Ermittlungen abgeschlossen

Tierquälerei in Maasen: Arzt untersucht Stute - war es doch kein Pferderipper?

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Einer Stute sind in Maasen (Landkreis Diepholz) erhebliche Verletzungen zugefügt worden.

Ein schwerer Fall von Tierquälerei ereignete sich in Maasen, Samtgemeinde Siedenburg, am Wochenende. Eine Stute ist verletzt worden. Nun wurde das Tier von einem Arzt untersucht.

Update, 10. Oktober: War in Maasen vielleicht doch kein Pferderipper am Werk? Diese Frage stellt sich nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei. Pressesprecher Thomas Gissing erklärt, dass das betroffene Tier von einem Tierarzt untersucht worden sei. 

Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, dass es von einem Pferderipper verletzt worden ist und dass es sich um sogenannten Vorsatz handelt, liege beijeweils 50 Prozent. Vorsatz bedeutet zum Beispiel, dass sich das Tier selbst verletzt hat – oder aber, dass ihm absichtlich Schäden zugefügt wurden. Auch seien die Verletzungen „nicht so schwerwiegend, wie ursprünglich angenommen,“ sagt Gissing. 

Stute mit „erheblichen Verletzungen“ aufgefunden

Zwischen dem 20. und 21. September war eine auf einer Weide in Maasen stehende Stute morgens mit „erheblichen Verletzungen“ aufgefunden worden, hieß es damals. Die Polizei ging von einem Pferderipper aus. Die Tierschutzorganisation Peta hatte sich ebenfalls in den Fall eingeschaltet und eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des mutmaßlichen Täters führen. 

Außerdem forderte Peta die Einrichtung eines bundesweiten Registers (wir berichteten). Darin, so die Organisation, sollten alle Pferderipper-Fälle dokumentiert sowie die überführten und verurteilten „Tierquäler“ erfasst werden. Die Reaktionen auf die Peta-Forderung waren unterschiedlich. Sinnvoll, meinte unter anderem Gissing. Allerdings müssten unter anderem Fragen des Datenschutzes geklärt werden. 

Polizeiliche Ermittlungen sind abgeschlossen

Wie Gissing weiter informiert, sind die Ermittlungen seitens der Polizei abgeschlossen. Die Akte geht jetzt zur zuständigen Staatsanwaltschaft Verden. Diese müsse entscheiden, ob weitere Nachforschungen angestellt werden. 

Zu den bisherigen Erkenntnissen gehöre auch, dass der weiße Transporter, den die Polizei in Zusammenhang mit der verletzten Stute in Maasen suchte, nichts mit der Tat zu tun hat. Ferner seien der Polizei keine weiteren Pferderipper aus der Region bekannt, sagt Gissing: „Aktenkundig ist nichts.“ 

Pferderipper: Weitere Recherchen ergebnislos

Seine Erkenntnisse decken sich mit denen des Landkreises Diepholz. „Wir haben keine Kenntnis weiterer Fälle“, erklärt ein Sprecher des zuständigen Fachdienstes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz. 

Auch die niedergelassenen Tierärzte wissen von nichts. Weitere Recherchen der Kreiszeitung in sozialen Netzwerken sind ebenfalls ergebnislos verlaufen. Weder auf Facebook noch auf Instagram noch auf Twitter sind Pferderipper-Vorkommnisse aus der Region zu finden – wohl aber Taten aus anderen Gegenden, wie dem Emsland, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. 

Pferderipper am Werk? Tierärzte hegen Zweifel

Und ob es sich bei dem Maasener Fall um einen Pferderipper handelt, wird teilweise sogar von niedergelassenen Tierärzten bezweifelt. Nur durch eine mikroskopische Untersuchung lasse sich letztendlich klären, ob das Tier sich verletzt hat oder ob es sich um sogenannte Fremdeinwirkung handelt.

Originalmeldung: Maasen - Der Vorfall passierte in der Zeit zwischen Freitag, 21 Uhr, und Samstag, 8.30 Uhr, teilt die Polizei am Montag mit.

Bislang unbekannte Täter gingen auf eine Weide an der Allee in Maasen und fügten einer Stute mit einem unbekannten Gegenstand schwere Verletzungen im Rückenbereich, am Kopf und am Unterleib zu.

Polizei Sulingen sucht Zeugen für Tierquälerei

Bereits am Mittwoch, 18. September, ist in dem Bereich ein weißer Ford-Transporter gesichtet worden. Hinweise zur Tat und zu den Tätern nimmt die Polizei Sulingen unter der Telefonnummer 04271/9490 entgegen.

jdw

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