„Sensible Aktivitäten“

Rückbau der Erdgasbohrung Z16 bei Borstel: Bürgerinitiative sieht Umweltrisiken

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Die Arbeiten zum Rückbau der Erdgasbohrung Z16 bei Borstel sind in vollem Gang.

Borstel - Mitarbeiter des tschechischen Unternehmens MDN Drilling und Services bewegen sich derzeit tagtäglich auf dem Gelände der Erdgasbohrung Z16 bei Borstel. Laut Klaus Torp, Pressesprecher von „ExxonMobil“ in Hannover, sind die zuletzt Ende Oktober angekündigten Arbeiten zum Rückbau der Anlage im vollen Gang.

Kritisch beobachtet wird das Verfahren von den Mitgliedern der Bürgerinitiative Mensch und Umwelt Sulinger Land. „In der Vergangenheit wurde das Nachbarschaftsverhältnis missbraucht“, schreibt Sprecherin Karen Claßen in einer Pressemitteilung. Erdgas- und Erdölanlagen genügten aus ihrer Sicht nicht den geltenden Auflagen.

Die Bürgerinitiative bezeichnet die Umrüstungsmaßnahmen als „besondere und sensible Aktivitäten“. Die Befürchtungen von Karen Claßen und Mitstreitern: „Es können vermehrt Restflüssigkeiten auslaufen und Luftemissionen, inklusive Radioaktivität, auftreten.“ Die Bürgerinitiative verweist auf Veröffentlichungen von Professor Dr. Martin Elsner von der Technischen Universität München, nach denen die bei der Erdgasförderung eingebrachten Chemikalien in tiefen Schichten mit anderen Stoffen reagierten und zum Teil zu neuen, gegebenenfalls auch unbekannten Verbindungen führten. 

Laut Claßen befürchte man ein nicht kalkulierbares Umweltrisiko, das durch technische und bauliche Vorsichtsmaßnahmen einzugrenzen sei. „Es muss eine Aufkantung des Betriebsplatzes erfolgen und es müssen Maßnahmen zum Luftemissionsschutz ergriffen werden“, heißt es seitens der Bürgerinitiative. 

Die Bürgerinitiative bemängelt, dass auch während der Rückbauarbeiten Verkehr an der Anlage vorbeigeführt wird.

„Wir bemängeln, dass nicht berücksichtigt wurde, dass weiterhin Verkehr direkt an der Anlage vorbeigeführt wird, selbst Schulbusse fahren mehrmals täglich direkt an den Umbaumaßnahmen vorbei.“ Vertrauensstiftend sei es, wenn die Arbeiten an der Siedenburg Z16 unter einer großflächigen Abdeckung stattfänden und durch fortlaufende Luftmessungen begleitet würden.

„Exxon“-Pressesprecher Torp zu den Arbeiten bei Borstel: „Es handelt sich hier um keine besonderen Aktivitäten, denn der Rückbau inklusive der Verfüllung sowie die Rekultivierung einer Bohrung gehören zu unseren Standardarbeiten. Pro Jahr verfüllen wir im Schnitt zehn Bohrungen.“

Torp räumt ein, dass im Rahmen der Entnahme der Rohre aus dem Untergrund Wasser sowie Spülungflüssigkeiten mit an die Oberfläche gebracht werden könnten. „Im Zusammenhang mit der Förderung von Erdgas können Rückstände anfallen, die natürlich schwach radioaktive Stoffe enthalten. Sie sind keine Besonderheit von Erdgasbohrungen, sondern können bei allen Tiefbohrungen und Brunnen auftreten, die mineralisiertes Wasser fördern.“ Die Strahlendosis beim Umgang und Transport der Stoffe sei vergleichbar mit der eines Atlantikflugs. „Für Anwohner besteht keine Gefahr und auch für die Sicherheit der Mitarbeiter wird Sorge getragen.“

Beim Ausbau aus dem Untergrund würden die einzelnen Rohre durch einen speziell geschulten Gasschutzwart mit entsprechenden Messgeräten auf Radioaktivität geprüft. „Bei den Rohren der Bohrung Siedenburg Z16 wurde keine über den Grenzwerten liegende Radioaktivität festgestellt.“

Torp zu der von der Bürgerinitiative geforderten Aufkantung: „Der Förderplatz der Siedenburg Z16 wurde vor den Verfüllungsarbeiten entsprechend ausgestattet. Flüssigkeiten, wie etwa Regenwasser, werden aufgefangen, in ein Auffangbecken geleitet, anschließend abgefahren und fachmännisch entsorgt.“ 

oti

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