Schicksal führt sie zum Schlagzeuger

Susanne und Herbert Möhlmann aus Harbergen feiern eiserne Hochzeit

Seit 65 Jahren verheiratet sind Susanne und Herbert Möhlmann.
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Seit 65 Jahren verheiratet sind Susanne und Herbert Möhlmann.

Harbergen – „Musik hält jung“, darin sind sich Susanne und Herbert Möhlmann einig. Die Eheleute aus Harbergen sind das beste Beispiel dafür: Am Dienstag feierten sie das seltene Fest der eisernen Hochzeit, seit dem 14. September 1956 gehen sie ihren Lebensweg gemeinsam. Die Musik spielte schon bei ihrem ersten Zusammentreffen eine Rolle. Das Schicksal führte sie am zweiten Ostertag 1952 auf einem Fest in der Gaststätte Ramke in Steinborn-Essen zusammen, wo der eiserne Bräutigam als Schlagzeuger mit der Kapelle Nordhausen zum Tanz aufspielte.

Susanne Möhlmann kam am 16. März 1934 in Oppeln (Schlesien) als erstes von drei Kindern der Familie Heider zur Welt. Die floh 1945 in den Westen. Ihre erste Station war Steinborn-Essen, später folgte der Umzug nach Asendorf. Nach dem Abschluss der Schule in Haendorf arbeitete die eiserne Braut im elterlichen Haushalt und hin und wieder auf Höfen in der Nachbarschaft.

Herbert Möhlmann, geboren am 23. Oktober 1931, ist Harberger „Urgestein“. Nach der Schule begann er eine Lehre bei Bäcker Schweers in Siedenburg, die er krankheitsbedingt kurz vor dem Abschluss aufgeben musste – ebenso wie die mit seinem Berufswunsch verbundenen Zukunftspläne. Er wollte nach Amerika auswandern, wo er schon eine Stelle als Konditor in Aussicht hatte. Nach seiner Genesung widmete er sich intensiv der Musik und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters und seines Großvaters, die den Lebensunterhalt ihrer Familien hauptsächlich als Berufsmusiker bestritten. 1951 entschied sich Herbert Möhlmann für eine Ausbildung im Malerhandwerk. 1959 legte er die Meisterprüfung ab und machte sich 1960 mit einem Malerbetrieb selbstständig, der heute von Sohn Ralf geführt wird.

Die Jubilare wohnten nach der Hochzeit sechs Jahre in Dienstborstel. 1962 zogen sie zusammen mit ihren Kindern Heike und Ralf in das Elternhaus von Herbert Möhlmann. Dankbar sind sie für den engen Zusammenhalt ihrer Familie, zu der mittlerweile fünf Enkel und vier Urenkel gehören. Das größte Geschenk: Alle wohnen buchstäblich in „Rufweite“.

Susanne Möhlmann fand in Haus und Garten ein großes Betätigungsfeld und arbeitete daneben fast 60 Jahre in der Gastronomie: Bis vor zwei Jahren gehörte sie zum „lebenden Inventar“ des Gasthauses Wolters in Staffhorst. Herbert Möhlmann ist seit 70 Jahren leidenschaftlicher Musiker, jährlich nahm er bis zu 70 Termine wahr. In den ersten Jahren verstärkte er die Kapellen Nordhausen und Lühring, rund 30 Jahre gab er als Schlagzeuger von „Willis Dorfmusik“ (heute: „Andis Dorfmusik“) den Takt an.

Heute lassen es die Eheleute ruhiger angehen. Ihre Gartenarbeit beschränkt sich auf Kräuter- und Tomatenpflege, und auch ihr Terminkalender ist überschaubarer als früher. Von der „Dorfmusik“ hat sich Herbert Möhlmann offiziell abgemeldet, bei den Proben im Dorfgemeinschaftshaus ist er dennoch oft dabei – zur Freude von Ehefrau Susanne, die „mithören“ kann, wenn sie die Fenster öffnet. Größter Stolz der Ehejubilare sind die Urenkelkinder Jesper und Lasse (7), Joris und Maja (4) die sich bei ihnen zu Hause fühlen und zu ihrer Freude offenbar auch ihre „musikalische Ader“ geerbt haben.

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