Pferdezucht in Ohlendorf: Mutterstute stirbt nach den Strapazen der Geburt

Ur-Oma als Amme für Hengstfohlen Chardonnay

Karen, Jana und Petra Barg (v.l.) mit Hengstfohlen Chardonnay und dessen Uroma „Paquita“.

Ohlendorf - „Die Voraussetzungen sind gut, dass wir den Kleinen durchkriegen“, sagt Petra Barg mit Blick auf das putzmuntere Hengstfohlen Chardonnay, das sich an seine Urgroßmutter schmiegt.

Anfang April war die Stimmung auf dem Ohlendorfer Pferdezucht- und Pensionsbetrieb eher gedrückt: Die vierjährige Mutterstute „Cinderella“ hatte die Geburt ihres Fohlens zwar allein bewältigt, sich dann aber nicht wieder von den Strapazen erholen können. „Cinderella bekam Fieber, sie wurde immer schwächer. Am dritten Tag nach der Geburt mussten wir sie einschläfern lassen“, erinnert sich Petra Barg an die schweren Stunden zwischen Hoffen und Bangen – eine Komplikation, die die erfahrene Züchterfamilie selten erlebt hat.

Die Lösung fand Chardonnay selbst. Instinktiv. Er überwand die Gummi-Trennwand zur benachbarten Pferde-Box, wo sich Urgroßmutter „Paquita“ des Kleinen annahm. „Sie wusste gleich, was zu tun ist und bei ihr ist sogar Milch eingeschossen“, berichtet die Familie von der glücklichen Fügung, die für sie „wie ein Sechser im Lotto ist“.

Fütterung: Der kleine Hengst hält die Familie auf Trab.

Trotz der günstigen Umstände hält der kleine Hengst die ganze Familie auf Trab. Da die Milch von „Paquita“ nicht ganz ausreicht, erhält er zusätzlich Flaschennahrung. In den ersten Tagen wurde im Zwei-Stunden-Takt zugefüttert, aktuell bekommt Chardonnay alle drei Stunden zwei Liter Milch. „Wir wechseln uns mit der Nachtschicht ab“, sagt Petra Barg. Sie freut sich über die Idealbesetzung des „Pflegepersonals“. Beide Töchter sind vom Fach: Karen ist Pferdewirtin, Jana Tierarzthelferin. Dass die Stute „Paquita“, die auf dem Hof ihr „Gnadenbrot“ bekommt, als Urgroßmutter quasi Mutteraufgaben übernimmt, erleichtert die Aufzucht ungemein. Petra Barg: „Chardonnay lernt von ihr das Sozialverhalten. Und sie wird in der Herde auf ihn aufpassen.“

Was es bedeutet, wenn ein Fohlen ohne Mutter aufwächst, hatte die Familie vor 13 Jahren erleben müssen. Die Mutter von „Rosinchen“, die heute ein erfolgreiches Turnierpferd ist, war bei der Geburt gestorben, eine Ammenstute gab es damals nicht. Das Fohlen in die Herde zu integrieren war nicht einfach, wenn auch letztendlich von Erfolg gekrönt.

Petra, Karen und Jana Barg halten auf ihrem Zuchtbetrieb 40 Pferde, die Hälfte von ihnen sind Pensions- oder Beritt-Pferde. Die 19-jährige „Paquita“ ist zur Zeit der „Star“ auf dem Hof in Ohlendorf.

Aufgrund ihres freundlichen Charakters und ihrer Mutter-Qualitäten überlegt die Familie, sie als Ammen- stute registrieren zu lassen – wenn der kleine Chardonnay den „Kinderschuhen“ entwachsen ist. - mks

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