Ratsmitglied verlässt CDU-Fraktion

Riedemann folgt Knoop zum Ausgang

Siedenburg - Im Dezember 2017 hatte Heinrich Knoop seinen Austritt aus der CDU-Fraktion im Rat der Samtgemeinde Siedenburg erklärt, jetzt warf auch Günther Riedemann das „Handtuch“. Als Grund nannte der 70-Jährige, der dem Samtgemeinderat mit Unterbrechungen seit elf Jahren angehört, die Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion sei in der laufenden Wahlperiode alles andere als vertrauensvoll gewesen. Seinen Austritt hat er Fraktionsvorsitzendem Dieter Engelbart schriftlich mitgeteilt, er bleibt aber sowohl Mitglied des Rates als auch der CDU.

Zwei Gründe standen für diesen Entschluss Pate. „Ich mache nicht mehr mit, dass wir auf eine Linie eingeschworen werden: Ich bin alt genug, frei zu entscheiden. Auf der anderen Seite weichen die CDU-Mitglieder im Samtgemeindeausschuss oft genug von Vereinbarungen innerhalb der Fraktion ab, ohne uns vorab in Kenntnis zu setzen“, sagt Riedemann. Er spricht von Überheblichkeit und mangelndem Informationsfluss seitens der Fraktionsspitze. Ein drittes Ärgernis: Einige Mitglieder der CDU-Fraktion sind keine Parteimitglieder. „Das ist ein Unding“, findet Riedemann: „Wenn man auf der Liste einer Partei kandidiert, muss man sich auch zu ihr bekennen - diesen Standpunkt vertrete ich schon seit langem.“

Das Argument, dass hinter den Kulissen Entscheidungen getroffen werden, an denen die „einfachen“ Ratsmitglieder nicht beteiligt sind, hatte schon Heinrich Knoop ins Feld geführt. Günther Riedemann schließt nicht aus, mit ihm im Samtgemeinderat eine Gruppe zu bilden.

Vorwürfe prallen am Vorsitzenden ab

An Fraktionsvorsitzendem Dieter Engelbart prallen die Vorwürfe ab. Knoop und Riedemann hätten Informationen bekommen, wenn sie an allen Fraktionssitzungen bis zum Schluss anwesend gewesen wären. Günther Riedemann habe zudem das Angebot, den Ratsvorsitz zu übernehmen, abgelehnt. Im Grunde genommen sei die Art, wie sie ihre Austritte kommunizieren, politisches Alltagsgeschäft: „Es liegt in der Natur der Sache, dass die beiden anderen Schlechtes nachsagen, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken.“

Die CDU-Fraktion verliert durch den Rückzug von Günther Riedemann und Heinrich Knoop zwei ihrer acht Sitze und damit die absolute Mehrheit, SPD und FWG haben jeweils drei Sitze. „Bei der neuen Konstellation stehen auf jeden Fall Veränderungen bei der Besetzung des Samtgemeindeausschusses und der Fachausschüsse an“, teilte Verwaltungschef Rainer Ahrens mit.

Die nächste Samtgemeinderatssitzung ist für Ende Februar anberaumt. 

mks

Rubriklistenbild: © dpa

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