„Suchen eine vertretbare Lösung“

Siedenburger Mühlenteich: Sorge wegen zunehmender Verschlammung

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Liegt im Herzen des Fleckens Siedenburg: der Mühlenteich. Die Verschlammung des Gewässers bereitet zunehmend Sorgen. Foto:

Siedenburg - Von Martina Kurth-schumacher. Seit Jahren ist die zunehmende Verschlammung des Siedenburger Mühlenteichs Thema, die Räumung scheiterte bislang an den zu hohen Kosten. „Wir arbeiten dran“ - auf diese Formulierung einigten sich Verwaltung, Fischereiverein und verantwortliche Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Wer ist zuständig? „Wir haben das Gewässer gepachtet, seit drei Jahren sind per Erbvertrag auch die Fischereirechte an uns gefallen“, erklärte Gerd Rohlfing, seit 40 Jahren Vorstandsmitglied und mittlerweile Vorsitzender des Fischereivereins „Früh auf“ Siedenburg. Er unterstrich: „Die Verantwortlichkeit liegt bei der Gemeinde. Die Kosten übersteigen unsere Möglichkeiten um Längen, wir können uns nur in bescheidenem Umfang einbringen.“

Der Verein könne allenfalls Maßnahmen „anschieben“, und das habe man immer wieder getan: „Wir haben regelmäßig auf die zunehmende Verschlammung hingewiesen“, sagt Rohlfing. Ab 2008 hätten sein Stellvertreter Steffen Gerdes und er jährliche Messungen durchgeführt und dokumentiert. Rohlfing nannte auch Kosten, die eine Fachfirma aus Bad Hersfeld 2016 ermittelt hatte: 80 000 Euro im Fall einer Verwertung des Aushubs auf landwirtschaftlichen Flächen, 160 000 Euro, wenn der Schlamm auf einer Deponie entsorgt werden muss.

Auch in puncto Schadstoffbelastung liegen Zahlen vor: Eine zweite Fachfirma untersuchte 2017 verschiedene Bereiche des Gewässers, die vor allem in den Uferzonen deutlich erhöhte Cadmium-Werte ermittelte.

Gemeindedirektor Rainer Ahrens weist Vorwürfe zurück, der Flecken Siedenburg habe dieses Thema vernachlässigt: „Wir haben 2008 für teures Geld einen Sandfang gebaut und regelmäßig ausgebaggert. Aus verschiedenen Gründen zeigte das nicht die erwünschte Wirkung.“ Dass sich die Vereine, wie bei vorherigen Maßnahmen, mit Eigenleistungen einbringen können, hält er für unrealistisch: „Bei dieser Kontaminierung und den aktuellen Grenzwerten ist das unmöglich.“ Die alleinige Finanzierung der Entschlammung durch den Flecken sei ebenfalls ausgeschlossen: „Wir haben eine klare Prioritätenliste festgelegt, und der Mühlenteich steht erst an dritter Stelle.“

„Möglichkeiten der Förderung sind grundsätzlich immer gegeben“, sagte Jörg Prante, Leiter des Geschäftsbereichs „Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer“ des NLWKN. Eine Studentin, die bei der Behörde im letzten Jahr ihr Praktikum absolvierte, hatte im vergangenen Sommer detaillierte Messungen im Mühlenteich durchgeführt, ihre Arbeit sei eine solide Grundlage für entsprechende Anträge. Da es neben dem Problem der Versandung und Verschlammung Defizite in der ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer in diesem Bereich gibt, holten die Beteiligten auch den Unterhaltungsverband Große Aue ins Boot. Rohlfing: „Möglicherweise kann man unter diesem Aspekt verschiedene Fördertöpfe in Anspruch nehmen.“

Mitte Februar soll es ein Gespräch zwischen Politik, Fischereiverein, NLWKN und Unterhaltungsverband geben mit dem Ziel, eine „vertretbare und bezahlbare Lösung“ zu finden, um das seit Jahrhunderten ortsbildprägende Gewässer zu erhalten.

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