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Hilfsgüter für Flutbetroffene vom Schützenverein Staffhorst-Harbergen-Dienstborstel

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Von: Harald Bartels

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Drei Männer stehen vor einem Transporter voller Hilfsgüter.
In Dernau nahm von Ingo Steimke (links) und Karsten Kniehase (rechts) Mohammed, einer der ehrenamtlichen Helfer, die Güter in Empfang. © Privat

Staffhorst / Dernau – Die Flutkatastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal hat längst Eingang gefunden in die Jahresrückblicke 2021. Für die Menschen vor Ort sind das Ereignis und seine Folgen nach wie vor präsent, versichert Ingo Steimke, Vorsitzender des Schützenvereins Staffhorst-Harbergen-Dienstborstel, der mit seinem Stellvertreter Karsten Kniehase Hilfsgüter in die Region transportierte.

Ins Rollen gebracht habe die Aktion Ralf Schlesselmann, einer der Geschäftsführer der Schlesselmann GmbH aus Asendorf-Graue, berichtet Ingo Steimke. Der liefere regelmäßig Holz aus seinem Unternehmen als Heizmaterial in das Katastrophengebiet und habe ihn gefragt, ob er als einer der Gesellschafter des Ofenhauses „Schorni Point“ aus Asendorf-Graue nicht einen Kaminofen für eine vom Hochwasser betroffene Familie spenden wolle. Das habe er zugesagt – doch die Holzlieferung, in deren Zuge der Ofen mitgenommen werden sollte, sei storniert worden, weil die Brennstofflager im Ahrtal noch so voll seien. „Das wollten wir aber nicht einfach so platzen lassen“, erklärt Steimke.

Kurzerhand habe der Vorstand des Schützenvereins beschlossen, daraus eine Hilfsaktion des Vereins zu machen und dazu aufgerufen, am Samstag vor Weihnachten Dinge zu spenden, die vor Ort benötigt werden. „Das war echt eine riesige Hilfsbereitschaft im Dorf“, freut sich Ingo Steimke, mit den Hilfsgütern sei sein Transporter „bis Unterkante voll“ gefüllt worden. Neben dem Ofen aus seinem Unternehmen habe die Ladung fünf Fahrräder, Haushaltsgeräte, einen Gefrierschrank, ein Schweißgerät, weitere Werkzeuge und Kabeltrommeln, Kinderspiele und neuwertige Bekleidung umfasst.

Blick auf eine Straße, die in der Ahr endet.
Die Schäden der Flut im Ahrtal sind immer noch überall deutlich zu erkennen, die Wiederaufbauarbeiten werden lange andauern. © Ingo Steimke

Zusammen mit Karsten Kniehase sei er am 27. Dezember nach Dernau gefahren. Dort seien sie von „Taxifahrer Mohammed“, einem ehrenamtlichen Helfer des dortigen Verteilzentrums, in Empfang genommen worden. Er habe dafür gesorgt, dass die Spenden die Bedürftigen erreichten. Die Lage sei „erschreckend schlimm“: Viele Straßen fehlten immer noch komplett, die Spuren der Überschwemmung seien überall noch zu sehen und zahlreichen Häusern fehle eine Wärmeversorgung, berichtet, berichtet Ingo Steimke. „Wenn man das nicht selbst sieht, kann man sich das gar nicht vorstellen.“

Wer noch Hilfsgüter spenden möchte, findet alle Informationen online (www.verteilzentrumahrtal.de).

Trümmer und Unrat liegen links und rechts der Fahrspur.
Trümmer und Unrat aus dem Katastrophengebiet, so weit das Auge reicht. © Ingo Steimke
Der provisorisch hergerichtete Eingang zu einem kleinen Laden im Flutgebiet.
Bisher nur notdürftig wurde dieser Laden in Dernau wieder hergerichtet. © Ingo Steimke

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