Café.

Wer dort demnächst seinen Kaffee trinkt und Kuchen isst, sollte ruhig einmal seinen Blick gen Decke richten. Dort hängen Original-Buchwald-Masken. Filigrane und putzige Gebilde aus Draht, Stoff und Gaze.

Wer sie aufsetzt, taucht in eine andere Welt ein, wird ein Fabelwesen, skurril und anonym. Buchwald ist der Vater der Masken. Entwickelt hat er dazu Großfiguren, die über Scharniere zusammenklappbar sind.

Buchwalds Welt steckte voller Mythen, wie Ulrike Richter (Vorstand Scharniertheater) gestern im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterte. Diese Mythen und Göttersagen bestimmten viele Themen seiner choreografierten Stücke. Sogar für ein Fest im Großen Garten von Herrenhausen inszenierte Buchwald eines seiner Puppen-Motive.

Der Gründer des Scharniertheaters war ein vielseitiger Künstler, der die Bühne der Kunst stets als Fundus für Kreativität sah. So fertigte er auch wunderbare bizarre Terrakotta-Figurenensembles. Er war auch Maler und Grafiker. Einige seiner Arbeiten sind in der Ausstellung zu sehen.

Kremer hat Feuer gefangen über das Buch „Begegnung Haecker Buchwald“, das er vor über 30 Jahren erworben hat. Darin sind Skulpturen von Buchwald abgebildet, zudem Gedichte des Schriftstellers und Lehrers Hans-Joachim Haecker. Für Kremer war das Buch gleichsam die Eintrittskarte in das Scharniertheater. Das hat ihn inspiriert – zu Keramiken wie zu Figuren, die er aus Fotos am Computer bearbeitet hat. „Ich war selbst auch schon einmal männlicher Darsteller unter einer Buchwald-Maske“, sagt Kremer.

Buchwalds Masken-Philosophie entspricht der sozialen Komponente, die auch Kremer künstlerisch umtreibt – die der Integration Benachteiligter. Hinter den Masken verwischen die sozialen Unterschiede, lösen sich Kulturen auf, werden Menschen zu Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Kultur oder Religion.

Das Scharniertheater gastiert übrigens am 12. August mit Maskenspiel und Tanz im Garten des Kreismuseums (15 Uhr). Für Live-Musik sorgen Thomas Schwenen und Gabi Hartung. Einen Vorgeschmack gibt es am 24. Juni beim Sommerfest auf dem Rathausplatz mit kleinen Masken-Inszenierungen.

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