Schwimmmeister tritt nach 41 Jahren in den Ruhstand

Zur Trillerpfeife griff Heiner Jüttner nie

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Abschied im Freibad: Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens, Schwimmmeister Heiner Jüttner, dessen Nachfolger Christian Fortkamp und Stefan Gudella vom Personalrat (von links).

Siedenburg - Ein Spaß, den sich Schwimmmeister Heiner Jüttner gönnte: Anlässlich seiner Verabschiedung hatte er sich das Haupthaar wachsen lassen, um seinem Einstellungs-Foto aus dem Jahr 1976 möglichst ähnlich zu sehen. „Bis auf die etwas höhere Stirn hat das gut geklappt“, bescheinigten ihm Kollegen schmunzelnd.

Der 63-Jährige hatte an seinem letzten Arbeitstag am Freitag eine große Gesellschaft um sich versammelt: Neben Familienangehörigen, jetzigen und ehemaligen Mitstreitern fanden sich Vertreter der Verwaltung, des Bauhofs und des Klärwerks im Siedenburger Freibad ein. Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens betonte: „Wir verlieren einen zuverlässigen Mitarbeiter und besonderen Kollegen.“

Heiner Jüttner hatte nach seiner Ausbildung zum Elektromechaniker für Mess- und Regeltechnik in der „Wilhelmshütte“ Nienburg (April 1970 bis März 1974) zunächst eine zweijährige Bundeswehrzeit absolviert. Am 1. Mai 1976 übernahm der DLRG-Rettungsschwimmer den Dienst im Freibad Siedenburg und im Hallenbad in Borstel, parallel dazu absolvierte er in Hannover die entsprechenden Lehrgänge und staatlichen Prüfungen zum Schwimmmeister.

Angemessen in den Ruhestand ging es mit diesem Traktor.

Durch fortlaufende Aus- und Weiterbildungsbildungsmaßnahmen brachte sich Jüttner stets auf den neuesten Stand. Rainer Ahrens erinnerte an die langjährige gute Zusammenarbeit und viele gemeinsame Erlebnisse. Sowohl der Umbau des Freibads als auch die Sanierung des Hallenbads trage Jüttners Handschrift: „Heiner hat die Planung und die Arbeiten mit Engagement begleitet. Wir haben zwei kleine und feine Bäder, und das ist auch sein Verdienst.“ Darüber hinaus sei Jüttner während der Schließungszeiten eine zuverlässige Verstärkung des Bauhof-Teams gewesen – ein „Mann für alle Fälle“. „Der einzige positive Aspekt ist, dass ich nach deinem Ausscheiden der dienstälteste Mitarbeiter der Samtgemeinde Siedenburg bin“, scherzte deren Bürgermeister.

Einfach ein idealer Arbeitsplatz

Er habe einen idealen Arbeitsplatz gehabt, unterstrich Heiner Jüttner. Die Atmosphäre war familiär, das Publikum nett: „Probleme gab es nie, ich habe meine Trillerpfeife nicht einmal in den Mund nehmen müssen.“ Während seiner Berufstätigkeit, die rechnerisch „knapp dreieinhalb Jahre Wochenenddienst“ bedeutete, hat er unzähligen Kindern das Schwimmen beigebracht. „Die zweite Generation habe ich durch“, erklärte er stolz. Froh ist er, dass er während der letzten vier Jahrzehnte keine ernsthaften Zwischenfälle zu verzeichnen hatte.

Die Kontakte zwischen der Verwaltung und seinem Nachfolger Christian Fortkamp (21) hatte Jüttner selbst geknüpft. „Christian hat sich in den letzten vier Wochen gut eingearbeitet“, versichert er. In den nächsten zwei Jahren wird er ihn sporadisch unterstützen – als Wochenend-Vertretung.

Rainer Ahrens und Stefan Gudella vom Personalrat dankten dem scheidenden Schwimmmeister mit Präsenten und guten Worten. Der frisch gebackene Ruheständler wurde dann stilecht per Traktor und Anhänger nach Hause kutschiert: Er durfte auf einem Gartenstuhl am Planschbecken unter Palmen Platz nehmen. Dem Schwimmbad werde er weiterhin treu bleiben, versprach Heiner Jüttner – auch über die beiden kommenden zwei Jahre hinaus.

mks

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