Thema Betreuung im Jugend-, Sport und Sozialausschuss der Samtgemeinde

Heiße Diskussion

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Mediengruppe Kreiszeitung

Siedenburg - Nach anderthalb Stunden heißer Diskussion hatte der Jugend-, Sport und Sozialausschuss der Samtgemeinde Siedenburg drei richtungsweisende Beschlüsse gefasst. Der Ausschuss empfiehlt ein Betreuungsangebot für Schulkinder, er befürwortet die Einführung von „Neuerdenbürger-Besuchen“ und lehnt die Erweiterung der Sonderbetreuungszeiten im Kindergarten Karibuni mehrheitlich ab.

Die Betreuung von Schulkindern konnte laut Petra Buchholz (Jugendhilfe/Kindergärten) bisher über Tagespflegestellen sichergestellt werden. Die Verwaltung sieht Handlungsbedarf, da eine Tagesmutter ab August ausfällt und der Bedarf gemäß einer Umfrage steigt. Die verlässliche Grundschule plane an vier Tagen ein unterrichtsergänzendes Angebot am Standort Borstel, teilte Petra Buchholz mit, Voraussetzung sei eine verbindliche Anmeldung für ein Halbjahr. Mit eigenem Personal aus den Kindertagesstätten könne die Samtgemeinde im Anschluss die Betreuung bis 16.30 Uhr abdecken – ausgerichtet am tatsächlichen Bedarf von Eltern, die aus beruflichen Gründen darauf angewiesen sind.

Analog zur Gebührensatzung wird ein Entgelt von 1,50 Euro je angefangener Betreuungsstunde erhoben. Ein Mittagstisch wird organisiert, wenn die Betreuung über 14 Uhr hinausgeht. Die Samtgemeinde würde nach dem vom Ausschuss befürworteten Modell die Personalkosten für die Erzieherinnen und die Hauswirtschaftskraft sowie die Beförderungskosten zur Schule nach Borstel tragen. Die Regelung gelte zunächst für das Schuljahr 2015/2016, sagte Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens.

Mit einer Gegenstimme (Nils Ruröde) und einer Enthaltung (Carsten Küfe) wischte der Ausschuss den Antrag einer Elterninitiative vom Tisch, die eine zeitlich auf die Krippe angepasste Betreuungszeit bis 14 Uhr im Kindergarten Karibuni beantragt hatte. Der Kindergarten Mellinghausen halte eine Ganztagsgruppe vor, die Schaffung von Doppelstrukturen wären eine politische Entscheidung, die er nicht mittragen würde, hatte Rainer Ahrens vorab betont: „Wir können kein Geld ausgeben, das wir nicht haben“.

Einig war sich der Ausschuss, im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit „Neuerdenbürger-Besuche“ einzuführen, um mit den Einwohnern in den Dialog zu treten und Hemmschwellen gegenüber öffentlichen und sozialen Einrichtungen abzubauen. Arnold Runge und Dieter Engelbart hatten angeregt, mehr als zehn Euro pro Begrüßungsgeschenk zu veranschlagen, Nils Ruröde wollte den Personenkreis auf Neubürger erweitern. Der Rat stellte sich letztendlich hinter den Beschlussvorschlag der Verwaltung in der Ursprungsform.

Die Bereitstellung von Mitteln für die Neuerdenbürger-Besuche kam bei den Eltern, die eine verlängerte Betreuungszeit im Kindergarten Siedenburg geforderten hatten - einige saßen im Publikum - nicht gut an. Mit diesem Budget hätte man auch die Sonderbetreuung finanzieren können, sagte Helge Kühling und sah in der Ablehnung einen weiteren Grund für die zunehmende Politikverdrossenheit: „Dass es in Deutschland nicht gut läuft, sieht man an den sinkenden Geburtenzahlen – Siedenburg ist da keine Ausnahme.“

mks

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