Produktionsbohrung bei Staffhorst

Wintershall Dea fördert aus 4.000 Metern Tiefe

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50 Besucher ließen sich zu ganz unterschiedlichen Fragestellungen auf den aktuellen Stand bringen.

Staffhorst – Die Vorbereitungen der Wintershall Dea GmbH für die neue Produktionsbohrung in Päpsen laufen auf Hochtouren: 30 Mitarbeiter installieren zurzeit im Zwei-Schicht-Betrieb die Bohranlage. Die Bohrung selbst beginnt Ende September, die Arbeiten werden rund 90 Tage in Anspruch nehmen. Per Ablenkungsbohrung soll eine Erdgas-Lagerstätte östlich des Förderplatzes Päpsen Z1c in einer Tiefe von rund 4.000 Metern erschlossen werden, die bestehende Infrastruktur kann genutzt werden.

Am Montagnachmittag stellten acht Fachleute der Wintershall das Projekt interessierten Gästen im Rahmen einer Informationsveranstaltung vor. Das Unternehmen fördert seit 1965 in Staffhorst Sauergas. Aus insgesamt acht noch aktiven Bohrungen werden jährlich 110 Millionen Kubikmeter Erdgas gewonnen – so viel zu den Fakten.

Rund 50 Besucher ließen sich mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen auf den aktuellen Stand bringen. „Die Leute haben Fragen zum dem geplanten Ablauf, zur Technik, aber auch zu Sicherheit und Umweltschutz. Wir geben Antworten und versuchen, transparent zu machen, was wir hier planen. Das ist der beste Weg, um ihnen ihre Sorgen zu nehmen“, erklärt Pressesprecher Mark Krümpel.

Die Sorgen sind durchaus vorhanden. Besucher diskutieren das Gerücht, dass sich in Staffhorst Krebsfälle häufen. „Dagegen spricht, dass die Rate unter der Belegschaft nicht auffällig sein soll“, weiß eine Staffhorsterin. Zahlen ließen sich so oder so interpretieren, und irgendwie möchte man sich beruhigen lassen. Sicherheit und Umweltschutz hätten oberste Priorität, heißt es seitens der Wintershall: Die Bohrarbeiten werden rund um die Uhr überwacht, die Anlage ist durch ein mehrstufiges Sicherheits- und Warnsystem gesichert, die Einhaltung der strengen Vorschriften werden vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) kontrolliert.

Thomas Nienstedt, Mitglied des Staffhorster Gemeinderats, ließ sich erklären, dass die Bohrlösung, eine Bentonitsuspension, aufbereitet und wiederverwendet wird. Er geht jedoch davon aus, dass Arbeiten in diesem Umfang nicht ganz folgenlos bleiben. Leider habe die Gemeinde keinen Einfluss und profitiere nicht einmal von Gewerbesteuern: „Irgendwie ist es wie immer in unserer Gesellschaft: Einige wenige verdienen und andere tragen die Folgen.“

Ein 83-jähriger Sulinger, der viele Jahrzehnte in der Branche gearbeitet hat, interessierte sich dagegen eher für die Technik. Sie habe sich in den letzten fünf Jahrzehnten immens weiterentwickelt. Allgemein positiv nahmen die Besucher das Informationsangebot auf. Transparenz sei Programm, versichert Mark Krümpel: „Wir halten persönlich Kontakt zu den Anwohnern im direkten Umfeld und sind bei allen Fragen und Problemen jederzeit ansprechbar.“

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