Viel Lob für Spendenaktion

Roosen: „Nicht gut, sondern ausgezeichnet gemacht“

Dankesworte an einer Hauswand.
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Ihren Dank für die Hilfe haben die Menschen an Wänden verewigt.

Staffhorst / Bad Neuenahr – Nach der Flutkatastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal gab es auch aus dem Sulinger Land verschiedene Hilfsaktionen. Wie kommen sie bei den Menschen vor Ort an? Einer von ihnen hat nun Kontakt zur Redaktion aufgenommen: „Mohammed, der Taxifahrer“, mit vollem Namen Mohammed Roosen aus Bad Neuenahr.

Er war Kontaktperson vor Ort für den Transport, den der Schützenverein Staffhorst-Harbergen-Dienstborstel kurz vor dem Jahreswechsel organisiert hatte (wir berichteten). „Das sind super Leute, und sie haben tolle Sachen gespendet, dafür wollen wir uns von ganzem Herzen bedanken“, sagt Roosen am Telefon. Schon der Spendenaufruf des Vereins sei „bärenstark“ gewesen, und dann hätten die beiden Schützen (Vereinspräsident Ingo Steimke und sein Stellvertreter Karsten Kniehase) den weiten Weg auf sich genommen und Sachen dabei gehabt, „an die haben wir gar nicht gedacht.“

Nicht nur die Auswahl der Sachspenden sei ungewöhnlich gewesen, sondern auch die Qualität, lobt der Helfer: „Da waren nagelneue Sachen dabei, das war alles frisch gewaschen und ordentlich gefaltet.“ Manche der Lager mit Spenden im Flutgebiet seien noch voll, weil die Helfer erst sortieren müssten – bei einer Lieferung von Schuhen etwa seien die Absätze abgebrochen gewesen, dafür hätten Tuben mit Klebstoff beigelegen, nennt er ein Beispiel. In diesem Fall aber sei alles „tipptopp“ und direkt zu gebrauchen gewesen, ordentlich vorsortiert und beschriftet, sodass die Artikel ohne Bedenken an die Hilfsbedürftigen weitergegeben werden konnten. „Ich kann gar nicht aufhören mit Komplimenten: Die haben das nicht gut, sondern ausgezeichnet gemacht“, schwärmt Roosen.

Mohammed Roosen (Mitte) bei der Ankunft von Ingo Steimke (links) und Karsten Kniehase.

Bevor der Transporter mit der Hilfslieferung eintraf, habe man schon miteinander telefoniert. Direkt nach der Begrüßung habe er gehört: „Ich bin der Ingo, wir wollen helfen.“ Da sei nicht viel geredet, aber unheimlich viel ausgesagt worden, freut sich Mohammed Roosen. „Die nehmen die Strecke und die Zeit auf sich für Menschen, die sie gar nicht kennen, und wollen dann dafür nicht einmal etwas zu essen ausgegeben bekommen – das war eine Gruppe, die uns sicher unvergessen bleibt.“

Als er vier Monate alt war, sei seine Familie aus Montenegro nach Bad Neuenahr gekommen, erzählt der 47-Jährige, „das hier ist meine Heimat.“ Er sei seit dem ersten Tag der Katastrophe aktiv beim Beseitigen der Schäden und der Hilfe für die Betroffenen. Bei ihm selbst sei glücklicherweise nur der Keller in Mitleidenschaft gezogen worden: „Die ersten vier Tage habe ich mich um mein eigenes Haus gekümmert, dann habe ich dem Nachbarn geholfen, dann haben wir dem nächsten Nachbarn geholfen und so weiter.“ Inzwischen gebe es ein Netzwerk von unterschiedlichen Gruppen, und es habe sich ein eigener Helferstab gebildet. Viele Helfer hätten auch von außerhalb mitgearbeitet: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Vielleicht hat uns das auch näher zusammengebracht.“

Auch auf dieser Mauer ist der Dank in bunten Lettern verewigt.

In den von der Flut betroffenen Orten seien Banner aufgehängt mit einem Dank an die Helfer oder einfach Dankesworte an Häuserwände geschrieben worden. Getan sei die Arbeit aber noch längst nicht: „Die Gärten sind noch voll mit Gestrüpp, in dem alles Mögliche hängt.“ Im Wasser der Ahr, die während des Hochwassers durch Diesel, Öl, Lacke und andere Stoffe kontaminiert worden sei, schwimme immer noch kein Fisch, obwohl die Region vorher ein beliebtes Angelrevier gewesen sei, berichtet Roosen: „Der Schaden ist immens.“ Umso wichtiger sei Hilfe von außerhalb: Die Unterstützer hätten geholfen, wieder in die Normalität zurückzukehren. Dafür wolle er auf diesem Weg im Namen der Betroffenen, der Helfergruppe „Humanity AW“ und der verknüpften Lager ausdrücklich „aus tiefstem Herzen Danke“ sagen.

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