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Projekt „Barfuß Blumen“ lässt in Staffhorst Bullerbü-Ambiente blühen

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Von: Martina Kurth-Schumacher

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Öffentlicher Garten, Abenteuerspielplatz und Blumenfeld für Selbstpflücker: Catharina Campe – hier mit Ehemann Marvin und ihren Kindern Magreta, Rupert, Lüder und Herlind – hat das Projekt zunächst auf drei Jahre ausgelegt.
Öffentlicher Garten, Abenteuerspielplatz und Blumenfeld für Selbstpflücker: Catharina Campe – hier mit Ehemann Marvin und ihren Kindern Magreta, Rupert, Lüder und Herlind – hat das Projekt zunächst auf drei Jahre ausgelegt. © Privat

Staffhorst – Die Milchviehhaltung ist Haupterwerbsquelle von Familie Campe. Mit ihrem Projekt „Barfuß Blumen“ erweitert Catharina Campe jetzt den „schwarzbunten“ landwirtschaftlichen Betrieb um eine „kunterbunte“ Dimension: Auf einer ein Hektar großen Fläche östlich der Kreisstraße 60, zwischen Harbergen und Staffhorst, entsteht eine Kombination aus öffentlichem Garten, Abenteuerspielplatz und Blumenfeld für Selbstpflücker.

Aktuell sorgen Frühblüher wie Tulpen, Narzissen und Vergissmeinnicht für bunte Tupfer auf den mit Bedacht in Spiralform angeordneten Beeten. „Im Sommer wachsen hier auch Dahlien, Rittersporn, Sonnenblumen, Phlox, Lavendel, Mutterkraut oder Frauenmantel“, sagt Catharina Campe. Sie setzt nicht auf das klassische Sortiment, sondern auch auf die sprichwörtlichen „Mauerblümchen“, und neben der Farb- ist ihr die Duftkomponente wichtig. „Die Anlage soll alle Sinne ansprechen“, sagt die 35-Jährige mit ansteckender Begeisterung.

Ein wichtiges Anliegen ist ihr, den Besuchern – allen stehen die Tore zu ihrem Gartenparadies offen – die Liebe zur Natur, den Mut zum Experiment und die Lust am Gärtnern zu vermitteln. Leitgedanke: „Nichts muss perfekt sein!“ Besucher dürfen auf Entdeckungsreise gehen, die Richtung durch das Beet-Labyrinth bestimmen sie selbst. In der Mitte ist eine Fläche von knapp 100 Quadratmetern ausgespart. Der Platz bietet sich an als Aufenthaltsort, an dem große und kleine Gäste spielen oder picknicken dürfen. Vorstellbar sei auch, diesen Ort etwa für freie Trauungen zu nutzen, der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt. Vielleicht könne die Braut sogar ihren Brautstrauß selbst pflücken, überlegt Catharina Campe schmunzelnd.

Aktuell werden die Blumen stückweise abgerechnet. Wenn es im Sommer in Fülle grünt und blüht, richten sich die Kosten für einen Strauß nach dem Volumen. Erbsenzählerei liege ihr nicht, das werde auch den Sträußen nicht gerecht, erklärt Catharina Campe. Die Mutter von vier Kindern setzt auf nachhaltigen Schnittblumenanbau, der Einsatz von Pestiziden ist tabu.

Umschlossen ist das Labyrinth von einer Fläche, die als Blühwiese eingesät wird: Lebensraum für Insekten und Augenweide für die Besucher. Ein Standbein für die Finanzierung ist der Verkauf von Anteilen. Catharina Campe: „Wer möchte, kann für zwei Euro pro Quadratmeter eine Patenschaft übernehmen.“ Ein Samentütchen gibt es gratis dazu, um auf diese Weise die Saat und nicht zuletzt die gute Idee weiterzutragen. Das Gros der Blühwiese ist nicht begehbar, aber Familie Campe will einen Bereich für mögliche Fotosessions ausweisen.

Muttertagsworkshop für Väter und Kinder am 7. Mai

Am Samstag, 7. Mai, bietet sie erstmals einen Workshop auf dem (Barfuß-)Blumenfeld an: Väter und Kinder sind eingeladen, unter Anleitung ein individuelles „blumiges“ Muttertagsgeschenk inklusive Grußkarte zu gestalten. Interessierte können mit Catharina Campe unter Tel. 01 74 /1 61 43 74 einen Termin vereinbaren. Sie verspricht: „Wir nehmen uns Zeit. Maximal drei Papas und ihre Kinder sind gleichzeitig auf dem Platz; jeder darf in seinem Tempo arbeiten.“ Fertige Blumensträuße sind außerdem am 7. Mai in „Peters Hofladen“ in Sulingen erhältlich.

Catharina Campe hat viele Ideen. Sie ist Yoga-Lehrerin und Reiki-Meisterin, kann sich auch sportliche Angebote vorstellen. Oder einen Workshop „Mittsommerkränze binden“. Ihr Projekt hat sie zunächst für drei Jahre angelegt: „Ich werde ausprobieren, ob es sich wirtschaftlich trägt und zeitlich vereinbar mit Familie und Beruf ist“, sagt die studierte Agrarwissenschaftlerin. Festgestellt hat sie schon jetzt, dass die „Barfuß“-Wiese – der Name ist übrigens Programm – einen hohen Erholungsfaktor hat und gute Laune macht: „Das ist hier ein bisschen wie Bullerbü!“

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