Störche in Siedenburg: Brutpaar nimmt Nistangebot auf dem Hof Ruröde an

Rückkehr nach 60 Jahren

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Nach fast 60 Jahren Abstinenz sind die Störche nach Siedenburg zurückgekehrt.

Siedenburg - „Gut Ding will Weile haben“ – dieses Sprichwort bewahrheitet sich in diesem Frühjahr für Curt Ruröde. Auf den Einzug der Störche hat er vier Jahre gewartet. Jetzt hat ein Brutpaar das Nest auf seinem Hof angenommen, und wenn alles gut geht, werden demnächst ein paar Jungstörche in das Klapperkonzert ihrer Eltern einstimmen.

Bis 1957 war der Anblick von Weißstörchen in Siedenburg alltäglich. Regelmäßig brüteten Störche an der Hinterstraße. Nach fast 60 Jahren Abstinenz ist der die Annahme des Storchen-Horstes im Flecken eine kleine Sensation.

Familie Ruröde hatte lange für die Rückkehr der Störche gekämpft. Am 28. April 2011 hatte sie ihnen mit Unterstützung ihrer Nachbarn (Familie Kersel) zum ersten Mal ein Nistangebot gemacht: „Auf einem hohen Pfeiler haben wir ein Wagenrad installiert und mit einem Korb aus geflochtenen Birkenreisern ausgestattet, gefüllt wurde er mit Rindenmulch und Heu“, erklärt Curt Ruröde. In den folgenden Jahren habe es seltene Kurzbesuche von Störchen gegeben, sie wurden aber immer wieder von Krähen vertrieben.

Nachdem diese den Horst weitgehend „zerpflückt“ hatten, startete Ruröde in diesem Jahr einen neuen Versuch und setzte ihn wieder instand.

Am 27. Februar erneuerte er die Grundstruktur, beim Aufstellen halfen Mitarbeiter der Firma Jantzon und Hocke aus Sulingen, die eine Hebebühne zur Verfügung stellten.

Wenige Wochen später hielt ein Storchenpaar Einzug, das sofort begann, das Nest weiterzubauen. „Heute wissen wir, dass sie aus Helgoland stammen“, sagt Curt Ruröde. Die Ringnummern würden darüber Aufschluss geben.

Offenbar fühlen sie sich in Siedenburg wohl. Die feuchten Wiesen am Speckenbach halten ein ausreichendes Nahrungsangebot vor. Oft stolziert Meister Adebar auch zwischen der Herde Leineschafe durchs Gras.

Beim Brüten wechseln sich die Storcheneltern ab – nach einem genauen Zeitplan, den Familie Ruröde mittlerweile „durchschaut“ hat.

Erkannt haben sie auch, dass beide Störche beringt sind. Scheu sind die Vögel nicht und auch der „normale“ landwirtschaftliche Verkehr auf dem Grundstück macht ihnen nichts aus. Seit die Störche da sind, sind zahlreiche Fußgänger und Radfahrer auf der Sackgasse „Am Schrevenbusch“ auf Fotosafari.

Sie sind willkommen, allerdings bitten Rurödes darum, den Störchen nicht zu nahe zu kommen.

Als sein Nachbar Olaf Kersel 2008 in unmittelbarer Nähe eine Biogasanlage baute, habe er beweisen wollen, dass Natur mit einer landwirtschaftlichen Großanlage durchaus vereinbar ist, sagt Curt Ruröde. Nach erfolgreichen Versuchen mit einem Insektenhotel und einer Nisthilfe für Bienen wagte er sich an das Storchen-Projekt

Sein Ziel: Er möchte in Siedenburg weitere Paare ansiedeln. Für diese Idee hat er bereits Mitstreiter gefunden.

mks

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