Stare plündern Plantagen

Vögel bedrohen Existenz von Heidelbeeranbauer Husmann

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Lärm hilft, die Stare zumindest kurzfristig zu vertreiben – Heiner Husmann mit einer selbst gebauten Klatsche.

Borstel - „Es nimmt existenzbedrohende Ausmaße an.“ Heiner Husmann, Vorsitzender des Bundes Deutscher Heidelbeeranbauer, hat ein großes Problem, das er mit vielen Kollegen bundesweit teilt: Auf seinen Blaubeer-Plantagen tun sich Stare in Mengen, wie es sie seit vielen Jahren nicht mehr gab, an den Früchten gütlich.

Die düstere Prognose des Borstelers lautet: „Etwa 20 Prozent der Ernte werden wir wohl an die Stare verlieren.“

Bis zu 30.000 Stare machen sich an einem Wochenende über Flächen her

Bereits bei der Eröffnung der Heidelbeersaison auf dem Hof Thiermann in Scharringhausen am vergangenen Freitag hatte Husmann darauf hingewiesen, dass neben Wetterkapriolen auch die Vögel den Ertrag in diesem Jahr schmälern werden. Allerdings war ihm da das Ausmaß noch nicht klar: „An dem Wochenende sind zwischen 20.000 und 30.000 Stare in unsere Anlagen eingefallen,  und haben eine komplette ,Pflücke‘ gefressen.“ 

Einen Pflückdurchgang pro Woche gibt es, bei dem auf den Flächen von Heiner Husmann – zusammen gut 50 Hektar in der Gemeinde Borstel und in Voigtei – etwa fünf Tonnen Heidelbeeren geerntet werden. „Insgesamt sind bestimmt schon zehn Tonnen verloren“, schätzt Husmann.

Die Stare auf den Leitungen gönnen sich ein Päuschen, bevor sie sich wieder den Heidelbeeren zuwenden.

Vögel weiß der Borsteler zu schätzen – vor allem Greifvögel, „sie halten die Stare am besten fern.“ Drachen, die Raubvögel „simulieren“, helfen ein wenig, „allerdings sind Stare schlau, sie gewöhnen sich schnell daran.“ Auch die Gaskanonen, die die Vögel mit einem lauten Knall aufscheuchen, dürfen nur in größeren Zeitabständen zünden, um den Gewöhnungseffekt zu vermeiden. 

100 Erntekräfte patrouillieren mit Klatschen

Ansonsten helfe im Moment nur, die gefiederten Räuber mit Lärm und Bewegung in den Plantagen von diesen zeitweise fern zu halten, dafür hat sich Husmann entschlossen, jetzt deutlich mehr Man-Power einzusetzen: Viele der in der Haupterntezeit bis zu 100 Erntekräfte patrouillieren mit selbst gebauten Klatschen in den Blaubeerfeldern und sorgen für Lärm.

Stare stehen unter Artenschutz. Sollte Politik das ändern? Husmann winkt ab: „Das einzige, was wirklich Abhilfe schaffen könnte, sind Netze. Die auf- und abzubauen und in Schuss zu halten ist aber sehr aufwendig. Und es wären mehrere tausend Euro pro Hektar dafür zu investieren.“

ab

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