Schauen, riechen, schmecken

Whisky-Tasting ist Kult - und zieht um nach Staffhorst

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Auf das Whisky-Tasting stoßen Friedhelm Wolters (links) und Willi Bründl an.

„Vom norddeutschen ,Kopp in’n Nacken‘ verabschieden wir uns gleich“, sagt Willi Bründl. Mit dem Whisky-Tasting zieht er von Sulingen nach Staffhorst um.

Staffhorst – Einen ganzen Abend im Zeichen des Whiskys verbringen? Ja, aber nicht zum Betrinken: „Vom norddeutschen ,Kopp in’n Nacken‘ verabschieden wir uns gleich“, macht Willi Bründl deutlich. Der frühere Inhaber des Sulinger „Amtsschimmels“ bietet Whisky-Tastings an und tut das am 25. März zum ersten Mal im Gasthaus „Zur Post“ von Friedhelm „Fidi“ Wolters in Staffhorst.

Dazu gekommen sei es, „weil Fidi Spaß daran hat und ich keine Heimat mehr habe“, lacht Bründl. Man kenne sich schon lange, auch weil er gerne das „Irish Open Air“in Staffhorst besucht habe, und im vergangenen Jahr habe man darüber gesprochen, die Veranstaltungsreihe hierher zu verlegen.

Ursprünge des Whisky-Tastings liegen Schottland

Die Ursprünge des Tastings liegen – wie es sich für Whisky gehört – in Schottland: Dort habe er eine Destille besuchen wollen und dabei Marco Siebert getroffen. Man sei ins Gespräch gekommen, und daraus habe sich ergeben, dass Siebert einmal pro Jahr ein Tasting im „Amtsschimmel“ abgehalten habe. Nach drei Jahren habe Siebert jedoch aufgrund beruflicher Veränderungen das nicht mehr machen können, und er habe es übernommen.

Das Thema Whisky sei um die Jahrtausendwende in der Gastronomie aufgekommen, und er selbst habe später annähernd 100 verschiedene Sorten im Sortiment gehabt. Auch das Brennen sei nicht mehr nur auf die klassischen Herkunftsländer Schottland und Irland beschränkt – alleine in Deutschland gebe es 242 Whisky-Destillen, weitere in der Schweiz, in Österreich, in Dänemark oder Schweden.

Ausschließlich Single Malts -  keine Blended Whiskys

„Whisky ist das vielfältigste Destillat, deswegen sollte man es sich erklären lassen“, sagt Bründl. Beim Tasting sei er ganz puristisch: Es gehe ausschließlich um schottische Single Malts, man probiere keine aus verschiedenen Whiskys gemischten Blended Whiskys, keine Blended Malts und mache kein Cross-over mit Whiskys anderer Herkunft.

Der Ablauf des Tastings ist immer gleich: Zur Begrüßung erhalten die Teilnehmer ein Glas Sherry, weil die meisten Whiskys in Sherryfässern gelagert werden. In den beiden folgenden Stunden geht es dann um die Geschichte und die Herstellung des schottischen Whiskeys, und die ersten drei Whiskys werden probiert, wobei es zu jedem Whisky auch Informationen über seine Heimatdestille und das Fass, in dem er gelagert wurde, gibt. In der Pause wird gegessen, bevor es in den beiden restlichen Stunden um drei weitere Whiskys geht.

„Whisky ist gemälzte Gerste, Hefe, Wasser und Feuer„

„Whisky ist eigentlich nur gemälzte Gerste, Hefe, Wasser und Feuer“, so Bründl. Dennoch seien die Sorten so unterschiedlich, und dieser Vielfalt werde man sich nähern. Das fängt schon vor dem ersten Schluck an: Zunächst gehe es um die Farbe und darum, wie sich die Flüssigkeit beim Schwenken im Glas verhalte, bevor man den Geruch erkunde. Erst dann wird probiert: „Jeder hat einen anderen Geschmack; es soll ein Erlebnis sein, sich dem Getränk zu nähern und sich damit anzufreunden.“ Einfluss auf den Geschmack hätten sowohl der Boden, auf dem die Gerste gewachsen ist, als auch das verarbeitete Wasser und der Rauch, mit dem die Gerste gemälzt wurde – wenn das mit dem Rauch eines Torffeuers geschehe, dann entstehe der „torfige“ Geschmack mancher Whiskys. Am wichtigsten aber ist das Fass: „Das macht 60 bis 80 Prozent des Geschmacks aus.“ Verwendet würden in der Regel gebrauchte Fässer, damit die Tannine, die im Eichenholz enthaltenen Bitterstoffe, schon in das Vorgängerprodukt, meist Sherry, übergegangen sind. Vor dem Einsatz brenne man die Fässer aus, was aber nicht gleichmäßig passiere: „Jedes Fass hat seine Eigenarten.“ Zum Tasting stelle er immer eine Auswahl zusammen aus drei milderen Whiskys zum Anfang, ein 15 bis 18 Jahre alter Whisky sei dabei wie auch ein Hochprozentiger, und den Abschluss bilde ein torfiger Whisky. Durch das Tasting sollten die Teilnehmer herausfinden, welche Richtung sie mögen: „Es geht darum, sich bewusst zu machen, was man trinkt und wie es schmeckt.“

Die Teilnehmer an seinen Tastings seien eine bunte Truppe: „Von 20 bis 80 ist alles dabei.“ Sogar für den 60. Geburtstag des Präsidenten eines Rockerklubs habe er schon ein Tasting abgehalten. „Bei den Malen, wo ich dabei war, war es komplett gemischt“, bestätigt Wolters. Vor allem sei es ein Erlebnis gewesen: „Es ist interessant, wie sich der Whisky am Glasrand verhält, wie er riecht, wie er schmeckt und wie er nachschmeckt.“

Weitere Termine im Herbst

Für die beiden ersten Tastings am 25. März und am 22. April in Staffhorst gebe es nur noch wenige freie Plätze, aber weitere Termine im Herbst seien bereits in Planung. 

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