Stammzellenspender Lars Nijland trifft Empfängerin Amanda in den USA

Leben retten, ganz einfach

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Lars Nijland mit Freundin Franziska Uhde und „kleiner Schwester“ Amanda Cooper.

Harbergen - Lars Nijland ist drei Tage nach seiner Rückkehr aus Kalifornien immer noch tief bewegt: von seiner ersten Flugreise, von unvergesslichen Eindrücken, von Land und Leuten, vor allem von der Begegnung mit der neunjährigen Amanda Cooper, der er vor zwei Jahren durch eine Stammzellenspende das Leben rettete.

2009 war er dem Typisierungsaufruf der gemeinnützigen Gesellschaft „Deutsche Knochenmarkspenderdatei“ (DKMS) gefolgt. Schulsprecherin Isabel Both hatte seinerzeit die Aktion am Gymnasium Sulingen organisiert.

Im Herbst 2012 erhielt Lars Nijland die Nachricht, dass seine Gewebemerkmale mit denen einer Patientin übereinstimmen. Der Student der Agrarwissenschaft musste nicht lange überlegen: Im Januar 2013 erfolgte eine Nachtypisierung im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, am 5. Februar dann die Stammzellenentnahme. Über die Identität des Empfängers wusste er zwei Jahre wenig: „Ich erhielt die Nachricht, dass ein kleines Mädchen aus den USA meine Knochenmarkspende erhalten hat und dass es ihr gut geht.“ Umso überraschter war der 24-Jährige, als er Mitte April einen Anruf der DKMS bekam. Die Frage, ob er spontan sei, münzte er zunächst auf einen weiteren Einsatz als Spender.

Stattdessen erhielt er eine Einladung in die USA zur 39. „Annual Bone Marrow Transplant Reunion“ (Spender-Empfänger-Treffen) im Krebsheilungs- und Forschungszentrum „City of Hope“ in Los Angeles, Kalifornien, wo er am 1. Mai Amanda Cooper kennen lernen sollte. „Zu dieser Feier mit rund 4000 Gästen werden jedes Jahr ein oder zwei Spender eingeladen“, erklärt Nijland. Bei dieser Gelegenheit werbe man im großen Stil für die Typisierung. Amanda erzählte vor laufender Kamera von ihrem Leidensweg und von dem „mutigen und selbstlosen Jungen aus Deutschland“, der ihr das Leben rettete. Ein bewegender Moment: Direkt im Anschluss durfte sie ihren „Super-Hero“ in die Arme schließen – festgehalten in Wort und Bild von Journalisten aus den USA, aus Europa und Asien, die Fotos und bewegte Bilder dieser Begegnung um die Welt schickten. Zwei Tage waren Lars Nijland und seine Freundin Franziska Uhde Gäste von Familie Cooper. Sightseeing in Malibu Beach, Disneyland oder Hollywood gehörten zum gemeinsamen Programm. „Wir haben viel Zeit miteinander verbracht“, sagt Lars Nijland. Amanda, mit der er seit der Stammzellenspende die Blutgruppe und die Haarfarbe teilt, hat er sehr ins Herz geschlossen. Den Kontakt zu seiner „kleinen Schwester“ werde er halten, versichert er. Nijland ist überzeugt davon, dass sein „Ja“ zur Stammzellenspende der richtige Entschluss war. Und noch eine Erkenntnis brachte er von seiner Amerika-Reise mit: Ärzte und Krankenschwester von „City of hope“ haben nicht nur die körperliche Gesundheit ihrer Patienten im Fokus, sondern bemühen sich aktiv auch um das seelische – eine Philosophie, die sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt habe.

Mut machen möchte er in jedem Fall für eine Typisierung: „Es gibt keinen einfacheren Weg, eine gute Tat zu tun.“

mks

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