Sportler feiern Jubiläum 2022 nach

Streifzug durch die 100-jährige Geschichte des TSV Mellinghausen

Aufstieg im Cargo-Netz beim „Home-Run“ in diesem Jahr.
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Aufstieg im Cargo-Netz beim „Home-Run“ in diesem Jahr.

Mellinghausen – „Eigentlich wollten wir unser Jubiläum in größerem Rahmen begehen, aber wir haben uns entschieden, das Fest um ein Jahr zu verschieben“, sagt Angela Peter, Vorsitzende des TSV Mellinghausen. Der Termin steht fest: Am 3. September 2022 soll die Feier nachgeholt werden, auf den Tag genau 101 Jahre nach Vereinsgründung.

Am 3. September 1921 hatten 17 Turner und zwei Turnfreunde in der Gastwirtschaft Heitmann den „Männerturnverein Mellinghausen und Umgegend“ aus der Taufe gehoben. Schon an diesem Abend beschlossen sie die Beschaffung von Barren, Turnreck, Sprungständer und Sprungbrett – finanziert mit einer zinsfreien Anleihe unter Vereinsmitgliedern und Vereinsfreunden. Mit dem Einzug der ersten Damen im Jahr 1925 benannte man den MTV in „Turn- und Sportverein“ (TSV) um.

Der Tischtennissport erfreute sich im Verein in den 50er Jahren steigender Beliebtheit.

Geturnt wurde zweimal wöchentlich in den Abendstunden, dreimaliges unentschuldigtes Fernbleiben wurde mit Strafgeld belegt. Die Turner nahmen an überörtlichen Wettkämpfen teil, die Zahl der Aktiven verringerte sich aber zusehends. Neben Fußball und Faustball erfreute sich das Kunstradfahren und, in den 1950er Jahren, auch der Tischtennissport steigender Beliebtheit.

Bereits 1926 wurde der Ruf nach einem Sportplatz laut, umgesetzt wurden die Pläne 1936. Drei Jahre später kam die Vereinstätigkeit kriegsbedingt zum Erliegen – bis 1948. In den 1960er Jahren entstand ein Vereinsheim auf dem Sportgelände. 1985 erfolgte die Erweiterung, in den Jahren 2017/2018 – mit umfangreichen Eigenleistungen der Mitglieder – die Sanierung des Vereinsheims, der Umkleidekabinen und der Sanitäranlagen.

Der Fußballsport hatte Höhen und Tiefen. Herren-, Damen- und Jugendmannschaften verbuchten Erfolge in den 1950er und 1960er Jahren. „Zwischenzeitlich war die Sparte mehrere Jahre beim Niedersächsischen Fußballverband abgemeldet“, sagt Angela Peter. Sie und ihr Team ordnen zurzeit die Unterlagen, um herauszufinden, wann und warum. Peter: „Wir planen, im nächsten Jahr eine Chronik herauszubringen.“

Die Turner des damaligen „Männerturnvereins Mellinghausen und Umgegend“ im Jahr 1922.

Vorsitzende des MTV waren ein Herr Kollmann (ab 1921), Heinrich Schumacher (1922), Arthur Riedemann (1957), Helmut Huhn (1958), Horst Motzko (1960), Heinrich Meyer (1961), Helmut Arians (1978), Werner Joseph (1982), Heiner Wohlers (1990), Frank Waldera (2005), Kai-Uwe Hollmann (2006) und Gebhard Tinnemeier (2015). Seit 2019 steht Angela Peter an der Spitze des aktuell 315 Mitglieder zählenden Vereins. Sie hat, wie sie betont, mit ihrem Stellvertreter Tjark Thiermann, Kassenwart Janik Borchers, Schriftführerin Birgit Menkens und Jugendwart Mathias Meyer ein „starkes Team“ an ihrer Seite.

Großartig sei das Engagement der Übungsleiter von Fußball, Tischtennis, Mutter-und-Kind-Turnen, Leichtathletik (im Juni 2013 gegründet von Petra van den Boom) und dem „Jedermann-Turnen“. Der Teamgeist unter den Sparten sei vorbildlich. Dank einer zukunftsweisenden Kooperation können Mitglieder des TSV seit Sommer 2018 darüber hinaus kostenfrei die Angebote der Nachbarsportvereine in Siedenburg, Borstel und Staffhorst nutzen.

Die Kunstradfahrer im Jahr 1955.

Während des Lockdowns mussten Traditionsveranstaltungen wie der Kinderkarneval abgesagt werden, auch der Sportbetrieb kam zum Erliegen. Ein Lichtblick in Pandemie-Zeiten war die Bewegungsaktion „Alle(in) Gemeinsam!“, zu der der TSV am dritten Aprilwochenende aufgerufen hatte. Sie wurde dank breiter Unterstützung der Landjugend MOMB zu einem großen Erfolg.

Den 100. Jahrestag des Vereins feierten Mitglieder und Gäste mit der dritten Auflage des „Home-Runs“, einem Event, das auf eine Anregung aus der Mitte Vereins zurückgeht. Die Freiluftveranstaltung bot einen sicheren Rahmen. Im kommenden Jahr soll der Home-Run in Verbindung mit der Jubiläumsfeier „100+1“ ausgerichtet werden.

Jugendfußballer, Mitte der fünziger Jahre (von links) – stehend: Walter Löffler, Karl Schmiedel, Karl Möhlenbruck, Heinrich Meyer, Günther Rosenthal; knieend: Norbert Heppner, Erwin Rosenthal, Horst Müssemann, Wilfried Pielhop, Hans Dittmann.

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