Siedenburg: Wasseraufsicht ist ein Thema

Die Bürger lieben ihre Bäder

Spaß im Freibad beim „Fischerstechen“.  Archivfoto: mks
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Spaß im Freibad beim „Fischerstechen“. Archivfoto: mks

Siedenburg - Das große Interesse der Einwohner war ebenso ungewöhnlich wie der Applaus am Ende der Sitzung: Der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss der Samtgemeinde Siedenburg stellte am Donnerstag die Weichen für den Betrieb der kommunalen Bäder – offenbar zur vollen Zufriedenheit der Nutzer.

„Das bisherige Angebot für Frühschwimmer – Badnutzung ohne Aufsicht – fällt in Zukunft flach“: Diese Hiobsbotschaft hatte zahlreiche Freibadbesucher auf den Plan gerufen. Der Hintergrund: Bisher gab es eine Vereinbarung mit der Gruppe, die die Samtgemeinde aufgrund der Rechtslage nicht aufrecht erhalten will. Als Betreiber ist sie haftbar für eventuelle Unfälle und Schäden, andererseits kann sie mit der aktuellen personellen Besetzung die Verkehrssicherungs- und Aufsichtspflicht nicht abdecken. Zeitweise hatte ein Mitarbeiter des Bauhofs die Wasseraufsicht übernommen. „Das ist auf Dauer nicht tragbar“, sagte Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens.

Aufgrund des offensichtlichen Bedarfs schlug die Verwaltung vor, für den Bereich der Bäder eine halbe Stelle einzurichten. Der Ausschuss ging noch weiter: Statt einer Aufsichtsperson sollte eine Bäder-Fachkraft eingestellt werden – zur Entlastung von Schwimm-Meister Heiner Jüttner und um zusätzliche Angebote zu schaffen. Der Vorschlag von Dieter Engelbart wurde einstimmig angenommen und dem Samtgemeinderat zur Beschlussfassung empfohlen.

Die Mandatsträger befassten sich auch mit der Gebührenkalkulation für die Bäder. Die Verwaltung hatte kostendeckende Gebühren von 7,26 Euro (Freibadbesuch) bzw. 18,20 Euro (Hallenbad) ermittelt. Petra Buchholz (Kindergärten, Kinder- und Jugendhilfe) stellte den Verwaltungsvorschlag vor: Der Preis für die Tageskarten bleibt unverändert, aufgrund der gestiegenen Unterhaltungskosten werden die Entgelte für Saison- und Zehnerkarten angehoben. Die Erhöhung der seit 2009 stabilen Preise um durchschnittlich 30 Prozent würden Mehreinnahmen von 2900 Euro nach sich ziehen.

Der Ausschuss votierte mehrheitlich dafür, auf eine Erhöhung zu verzichten. „Die Bäder sind ohnehin ein Zuschussgeschäft, aber wir wollen sie uns leisten. Höhere Preise gehen auf Kosten der Attraktivität“, so der Tenor. Nils Ruröde stimmte gegen diesen Beschluss. Er hatte beantragt, auch die Tageskarten in die Gebührenerhöhung einzubeziehen und die Mehreinnahmen in die Bäder zu investieren.

Unter dem Punkt Anfragen wies Schwimm-Meister Heiner Jüttner auf Probleme mit der Wärmeversorgung durch die Biogasanlage hin: „Anders als vertraglich festgelegt reicht die Abwärme nicht aus, um das Wasser im Freibad zum Saisonstart anzuheizen.“ Hier müsse „nachgebessert“ werden. Das Beratungsergebnis stieß auf breite Zustimmung.

Eine Zuhörerin stellte eine zweckgebundene Spende für das Freibad in Aussicht, ein weiterer bot an, im Ausnahmefall auch einmal die Wasseraufsicht zu stellen. „Das Freibad ist absolut Lebensqualität“, hieß es aus ihren Reihen.

mks

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